Harry Hachmeister, 1979 in Leipzig geboren, studierte 1999–2007 Bildende Kunst mit Schwerpunkt Fotografie bei Prof. Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Harry Hachmeister verhandelt die Themen seiner Kunst in interdisziplinären Arbeiten, die medial von Fotografie über Zeichnung und Malerei bis hin zu Keramik reichen. Oft gruppiert er die einzelnen Werke zu raumgreifenden Installationen, die auf Zustände des nicht mehr und noch nicht ganz verweisen. Wandlungsprozesse, Provisorien und Zwischenstadien bilden dabei die Ausgangspunkte für Hachmeister künstlerische Bearbeitung von Identitäten, Körpern sowie deren Zuschreibungen. Aus dem kalten und ernsten Fitnesskontext entlehnte Hanteln und Gewichte werden verspielte Keramikobjekte in amüsanten Formen, die, zum Teil auch etwas erschöpft oder geknickt, dabei immer farbenfroh und manchmal sogar glitzernd, zum Befühlen einladen. Die sonst eher beschaulichen Motive der volkstümlich-religiösen Hinterglasmalerei sind bei Hachmeister lustvoll und queer. Seine Körper fühlen sich nicht ihrer vorgesehenen Bestimmung verpflichtet sondern schaffen durch Ambivalenz, Zartheit und Spiel eine Loslösung von der normativen Wirklichkeit.

Neben mehreren erhaltenen Auszeichnungen und Stipendien wie z.⁠ ⁠B. 2026/27 ein Aufenthaltsstipendium an der Villa Aurora, Los Angeles, 2025 die Between Bridges Residency, 2023 ein Aufenthalt am European Ceramic Work Center Oisterwijk, 2018 das BS-Projects-Stipendium der HBK Braunschweig und 2014 ein Arbeitsstipendium der Pollock-Krasner-Foundation New York, nahm Hachmeister an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil (u.⁠ ⁠a. Paulipreis 2026, Kunsthalle Bremen (2026), Liaisons, Georg Kolbe Museum Berlin (2025), Haus der Gefühle, MEWO Kunsthalle Memmingen (2024), Who’s Afraid Of Stardust, Kunsthalle und Kunsthaus Nürnberg (2023), Von Disko zu Disko, Museum der bildenden Künste Leipzig (2022), How (Not) to Fit In, Villa Merkel, Esslingen (2022), Queering the Narrative, Neuer Aachener Kunstverein, Aachen (2022), Everything under control, Centrul de Interes, Cluj Napoca (2022), Inside-Out. Konstruktionen des Ichs, Kunstmuseum Wolfsburg (2019), Lesbisches Sehen, Schwules Museum Berlin (2018), Redemption Jokes, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin (2015), Travestie für Fortgeschrittene, Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig (2015), Unceasing, kim? Contemporary Art Centre Riga/Litauen (2013), Fotografie und Individuum, Museum Folkwang Essen (2010).

Harry Hachmeister war von WiSe 2021 – WiSe 2023 Professor für die künstlerische Grundlehre an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg. Von WiSe 2025 – SoSe 2026 betreute er gemeinsam mit Angharad Williams eine Klasse für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Außerdem war er von 2003 bis 2018 Teil der Künstler*innengruppe VIP mit Lysann Buschbeck und Kat Pohlmann und brachte gemeinsam mit Claudia Gülzow und Pauline Recke von 2010 bis 2020 DIE STREICHELWURST. Das Magazin heraus.