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Dienstag26.05.26

Podiumsdiskussion

Krieg und Unfrieden – Ein Verständigungsversuch über politische Spaltungs- und Zerstörungslogiken in der Gegenwart

18:00 Uhr Aula, HFBK Hamburg

Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Kateryna Mishchenko, Prof. em. Natan Sznaider, Dr. Eva von Redecker

Eva von Redecker im Gespräch mit Teresa Koloma Beck, Kateryna Mishchenko und Natan Sznaider

Kann man im Krieg noch denken? Auch wo Frieden herrscht, blockiert die kriegerische Parteilichkeit die Abwägung und spaltet Diskurse. Aber wie soll man nicht Partei ergreifen, wo es um das Überleben geht? Für die im Krieg Lebenden stellt sich die Frage ganz anders. Ihr Denken muss permanent mit Tod, Gewalt und Zerstörung rechnen. Ist es möglich, dennoch Frieden vorstellbar zu halten? Oder läuft der Gedanke an Frieden angesichts der realen Umstände Gefahr, eine ausgehöhlte Ruhe ohne jede Gerechtigkeit zu fordern? Auf dem Podium diskutieren disziplinär, geografisch und politisch unterschiedlich verortete Intellektuelle darüber, wie sich dem Recht des Stärkeren auf verschiedenen Stufen der Auseinandersetzung die Stirn bieten ließe.

Öffentliche Veranstaltung, Eintritt frei

 

Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, geboren in Weimar (DDR), ist Soziologin und hat in Angola, Mosambik, Afghanistan und Deutschland geforscht. 2021 wurde sie als Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Gesellschaftsanalyse und sozialer Wandel an die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg berufen. Zuvor war sie Professorin für Soziologie der Globalisierung an der Universität der Bundeswehr München und Senior Fellow am Hamburger Institut für Sozialforschung. In einem aktuellen Forschungsprojekt befasst sie sich mit (Un-)Sicherheitserfahrungen im Kontext Hochschule nach dem 7.⁠ ⁠Oktober 2023 (UNEASE) an der Schnittstelle von (Un-)Sicherheitssoziologie, Critical Security Studies und Alltagssoziologie der Globalisierung.

Kateryna Mishchenko, geboren in Poltava (Ukraine), ist Essayistin, Übersetzerin und Kuratorin sowie  Fachreferentin bei der Bundeszentrale für Politische Bildung für die Ukraine. Sie ist Mitbegründerin der Zeitschrift für Literatur, Kunst und Gesellschaftskritik Prostory und Herausgeberin beim unabhängigen Verlag Medusa. 2015 erschien ihr Buch Ukrainische Nacht / Ukrainian Night / Ukrajinska nitsch. Sie publiziert Essays in internationalen Zeitschriften und Anthologien. Im Jahr 2022/23 war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Bei Suhrkamp erschien 2023 Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine und 2025 Geteilter Horizont. Die Zukunft der Ukraine – beide von ihr gemeinsam mit Katharina Raabe herausgegeben.

Prof. em. Natan Sznaider, geboren in Mannheim (BRD), ist Soziologe und lehrte von 1994 bis 2022 als Professor an der Akademischen Hochschule in Tel Aviv, seit 1996 als Lehrstuhlinhaber. Er unterrichtete an der Columbia University, an der Hebräischen Universität in Jerusalem und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine zentralen Forschungsthemen sind Wissenssoziologie, Politische Theorie, Kosmopolitismus, Antisemitismus und Shoah. Zuletzt erschienen bei Hanser Die jüdische Wunde. Leben zwischen Anpassung und Autonomie (2024) und Fluchtpunkte der Erinnerung. Über die Gegenwart von Holocaust und Kolonialismus (2022). Er erhielt 2024 den Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung und war im Frühjahr Fellow am Hamburg Institute für Advanced Studies (HIAS).

Dr. Eva von Redecker, geboren in Kiel (BRD), ist Philosophin und freie Autorin. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin und als Gastwissenschaftlerin an der Cambridge University sowie der New School for Social Research in New York tätig. 2020/2021 hatte sie eine Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship an der Universität von Verona inne, wo sie zur Geschichte des Eigentums forschte. Sie beschäftigt sich mit Kritischer Theorie, Feminismus, Kapitalismuskritik und Autoritarismus. Im März erschien ihr aktuelles Buch Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus, 2023 der Band Bleibefreiheit (beide im S. Fischer Verlag). Seit dem Sommersemester 2026 ist sie Gastprofessorin für Philosophie an der HFBK Hamburg.