K21 Global Art Award für Julia Phillips
Die HFBK-Alumna Julia Phillips (*1985 in Hamburg) ist Preisträgerin des K21 Global Art Award 2026. Die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung ist zudem mit dem Ankauf und der Präsentation eines Werkes durch die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf verbunden. Die Preisverleihung fand am 8. Oktober 2026 im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung der Preisträgerin statt, die noch bis zum 29. August 2027 zu sehen ist. Julia Phillips studierte von 2006 bis 2012 an der HFBK Hamburg bei Prof. Anselm Reyle und Prof. Dr. Michael Diers. Nach dem Diplom absolvierte sie ein Masterstudium an der Columbia in New York.
Neben Arbeiten auf Papier und Videowerken arbeitet die Künstlerin vor allem mit Keramik und Metall und entwickelt Skulpturen, die an funktionale Objekte erinnern. Ihre Arbeiten sind Metaphern für soziale und psychische Erfahrungen – Metaphern, die zugleich mechanisch und körperlich gedacht sind, und sich häufig mit Machtverhältnissen zwischen Individuen oder zwischen Individuum und Institution auseinandersetzen. Seit den letzten paar Jahren richtet Phillips ihren Blick verstärkt auf das Körperinnere: In ihrem Werk tauchen Organe und Gewebestrukturen auf; darüber hinaus setzt sie konkrete Materialbezüge zum medizinischen Umfeld ein, um die Wahrnehmungen von Subjekt-Objekt-Verhältnissen innerhalb der (Für-)Sorge-Industrie kritisch zu beleuchten. Phillips lebt und arbeitet in Chicago.
Der Global Art Award, einer der international höchstdotiertesten Kunstpreise, wurde in Kooperation mit den Freunden der Kunstsammlung und dank einer großzügigen finanziellen Unterstützung der Stiftung Reydan + Roger Weiss zum vierten Mal verliehen. Zu den Nominierten 2026 gehörten außerdem Monira Al Qadiri (*1983 in Dakar, Senegal), biarritzzz (*1994 in Fortaleza, Brasilien), Mohammed Z. Rahman (*1997 in London, Großbritannien), Juliana dos Santos (*1987 in São Paulo, Brasilien), WangShui (*1986 in Dallas, USA), Wong Ping (*1984 in Hongkong) und Cici Wu (*1989 in Peking, China). Die nominierten Künstler*innen werden von einer internationalen Jury bestehend aus Doryun Chong (Stellvertretender Direktor und Chefkurator, M+, Hongkong), Omar Kholeif (Professor für Global Art Theory and Practice an der Glasgow School of Art und Leiter des Graduate Program in Contemporary Curatorial Practice) und Jochen Volz (Direktor, Pinacoteca de São Paulo, Brasilien) vorgeschlagen. Ab 2026 gehört auch die künstlerische Leiterin der documenta 16 und stellvertretende Direktorin und Jennifer and David Stockman-Chefkuratorin am Solomon R. Guggenheim Museum and Foundation in New York Naomi Beckwith der Nominierungsjury an.
Weitere Informationen finden sich hier.
(8.10.2026)