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Freitag 19.06.26

Vortrag

Die Kunst der Bindung: Überlegungen zum sakralen Raum von Masaccio bis Rothko

15:00 Uhr Extended Library, HFBK Hamburg

Der Vortrag von Juliane von Herz versteht den Sakralraum nicht zuvorderst als religiösen Ort, sondern als Erfahrungsraum, in dem Kunst über Jahrhunderte an Architektur, Körper, Öffentlichkeit und Wahrnehmung gebunden war. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass die vormoderne Kunst das Werk nicht als autonomes Objekt auffasste. Fresken, Kapellen, Altäre oder Bildzyklen waren untrennbar mit ihrem Ort verbunden und Teil räumlicher, sozialer und liturgischer Zusammenhänge. Kunst entstand im Verhältnis zu Architektur, Licht, Bewegung und Betrachter.

Anhand ausgewählter Beispiele – von Masaccios Trinità in Santa Maria Novella über Renaissance-Freskenräume bis zur Rothko Chapel sowie zu Arbeiten von Bill Viola oder Jenny Holzer – entwickelt der Vortrag eine Genealogie solcher Bindungen zwischen Kunst und Raum. Dabei steht weniger die Geschichte religiöser Ikonographie im Vordergrund als die Frage, wie Kunst sich an Räume bindet und wie Räume ihrerseits Konzentration, Präsenz und Wahrnehmung hervorbringen.