Neue Lehrende: Kapwani Kiwanga, Jenna Sutela, Franz Wanner, Araba Evelyn Johnston-Arthur
Gastvortrag von Vasyl Cherepanyn, Kurator der 14.⁠ ⁠Berlin Biennale 2027

Zur Eröffnung des akademischen Jahres 2026/27 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK Hamburg) begrüßt Präsident Martin Köttering heute Abend, am Mittwoch, 14.⁠ ⁠Oktober 2026 um 18 Uhr, die 228 neu immatrikulierten Studierenden, die für den Bachelor- und den Masterstudiengang Bildende Künste sowie für das Lehramt im Fach Kunst aus 2185 Bewerbungen ausgewählt worden sind.

An die Begrüßung schließt sich der Gastvortrag Anthropology of the Image in a State of War Emergency. Curating for the Coming Visual Politics von Vasyl Cherepanyn, dem Kurator der 14.⁠ ⁠Berlin Biennale 2027, an.

Nachfolgend stellen sich die vier neu an die HFBK Hamburg berufenen Professor*innen vor: Die Hochschule freut sich über die Bereicherung der Lehre durch Kapwani Kiwanga im Bereich Bildhauerei, durch Jenna Sutela als Forschungsprofessorin im Exzellenzcluster BlueMat und durch Franz Wanner für Bildende Kunst/Kunstpädagogik sowie durch die Gastprofessorin im Bereich Theorie und Geschichte Araba Evelyn Johnston-Arthur.

Zu den neuen HFBK-Professor*innen:

Kapwani Kiwanga ist spätestens seit ihrer viel beachteten Installation Trinket für den Kanadischen Pavillon zur Venedig Biennale 2024 international bekannt. Sie beleuchtet in ihrer künstlerischen Arbeit die Auswirkungen von Machtungleichgewichten, indem sie historische, marginalisierte Geschichtserzählungen in einen Dialog mit der heutigen Realität, dem Archiv und den Möglichkeiten der Zukunft bringt. Ihre Arbeit ist recherchebasiert und kommt in einer Vielzahl von Materialien und Medien zum Ausdruck, darunter Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Performance. Für ihr künstlerisches Werk wurde sie unter anderem mit dem Prix Marcel Duchamp, den Frieze Artist Award (USA) sowie den Sobey Art Award (CA) ausgezeichnet. Zuletzt war eine Retrospektive in der Fundació Joan Miró in Barcelona und im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen. Ab diesem Wintersemester ist Kapwani Kiwanga Professorin für Bildhauerei an der HFBK Hamburg.

Jenna Sutelas „lebenden Skulpturen“ sowie ihre Bild- und Klangarbeiten setzen sich mit offenen Systemen auseinander – von der Biologie über die Informatik bis hin zur Sprache. Auf der Suche nach Mustern, Zeichen und Bedeutungen in dem, was gemeinhin als zufällig oder chaotisch angesehen wird, untersucht sie die Beziehung zwischen Bewusstsein und der materiellen Welt. Durch kollaborative Arbeitsweisen verfolgt sie dezentrale Organisationsformen und Wechselbeziehungen auf verschiedenen Ebenen – von der mikrobiellen bis zur kosmischen. Sutelas Arbeiten wurden international präsentiert, etwa im Finnischen Pavillon auf der 61.⁠ ⁠Biennale von Venedig, im New Museum, New York, und im Castello di Rivoli, Turin. Sie war Stipendiatin des La Becque-Residenzprogramms und Jane-Lombard-Stipendiatin an der New School. Jenna Sutela übernimmt an der HFBK Hamburg die Forschungsprofessur im Exzellenzcluster BlueMat: Water-Driven Materials.

Franz Wanner behandelt in seiner forschenden Praxis Themenkomplexe wie die Migrationspolitik der Europäischen Union, den deutschen Geheimdienst und die Rüstungsindustrie, ihre Geschichte und gegenwärtigen Strukturen sowie die Wirkungen des Nazismus auf den neoliberalen Wohlstandsimperativ. Als Artist in Residence des Harun Farocki Instituts entwickelte er 2024 die Ausstellung Mind the Memory Gap für das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin, die jüngst in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München eine Fortsetzung fand. Darin legt er die Dimensionen der NS-Zwangsarbeit offen, wirft erstmals die Frage nach der Beteiligung von Kunstmuseen auf und erzählt mit Fotografien, Texten, Videos und Objekten von ihren Auswirkungen auf die Gegenwart. Zum Sommersemester 2026 trat Franz Wanner die Professur für Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Kunstpädagogik an der HFBK Hamburg an.

Araba Evelyn Johnston-Arthur ist Theoretikerin, Forscherin, Kuratorin, Autorin und Erinnerungsarchitektin. Ihre trans- und antidisziplinäre Arbeit thematisiert (neo)koloniale Bild-Blick- und Überwachungsregime ebenso wie Gegenwarten verdrängter Bewegungsgeschichten und folgt dekolonialen Verwobenheiten, Poesien und Ästhetiken. Araba Evelyn Johnston-Arthur promovierte an der Howard University in Washington DC zu Schwarzer Politik, internationalen Beziehungen und der Geschichte der afrikanischen Diaspora. Sie war Mitbegründer*in von Pamoja. Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich und der Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte. Als Teil des Direktor*innenkollektives von MUSMIG (Museum für Migration) kämpft sie für die Existenz eines Museums in Wien, welches die Gewalt hinterfragt, die Museen in Europa zugrunde liegt. Araba Evelyn Johnston-Arthur übernimmt eine Gastprofessur im Schwerpunkt Theorie und Geschichte an der HFBK Hamburg.