Mor Afgin: In Case of Emergeny in der HFBK Boutique
Ausstellungszeitraum: 29. Mai - 13. Juli 2025
In Mor Afgins Ausstellungszyklus mit dem Titel In Case of Emergency werden religiöse und historische Artefakte und Symbole neu interpretiert. Der Künstler verwebt alte Legenden mit dem technologiegetriebenen Kapitalismus unserer Zeit, in dem biblische Mythen und wissenschaftliche Rationalität gleichzeitig existieren. Besonderes Augenmerk legt Mor Afgin auf die Verbreitung religiös-motivierter Spekulationen und ihren wachsenden Einfluss auf historische politische Ereignisse.
In unserer Gesellschaft kursieren zahllose apokalyptische Verschwörungstheorien. Als aufmerksamer Beobachter seziert Mor Afgin präzise ihre Ursprünge und Auswirkungen. Er hinterfragt das Ausmaß ihrer Reichweite und ihres Einflusses: Wie weit können diese Theorien, die sich zwischen Theologie, alternativer Archäologie und Geschichte bewegen, wirklich gehen?
Wie in einer Museumsvitrine sind die Relikte – sichtbar, aber unerreichbar an Hamburgs belebtester Straße – sorgsam arrangiert, spiegeln die Vergangenheit oder warnen vor der Zukunft. Der Ausstellungsraum als verwahrendes Element scheint an die Arche Noah anzuknüpfen, das Schiff, das Arten, Wissen und Glauben erhält: eine biblische Geschichte und ein Symbol des Richtens, des Überlebens und der Erneuerung.
Arche, 150 x 180 x 110 cm, vorgefertigtes Rettungsboot, 2025
An die Wand ist ein aufgeblasenes Rettungsboot montiert, flankiert von zwei Sonnenkollektoren. Das Boot ist nicht funktionstüchtig und befindet sich in einem Zwischenzustand: aufgeblasen und doch unbeweglich, vollständig vorbereitet, aber handlungsunfähig. Die Sonnenkollektoren, in Verbindung mit dem Rettungsboot, präsentieren sich als allernötigstes Werkzeug eines autonomen Überlebens. Das Boot steht für unmittelbare Rettung, die Sonnenkollektoren für langfristige Dauerhaftigkeit – also für ein Erhalten des Lebens und seiner Daten: unserer genetischen Codes und technologischen Lösungen.
Impulsfrage: Wie erhalten wir das Leben, wenn die Apokalypse kommt?
Finsternis, 144 x 170 x 46 cm, 170 x 50 x 200 cm, zwei Sonnenkollektoren und zwei Bildschirme, 2025
Zwei Fernsehbildschirme, die in der gleichen Formation wie die Sonnenkollektoren installiert sind, deuten eine Verbindung zwischen Energie, Information und Kontrolle an. Sie zeigen Aufnahmen des Himmels, in dem Vögel, Drohnen und unbemannte Fluggeräte überschneidende Flugbahnen einschlagen. Derselbe Himmel, der die Sonnenkollektoren mit Energie versorgt, ist nun voll von Instrumenten der Überwachung und Zerstörung und wird so verwandelt in einen militarisierten Raum, in dem das Künstliche das Natürliche verdrängt.
Impulsfrage: Ist der Himmel noch Natur, wenn er kartiert, gescannt und bewaffnet wird?
Kuh, 74 x 97 x 1.5 cm, 3D gedruckte Tafel, 2025 und Gharqad, 74 x 97 x 1.5 cm, 3D gedruckte Tafel, 2025
Die zwei skulpturalen Reliefs erforschen den Mythos der Roten Kuh – einer seltenen, rituell reinen Kuh, deren Opferung laut biblischer Prophezeiung die Apokalypse einleitet. Thematisch verknüpft die Arbeit diesen antiken Mythos mit moderner Geopolitik und Kriegstechnik. Hierfür schnitzt er eine neue Darstellungsweise des angekündigten Weltuntergangs in schwarzes und rotes Plastik als eine Kollision von Zeitlinien, die vergangene Geschichten mit unserem Blick in eine unbekannte Zukunft verbinden.
Impulsfrage: Können Relikte aus der Vergangenheit Antworten für die Zukunft bereithalten?
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