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Die Gegenkultur der Gegenkultur

Simone Gilges, Nina Rhode, Nozomi, Ngceni und Tim Voss

Ein Interview

Tim Voss: Im 2016 erschienenen Katalog Spiritu s der Honey-Suckle Company (HSC) sprecht ihr, in Anlehnung an die Bedeutung der Bachblüte in der Bachblütentherapie, von der Honey-Suckle Company als einer Heilmethode, die von Interessierten erlernt werden kann. Lasst uns gemeinsam zurückschauen: Ihr habt teilweise noch studiert, als ihr euch 1994 in der Berliner Clubkultur begegnet seid. Wie war die Atmosphäre in Berlin zur Zeit der Gründung der HSC?

Nina Rhode: Berlin war damals so spannend, dass die Universität der Künste für mich ein langweiliger Ort war. Die Stadt war leer, es gab viel Platz und wir konnten uns austoben. Wir waren ein großer kreativer Freundeskreis. Einen Laden wie die Galerie berlintokyo, oder das Verlagshaus Neue Dokumente mit Konzerten und Ausstellungen zu betreiben, war viel einfacher.

Nozomi Ngceni: Ich war in Hamburg und bin 1998 zuerst als Gast zur HSC dazugestoßen, parallel zur 1. Berlin Biennale. In Hamburg gab es die Akademie Isotrop. Einzelne Positionen haben in dieser selbstorganisierten Akademie Klassenräume repräsentiert. Es waren Freunde, mit denen ich assoziiert war. Aber mich hat mehr angesprochen, wie die HSC ein Gemeinschaftsgefühl aufgebaut hat.

Nina Rhode: Wir haben zusammen abgehangen, gefeiert und gemeinsam Kram gemacht. Und irgendwann haben wir begonnen, alle eins zu machen. Man muss sich gut kennen, man muss das Gleiche riechen. Und bei uns ist das so gewesen. Irgendwann konnten wir sagen: Das ist HSC und das ist nicht HSC.

Tim Voss: Ihr arbeitet heute als Einzelkünstlerinnen. Und Zozo, du hast jetzt nochmal ein Stu dium an der HFBK Hamburg begonnen, nachdem du lange als Stylistin in der Film- und Werbebranche gearbeitet hast.

Nozomo Ngceni: Bei mir hat eine Selbstheilung eingesetzt. Eigentlich das, was die HSC immer versprochen hat. Honeysuckle ist eine Bachblüte, welche die Perspekti ve aus der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft unterstützt. Und das hat auch etwas mit Selbstwahrnehmung und Selbstwertgefühl zu tun. Ich habe meine Familie aus Südafrika nach Deutschland geholt und eine Transition begonnen. Ich glaube, dass ich früher einfach zu eingeschüchtert war und mich auch mit der HSC nicht immer wohl gefühlt habe. Ich dachte, ich brauche einfach nicht zu studieren, was soll‘s. Ich habe gute Aufträge gehabt, ich habe kommerziell gearbeitet und ich hatte mit der HSC meine Gruppensituationen.

Nina Rhode: … eigentlich eine Familie.

Nozomi Ngceni: Ja, but a chosen family.

Tim Voss: Aber warum bist du dann 2008 ausgestiegen?

Nozomi Ngceni: Weil ich das Gefühl hatte, dass wir professionell nicht weiterkommen und dass die Ur-Idee, dass wir gemeinsam ohne Autorinnenschaft stärker sind, sich nun anders darstellte. Und es war Selbstschutz. Ich musste mich vor den anderen und auch die anderen vor mir schützen. Insofern kann ich sagen, dass ich im Sinne der HSC jetzt fähig bin, in die Zukunft zu sehen. Aber das ist ein langer therapeutischer Prozess.

Tim Voss: Nina, du unterrichtest heute an der Kunstakademie in Münster. Können sich die Studierenden mit der Geschichte der HSC verbinden?

Nina Rhode: Sie interessieren sich sehr dafür, aber es ist nicht so einfach. Wir hatten ein ganz anderes Lebensgefühl, das sich heute leider keiner mehr leisten kann. Trotzdem wünsche ich jedem so eine Zeit.

Nozomi Ngceni:
Es gab keine drei Jobs gleichzeitig und keine sozialen Medien. Zwar haben alle schon ein bisschen ihr eigenes Ding gemacht, aber die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben, war so intensiv, dass alle persönlichen Interessen in die HSC eingeflossen sind.

Tim Voss: Die HSC kommt aus dem, was ihr Underground nennt. Beschleunigt durch die Pandemie scheint die Subkultur heute immer mehr zu verschwinden, oder?

Nina Rhode: Subkultur braucht Raum. Und wenn du Raum nur noch für 1.500 Euro bekommst, den kleinsten scheiß Raum, wie willst du dann noch Subkultur machen?

Simone Gilges: Und ich finde es auch problematisch, dass auf Instagram alles gleichgemacht wird. Die Ereignisse stehen dort alle nebeneinander, Institution und Underground.

Nina Rhode:
Underground meint, autonom zu sein, die Sachen selbst in die Hand zu nehmen, nicht angewiesen zu sein auf Förderungen oder irgendwas Kommerzielles. Nicht warten, bis jemand sagt, du darfst was machen, sondern selber machen. Und zwar jetzt, weil man Bock darauf hat!

Simone Gilges: Selbstorganisation und nicht: »ohne Budget geht nichts«.

Nozomi Ngceni: Es geht darum, Eigeninitiative zu zeigen, ohne permanente Selbstkontrolle durch Social Media. Wir waren recht Anti. Definitiv Gegenkultur. Aber auch innerhalb der Gegenkultur waren wir Gegenkultur.

Simone Gilges: Wir wollten nicht trendy sein, das fanden wir eigentlich das Schlimmste.

Tim Voss: Wie funktionierte in euren Anfängen die Distribution des Materials?

Nina Rhode: Auch wenn jeder seine Spezialisierung innerhalb der Gruppe hatte, so haben wir uns alle gleichermaßen in alles eingemischt, bis es HSC war.

Simone Gilges: Alles um uns war noch überwiegend analog. In den Anfängen von HSC war es total ungewöhnlich, dass jemand einen Computer hatte. So konnten wir ziemlich viele Sachen machen: Digitalmontagen oder das freier – Magazin für Befindlichkeit.

Tim Voss: Diese Zeit zu Anfang der 2000er Jahre war von digitalen Versprechungen gezeichnet. Neben der elektronischen Musik gab es so etwas wie die Vorstellung, man könnte sich im virtuellen Raum als Identität weiterentwickeln. Statt dessen habt ihr aber dann Referenzen der Lebensreformbewegungen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts zitiert.

Nina Rhode: Ja, aber Jahre vorher hatten wir Kim Suckle digital schon im Elfenkostüm auf eine Seerose gesetzt.

Simone Gilges: Wir haben das Digitale schon in den 1990er Jahren mit der Raumfah ´Punk Kollektion und anderen Aktionen ausgelebt, uns Klamotten »getaped« und Platinen umgehängt. Als dann die digitale Welle losging, interessierte uns das nicht mehr so. Wir waren eher dagegen oder eben schon einen Schritt weiter.

Nina Rhode: Wir waren uns selbst genug und was uns inspirierte, haben wir in unsere Welt überführt. Wie wir und ob wir wahrgenommen wurden, war uns ziemlich egal.

Simone Gilges: Wir haben uns überhaupt nicht bemüht, keine Mappen gemacht oder irgendwo Klinken geputzt. Das hat sich immer so ergeben.

Nina Rhode: Und das Geld, das wir bekommen haben, floss in die Ausstellungen oder wir haben einfach ein paar Leute mehr mit nach New York genommen.

Tim Voss: Unsere Kultur ist gerade sehr von identitätspolitischen Fragen bestimmt, wie zum Beispiel mehr Sensibilität für Grenzüberschreitungen, Fragen der kulturellen Aneignung oder Transformation der Geschlechter. Welche Rolle haben diese Belange in eurem Miteinander gespielt?

Nozomi Ngcen
i: Dass wir eigentlich eine queere oder eine queer-feministische Gruppierung waren, wurde unter uns nicht verhandelt. HSC war immer irgendwo zwischen den Geschlechtern. Aber wir haben es nicht ausgesprochen. Wir haben eher eine Abstraktion gesucht. Vielleicht auch, um nicht darüber reden zu müssen.

Simone Gilges: Es ging bei diesen Rollenspielen eher um das Aufl ösen des Egos. Nicht darum, sich selbst zu finden und zu positionieren.

Nozomi Ngceni: Ohn End war der Titel der Ausstellung in der Londoner Cubitt Gallery. Was einerseits ohne Ende heißt. Je länger, je lieber. Aber in Denglisch gesprochen auch »own end«, also das eigene Ende.

Tim Voss: Wie steht es dabei aus heutiger Sicht um kulturelle Aneignung?

Nozomi Ngceni: Auch das war kein Thema, weil wir alles unter »Sampling« gefasst haben, aus der musikalischen Praxis. Aber im ICA London hat uns zum Beispiel der Vorwurf des Blackfacing eingeholt und die Bilder konnten nicht gezeigt werden. Dabei ging es um etwas, was sich auf eine frühere Malewitsch-Arbeit bezogen hat, bei der eine Person mit dem Hintergrund verschmilzt. Dafür musste eine Gesichtshälfte schwarz angemalt werden und das hat auch auf dem Foto perfekt funktioniert.

Simone Gilges: Wir haben ja auch Varianten der Oskar Schlemmer-Tänze ausprobiert und hatten schwarze, blaue, grüne und rote Gesichter.

Nina Rhode: Der Druck, eine eigene Identität für sich zu finden, ist heute ungleich größer. Mein Wunsch an die jungen Generationen: Bitte nehmt euch Zeit, alles für euch herauszufinden! Geratet nicht in so eine Hysterie von irgendwelchen Grenzen und Tabus. Das Leben ist lang und man muss sich gar nicht entscheiden. Jeder hat seine eigenen Geschwindigkeiten und Lebensphasen.

Tim Voss: Was macht eine Gruppe eigentlich so attraktiv?

Nina Rhode: Dass es über das eigene kleine Vermögen hinausgeht. Ich fand es spannend, dass mehrere Köpfe, mehrere Augen, mehrere Hände einfach auch sehr viel mehr sehen und schaffen.

Nozomi Ngceni
: Du kannst kleine Ideen in etwas Großes verwandeln.

Tim Voss: Aber ihr sprecht von der HSC als Gruppe und scheint den Begriff Kollektiv eher zu meiden?

Nina Rhode: Bedeutet ein Kollektiv zu sein, nicht untereinander organisiert zu sein und einen Plan zu haben? HSC war eine Gruppe, die wir eigentlich eine war der Plan. Wir haben an unserer Welt und nicht an einer Idee gearbeitet. Vieles ist spontan entstanden.

Simone Gilges: Ja, einfach anfangen! Wir waren total idealistisch. Unsere Idee war es anfangs, eine Jugendbewegung zu gründen. Das war PC Kisurs Vision. Er ist auch der Namensgeber und Gründer der Gruppe und aktuell mit HSC als eiziger akti v.

Tim Voss: Wie hat sich entschieden, wer HSC war und wer ein Gast?

Simone Gilges: Wir waren anfangs ein wilder Haufen. Wer dabei war, war dabei. Bis sich eine Essenz kristallisierte. Irgendwann waren wir eine Kerngruppe von fünf, sechs Leuten.

Nozomi Ngceni: Es wurde schon ein Unterschied gemacht. Der harte Kern hat sich 1999 nach der Ausstellung Children of Berlin im MoMA PS1 in New York gebildet. Als klar war, dass es jetzt eine Künstlergruppe ist, die im Kunstbetrieb auch bestehen will. Plus Konrad Sprenger. Er war ganz wichtig, weil wir ohne ihn die ganze musikalische Seite so nicht hätten verwirklichen können. Er hat von Anfang an gesagt, dass er nicht von der Gruppe geschluckt werden will. Und das war auch clever.

Tim Voss: Denn mit der Zeit entstanden zunehmend Konflikte. Wie seid ihr damit umgegangen?

Simone Gilges
: Wir haben uns nie an einen Tisch gesetzt und irgendwas ausgesprochen, sondern es gab immer mal Ärger. Und dann haben wir uns getroffen und hatten ein bisschen Small Talk. Dann haben wir viel gelacht und das Treff en war vorbei.

Tim Voss: Hat das etwas mit der Verschiebung aus der Selbstorganisation instiutionelle Feld zu tun gehabt?

Nina Rhode: Vielleicht hat es damit zu tun gehabt, dass wir nicht gleichzeitig im gleichen Tempo bereit waren, professionell aufzutreten.

Simone Gilges: HSC hatte immer ihr eigenes Tempo und für mich war das zu langsam. Ich war irgendwie schneller und habe deswegen das Magazin gestartet. Das habe ich einfach hauptverantwortlich gemacht, so haben sich dann meine eigenen Arbeiten entwickelt. Dadurch kam dann die Anfrage, eine Einzelausstellung zu machen. Ich habe bereits vor und während der Zeit bei HSC fotografiert und produziert.

Tim Voss: HSC ist für mich und viele andere eine wichtige Referenz. Es ist erstaunlich, dass es, gemessen daran, wie groß euer Einfluss indirekt war, in Berlin selbst nie eine umfassende Präsentation eurer Arbeit gab. Stefan Kalmar hat euch 2019 im ICA London retrospektiv gezeigt. Habt ihr selbst den Eindruck, die Arbeit wurde nun historisiert oder ist da noch Leben drin?

Nina Rhode: Das Verrückte war ja, dass es bei uns diesen roten Faden gab. Also vom performativen Auftreten, Mitte der 1990er Jahre mit selbstgewählten Charakteren zu der sich selbstspielenden Installation Neuband. Bei dieser Installation haben wir unser performatives Auftreten durch Objekte ersetzt – danach ging es immer mehr vom Materiellen zum Feinstofflichen, bis dann 2008 mit Materia Prima die komplette Auflösung – das Nichts – ausgestellt wurde.

Nozomi Ngceni: Mit der Riesen-Vulva. Ja, mega schön.

Simone Gilges: Und danach war es dann tatsächlich schwierig weiterzumachen.

Nina Rhode: Wir haben scherzhaft gesagt: Jetzt kann es nur noch eine Wiedergeburt geben.

Simone Gilges: Die Einladung nach London war als eine Retrospektive gedacht, aber sie hat wieder aktiviert. Ein Teil von HSC war für eine reine Retrospektive. Und ein anderer Teil hat gesagt: Nee, lass uns auch was Neues machen, weil wir ja noch nicht tot sind. Dieser Konflikt war auch in der Ausstellung und für alle zu spüren.

Tim Voss: Was könnte die Zukunft der HSC sein?

Nozomi Ngceni: Die neue HSC ist ein Flagshipstore in der Fifth Avenue und die alte HSC ist im MoMA.

Examination of the submitted portfolios

How to apply: study at HFBK Hamburg

From February 1 to March 6, 2023, 4 p.m., you can apply to study at HFBK Hamburg. Please find all important info here.

Visitors of the annual exhibition 2024; photo: Lukes Engelhardt

Annual Exhibition 2024 at the HFBK Hamburg

From February 9 -11, 2024 (daily 2-8 pm) the students of HFBK Hamburg present their artistic productions from the past year. In addition, the exhibition »Think & Feel! Speak & Act!« curated by Nadine Droste, as well as the presentation of exchange students from Goldsmiths, University of London, can be seen at ICAT.

photo: Tim Albrecht

(Ex)Changes of / in Art

There's a lot going on at the HFBK Hamburg at the end of the year: exhibitions at ICAT, the ASA students' Open Studios in Karolinenstraße, performances in the Extended Library and lectures in the Aula Wartenau.

Extended Libraries

Knowledge is now accessible from anywhere, at any time. In such a scenario, what role(s) can libraries still play? How can they support not only as knowledge archives but also as facilitators of artistic knowledge production? As an example, we present library projects by students and alumni, as well as our new knowledge space: the Extended Library.

Semester Opening 2023/24

We welcome the many new students to the HFBK Hamburg for the academic year 2023/24. A warm welcome also goes to the new professors, whom we would like to introduce to you here.

And Still I Rise

For over 20 years, US artist Rajkamal Kahlon has been interested in the connections between aesthetics and power, which are organized across historical and geographical boundaries, primarily through violence. With this solo exhibition, the HFBK Hamburg presents the versatile work of the professor of painting and drawing to the Hamburg art public for the first time.

photo: Lukes Engelhardt

photo: Lukes Engelhardt

No Tracking. No Paywall.

Just Premium Content! The (missing) summer offers the ideal opportunity to catch up on what has been missed. In our media library, faculty, students and alumni share knowledge and discussions with us - both emotional moments and controversial discourses. Through podcasts and videos, they contribute to current debates and address important topics that are currently in focus.

Let's talk about language

There are currently around 350 international students studying at the HFBK Hamburg, who speak 55 different languages - at least these are the official languages of their countries of origin. A quarter of the teaching staff have an international background. And the trend is rising. But how do we deal productively with the multilingualism of university members in everyday life? What ways of communication can be found? The current Lerchenfeld issue looks at creative solutions for dealing with multilingualism and lets numerous former international students have their say.

photo: Miriam Schmidt / HFBK

Graduate Show 2023: Unfinished Business

From July 13 to 16, 2023, 165 Bachelor's and Master's graduates of the class of 2022/23 will present their final projects from all areas of study. Under the title Final Cut, all graduation films will be shown on a big screen in the auditorium of the HFBK Hamburg.

photo: Ronja Lotz

photo: Ronja Lotz

Everything for Everyone

In May and June, the HFBK Hamburg offers a varied program with exhibitions, lectures, artist talks and performances. Lots of good reasons to shake off spring tiredness and jump into the programme...

A disguised man with sunglasses holds a star-shaped sign for the camera. It says "Suckle". The picture is taken in black and white.

photo: Honey-Suckle Company

Let`s work together

Collectives are booming in the art world. And they have been for several decades. For the start of the summer semester 2023, the new issue of the Lerchenfeld Magazine is dedicated to the topic of collective practice in art, presents selected collectives, and also explores the dangers and problems of collective working.

Jahresausstellung 2023, Arbeit von Toni Mosebach / Nora Strömer; photo: Lukes Engelhardt

Annual Exhibition 2023 at HFBK Hamburg

From February 10-12, students from all departments will present their artistic works at Lerchenfeld 2, Wartenau 15 and AtelierHaus, Lerchenfeld 2a. At ICAT, Tobias Peper, Artistic Director of the Kunstverein Harburger Bahnhof, curates an exhibition with HFBK master students. Also 10 exchange students from Goldsmiths, University of London will show their work there.

Symposium: Controversy over documenta fifteen

With this symposium on documenta fifteen on the 1st and 2nd of February, the HFBK Hamburg aims to analyze the background and context, foster dialogue between different viewpoints, and enable a debate that explicitly addresses anti-Semitism in the field of art. The symposium offers space for divergent positions and aims to open up perspectives for the present and future of exhibition making.

ASA Open Studios winter semester 2021/22; photo: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios winter semester 2021/22; photo: Marie-Theres Böhmker

The best is saved until last

At the end of the year, once again there will be numerous exhibitions and events with an HFBK context. We have compiled some of them here. You will also find a short preview of two lectures of the professionalization program in January.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival and Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

As the final part of the artistic research project, the festival and symposium invite you to screenings, performances, talks, and discussions that explore the potential of the moving images and the (human and non-human) body to overturn our habitual course and change the dominant order of things.

View of the packed auditorium at the start of the semester; photo: Lukas Engelhardt

View of the packed auditorium at the start of the semester; photo: Lukas Engelhardt

Wishing you a happy welcome

We are pleased to welcome many new faces to the HFBK Hamburg for the winter semester 2022/23. We have compiled some background information on our new professors and visiting professors here.

Solo exhibition by Konstantin Grcic

From September 29 to October 23, 2022, Konstantin Grcic (Professor of Industrial Design) will be showing a room-sized installation at ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer at the HFBK Hamburg consisting of objects designed by him and existing, newly assembled objects. At the same time, the space he designed for workshops, seminars and office workstations in the AtelierHaus will be put into operation.

Amna Elhassan, Tea Lady, oil on canvas, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, oil on canvas, 100 x 100 cm

Art and war

"Every artist is a human being". This statement by Martin Kippenberger, which is as true as it is existentialist (in an ironic rephrasing of the well-known Beuys quote), gets to the heart of the matter in many ways. On the one hand, it reminds us not to look away, to be (artistically) active and to raise our voices. At the same time, it is an exhortation to help those who are in need. And that is a lot of people at the moment, among them many artists. That is why it is important for art institutions to discuss not only art, but also politics.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; photo: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

From July 8 to 10, 2022, more than 160 Bachelor’s and Master’s graduates of the class of 2021/22 will present their final projects from all majors. Under the title Final Cut, all graduation films will be shown on a big screen in the auditorium of the HFBK Hamburg. At the same time, the exhibition of the Sudanese guest lecturer Amna Elhassan can be seen in the HFBK gallery in the Atelierhaus.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

June is full of art and theory

It has been a long time since there has been so much on offer: a three-day congress on the visuality of the Internet brings together international web designers; the research collective freethought discusses the role of infrastructures; and the symposium marking the farewell of professor Michaela Ott takes up central questions of her research work.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Art Prize 2022

The Finkenwerder Art Prize, initiated in 1999 by the Kulturkreis Finkenwerder e.V., has undergone a realignment: As a new partner, the HFBK Hamburg is expanding the prize to include the aspect of promoting young artists and, starting in 2022, will host the exhibition of the award winners in the HFBK Gallery. This year's Finkenwerder Art Prize will be awarded to the US artist Renée Green. HFBK graduate Frieda Toranzo Jaeger receives the Finkenwerder Art Prize for recent graduates.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; photo: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; photo: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

New studio in the row of houses at Lerchenfeld

New studio in the row of houses at Lerchenfeld, in the background the building of Fritz Schumacher; photo: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

After more than 40 years of intensive effort, a long-cherished dream is becoming reality for the HFBK Hamburg. With the newly opened studio building, the main areas of study Painting/Drawing, Sculpture and Time-Related Media will finally have the urgently needed studio space for Master's students. It simply needs space for their own ideas, for thinking, for art production, exhibitions and as a depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; photo: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; photo: Tim Albrecht

Annual Exhibition 2022 at the HFBK

After last year's digital edition, the 2022 annual exhibition at the HFBK Hamburg will once again take place with an audience. From 11-13 February, students from all departments will present their artistic work in the building at Lerchenfeld, Wartenau 15 and the newly opened Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments.

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Who speaks? Who paints which motif? Who is shown, who is not? Questions of identity politics play an important role in art and thus also at the HFBK Hamburg. In the current issue, the university's own Lerchenfeld magazine highlights university structures as well as student initiatives that deal with diversity and identity.

photo: Klaus Frahm

photo: Klaus Frahm

Summer Break

The HFBK Hamburg is in the lecture-free period, many students and teachers are on summer vacation, art institutions have summer break. This is a good opportunity to read and see a variety of things:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Since 2010, the HFBK has organised the international exchange programme Art School Alliance. It enables HFBK students to spend a semester abroad at renowned partner universities and, vice versa, invites international art students to the HFBK. At the end of their stay in Hamburg, the students exhibit their work in the Open Studios in Karolinenstraße, which are now open again to the art-interested public.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Unlearning: Wartenau Assemblies

The art education professors Nora Sternfeld and Anja Steidinger initiated the format "Wartenau Assemblies". It oscillates between art, education, research and activism. Complementing this open space for action, there is now a dedicated website that accompanies the discourses, conversations and events.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?