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(K)eine Gruppe möchte ich sein

Robert Bramkamp

Wenn es im Land einer schon einmal erfolgten Gleichschaltung um kollektive Wünsche und Möglichkeiten gehen soll, spüre ich in der gegenwärtigen Lage innere Widerstände. Widersprüchliche Gefühle inklusive Eitelkeit, Peinlichkeit, Trauer oder Scham sind auf der Suche nach Adressat*innen und lassen mich nicht aus. Umso mehr fühle ich mich verpflichtet, auf ein geheimes Buch hinzuweisen: Germany. A Science Fiction.[1] Das Buch befindet sich in dem Bestand der Bibliothek der HFBK Hamburg. Der Name des Autors ist Laurence A. Rickels. Der vorletzte Satz legt meinen Autorennamen auf ein globales Ziel fest: „To address problems and processes that are, as we say, bigger then the two of us, Bramkamp brings us closer to his goal, collective narration, which must be extended to mourning. We will catch up with deferred individual mourning only if the possibility of collective mourning can be reclaimed from the denial.“ Die hier gemeinte „collective narration“ erzählt vom Kollektivsymbol und dem technisch-magischen Objekt RAKETE in allen ihren Facetten – als Geist, als Wunder, als „goldenes Kalb“ für eine Gruppe von 20.000 Deutschen, die sie anlässlich des ersten erfolgreichen Starts der V2 am 3. Oktober 1942 in Peenemünde umtanzten. Auch als „Königin der Ambivalenz“, die in letzter Instanz bis heute herrscht. Meine „collective narration“ ist nicht einfach nur ein vielstimmiger Prozess. Sie wurde von einer Einzelperson durch direkte und indirekte Dialoge inhaltlich strukturiert und als Film „gemacht“. „Man braucht nur zwei Dinge um einen Film zu machen: ein geradezu kindliches Omnipotenzgefühl und eine fixe Idee“, sagt Alexander Kluge, mit dem ich 2002 in einer Der gefrorene Blitz betitelten Sendung seiner dcpt.tv-Gesprächsreihe[2] die abtastende Multiperspektive von Prüfstand 7 / Test Stand 7 diskutiert habe. „In Test Stand 7 a relay of direct hits on the repressed past alternates with blind alleys of allegorization. We move closer to mourning’s admission of a collective or global work. Otherwise mourning would be the prerogative of individuals or couples and group commemoration would be solely a form of denial.“

Wann ist „group commemoration“ kein „denial“? Die mit Film mögliche Alternative ist eine spezielle Multiperspektive von Bilddialekten, in denen sich Fakten, Fiktionen, Diskurse und ideologische Narrative filmisch bündeln und deren künstlerische Modifikation ist nur als ERZÄHLUNG möglich. Jedenfalls dann, wenn das Ziel ist, das „denial“ (die gemeinsame Verleugnung) von Fakten, Verlusten, Verbrechen, Geschichte zu durchbrechen. Nur eine Erzählung kann als innere Bewegung zu einer Trauerarbeit führen, meine ich, zu der laut Rickels die „Gruppe“ grundsätzlich nicht in der Lage ist. Wobei in seiner amerikanischen Rückübersetzung von „Freud’s second system" mit „group“ immer auch das deutsche Wort „Masse“ mitschwingt. Eine Erinnerung an die Erzähltheorie des russischen Literaturwissenschaftlers und Semiotikers Jurij M. Lotman und seine Unterscheidung zwischen klassifikatorischen Strukturen und solchen, die diese überwinden, ist hilfreich. Dazu braucht es mindestens eine Figur, die beweglich ist. Sie sichtet die Grenze der räumlich modellierten klassifikatorischen Struktur und durchbricht sie. Dieses „Ereignis“ ist der Beginn jeder Erzählung, dass es doch anders ist oder sein kann. Nach Lotman entsteht ein Sujet erst, wenn mindestens zwei semantische Räume ihr Existenzrecht haben. Innerhalb einer klassifikatorischen Struktur ist demgegenüber für die dort lebenden unbeweglichen Figuren alles sortiert, penibel benannt, unbeweglich und zweifelsfrei klar – im bekannten historischen Fall gleichgeschaltet.[3] Gerade die kollektiven ästhetischen Prozesse, auch weil sie unverzichtbar sind, sind nicht per se positiv, sondern müssen mit einem ebenfalls kollektiven Unterscheidungsvermögen kritisch aktualisiert werden, das solche Prozesse in Teams, Crews, Kollektiven, Safe Spaces, Communities, Bevölkerungen, Meuten und „algorithmisch eingehegten“ Herden (die sich selbstklassifizieren für die Überwachungskapitalisten oder die Community) von mindestens drei Seiten beleuchten kann.

Leider kann die Gruppenenergie ihr eigenes Omnipotenzgefühl einfach affirmieren, vereinheitlichen und alles verleugnen, was der erlebten Einheit der Gruppe und ihrer Fantasy-Welt widerspricht, damit – beispielsweise – eine angebliche, eigene moralische Überlegenheit begeistert erlebt werden kann. Wenn Kollektive aber nicht mental als Gruppe oder Masse zusammenwirken, können sie sich mehrstimmig ermächtigen, eine Erzählung jenseits von privatem Narzissmus lebendig zu machen. Diese „collective narration“ kann derart heterogene und unvorhersehbare Elemente hervorbringen, dass zurecht die Frage entsteht, wie daraus überhaupt eine Erzählung entstehen soll? Eine, die sogar „Verknüpfungslust“ erzeugt, was mich freuen würde. Oder welche Instanz mit welchem Autorennamen beides – Erzählung und Verknüpfungslust – überhaupt bei einer „collective narration“ hervorbringen soll? Eine Frage, die direkt zu den selten überschrittenen Grenzen führen kann, an denen das „Textdenken endet und das Filmdenken beginnt“ (Georg Seeßlen). Aus allen binären und ternären Operationen oder künstlerischen Entscheidungen, die ein Filmdenken ermöglicht haben, setzt sich – erst im Nachhinein erkennbar – das „Autorbewußtsein“ (Lotman) einer künstlerischen Werkstruktur zusammen. Es ist eine komplexe Instanz oder fiktive Subjektivierung, die mit jedem Werk neu entsteht und nicht zu verwechseln ist mit einer Einzelperson. Produktive Kollektive können besonders interessante Formen von „Autor*innenbewußtsein“ im Film anbieten. Für die wirkliche Begegnung muss man seltene Filme auf der Leinwand sehen. Idealerweise dreimal. Aber selbst der Hamburger Staatsanwalt und Extremschauspieler Dietrich Kuhlbrodt, dekonstruierter Hauptdarsteller des 2017 entstandenen HFBK-Kollektivfilms Dazu den Satan zwingen,[4] blieb höflich erkrankt der eigenen Premiere in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz fern. So hat die abwesende Einzelperson bis zuletzt einer Dekonstruktion der Hauptfigur einen filmischen Raum mitgegeben, in dem „Dietrich“ wahlweise als Mundstück der Gruppe, Avatar, Anführer, Hauptfigur, Geschichtenerzähler, Projektionsfläche und filmpolitischer Aktivist auftreten konnte. Diese Heterogenität verbindet sich mit ähnlichen verschiedenen Artikulationen eines filmenden und spielenden Kollektivs aus über 80 Leuten inklusive des Chors der HFBK Hamburg zu einem „Autor*innenbewußtsein“. Dieses blieb durch die Herstellungsleitung von Elena Friedrich und die finalisierende Montage von Paul Thalacker am Leben. Bei dem anschließenden Gespräch mit dem stark kritisierten NDR war zeitweise strittig, wer der Satan ist und wer den Satan zwingen soll. „Dietrich“ hingegen hatte den Film immer noch nicht gesehen und eventuell vorgeschobene Probleme mit der DVD. Er befürchtete als Ergebnis der kollektiven Anstrengung von HFBK-Studierenden und Filmpersönlichkeiten aus der ganzen Republik vermutlich eine Art Setzkasten, in dem alle jeweils einen eigenen Beitrag ablegen oder eine Haltung und ihre Person bewerben. Eine klassifikatorische Struktur ohne Überraschungspotential. Aber „Dietrich“ hatte seine Freunde, die berühmten „Gregors“ (Erika und Ulrich Gregor, A. d. R.), Gründer und langjährige Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale, zur Berliner Premiere geschickt und so erhielt meine damalige Tutorin Sarah Drath im Februar 2021 schließlich eine Email von „Dietrich“:

„Tja, Sarah, zuerst die weniger gute Nachricht: die DVD hab ich irgendwie nicht (bekommen). Jedenfalls habe ich sie nicht gesehen. Aber jetzt die wirklich gute Nachricht: Nach einigem Geklicke habe ich endlich den Film gesehen und bin total beeindruckt. Der sog. Kompilationsfilm ist ja perfekt durchstrukturiert! Jetzt verstehe ich auch, dass meine Urfreunde, die Gregors (inkl. der strengen Erika) vom Film so angetan sind. Ich gratuliere Robert und denen, die am Film gearbeitet haben, für die überzeugende Arbeit ! Herzlich, Dietrich“

Herzlichen Dank zurück, Dietrich! Auch für deine kostenlose Mitwirkung ohne Vorbedingungen.

Tatsächlich hat der HFBK-Kollektivfilm eine Erzählung angeschoben, die nicht vorhersehbar war. Eine NDR-Redakteurin nahm dankenswerterweise ein Jahr später die Einladung an, überschritt erstmals seit gefühlten Dekaden die Grenze zum Filmbereich der HFBK auf dem Mediencampus Finkenau, und besuchte dort endlich einmal nicht nur die Hamburg Media School, um das Nordlichter-Nachwuchsfilmprogramm den Studierenden vorzustellen. Mit einem Budget von einer Million Euro produziert der NDR gemeinsam mit der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der Nordmedia Filmförderung Niedersachsen abendfüllende Debut-Spielfilme oder inzwischen auch Debut-Serien. Jahrelang war allerdings ein vorgegebenes „Thema“ und jene retrorealistische Erzähldramaturgie strikt verpflichtend, die seltsamerweise das gesamte deutsche Filmwesen in eine Tatort-Realität einhegt. Mit dem Auszug aus dem „retrorealistischen Canyon“ der sich als „dramaturgische Ameisenspur tief in das Feld der Möglichkeiten eingegraben hat“, beginnt der Kollektivfilm. Dann kam im Dezember 2022 von MOIN diese Email: „Gemeinsam mit dem NDR und nordmedia suchen wir vielfältig erzählte Geschichten mit originellen Handschriften, die den Raum Kino in all seinen Facetten ausloten.“

Man darf von einem kleinen Wunder sprechen, denn der „Raum des Unvorhersagbaren“ (Lotman),[5] den nur Kunst öffnen kann, hat sich tatsächlich ereignet.

Die HFBK-Master-Absolvent*innen Sarah Drath und Marie Vogt mit ihrem Spielfilmprojekt Das Gras ist rot und Marian Freistühler und Oliver Bassemir mit ihrer Serie BRÜT (AT) konnten erfolgreich in das Nordlichter-Programm einsteigen. Die Dreharbeiten der Serie in Wilhelmsburg und Niedersachsen beginnen im Herbst 2023 (Produktion Tamtam Film).

So weit, so gut. Wenn auch lokal und nur im Nachwuchssektor. „Global“, um einen Blick auf den Anfang und die Chancen einer Raumerweiterung für „collective mourning“ zu werfen, steht die böse Rakete „Iskander“ der absolut guten deutschen Rakete „Isis“ gegenüber. Getrennt von „einer Schallmauer des Bösen“.[6] Beide Raketen bespielen eine einzige Bühne der Faszination,[7] den medial (und vor allem durch Bewegtbilder) verstärkten Ort, an dem das Kollektivsymbol Rakete jene Ambivalenz performt, die andere in ihrem Denken und Handeln unterdrücken. Solange entscheidende Gruppen um ein „denial“ herum organisiert sind, weil ihr Gruppenleben Nichts wirklich kollektiv und künstlerisch mehrdimensional erzählen kann, gilt: „Die Rakete bringt alles auf den Punkt, was wir nicht mehr (unter einem Hut) zusammenbringen“.[8] Und das ist zuletzt nicht nur der Punkt hinter dem letzten Satz, sondern ein Einschlagspunkt.


Robert Bramkamp ist Professor für Experimentalfilm an der HFBK Hamburg. Zu seinen letzten Filmprojekten zählen: Die Ausstattung der Welt (mit Susanne Weirich, DE, 99 min. 2023), Dazu den Satan zwingen (Kollektivfilm mit Studierenden der HFBK Hamburg, DE, 100 min, 2017), Art Girls (DE, 120 min, 2013) oder Prüfstand 7 (DE, 114 min, 2001)


[1]
Laurence A. Rickels, Germany: A Science Fiction, Anti-Oedipus Press, 2015, S. 98. Interview von Robert Bramkamp mit Laurence A. Rickels im Rahmen des Projekts „Innovatives Filme Machen“: https://www.youtube.com/watch?v=fFXvtXmb0Oo

[2] https://vimeo.com/188661616

[3] Vgl. Juri M. Lotman, „Das Problem des Sujets“, in: ders., Die Struktur des künstlerischen Textes, Suhrkamp Verlag, 1973, S. 347-358

[4] https://stream.sooner.de/de/id/1972094000017552097

[5] Lotman, Juri: Kultur und Explosion. Suhrkamp 2010 S. 114

[6] Franz Josef Wagner, „Betrifft: Zeitenwende, in: Bild, 28.2.2023

[7] „Erst 1991 trat gegen die böse Irak-Rakete im Golfkrieg die erste rein gute Rakete an. Die Raketen-Abwehrrakete ‚Patriot‘. Die Abwehr mißlang, aber in Amerika versiegten alle Proteste gegen den Krieg unter einem Schleier der Faszination“ (Prüfstand 7, 48:45).

[8] Robert Bramkamp, „Für ein realkomplexes Raketenmuseum“, in: kritische berichte, Heft 3, Jahrgang 37, 2009, S. 44-52

Finkenwerder Art Prize 2024

The US artist Julia Scher will receive the Finkenwerder Art Prize 2024, while Anna Stüdeli, who studied sculpture at the HFBK Hamburg, will be honoured with the Finkenwerder Grant from the HFBK.

Natan Sznaider stands at the lectern and delivers his keynote address.

photo: Tim Albrecht

In conversation with Natan Sznaider

The Israeli sociologist Natan Sznaider talks to the author Navid Kermani and the philosopher Juliane Rebentisch about the Middle East conflict, working towards a peaceful future and the legacy of Hannah Arendt.

Archives of the Body - The Body in Archiving

With a symposium, an exhibition, a film programme and a digital publication, the research project conceived by Prof. Hanne Loreck and Vanessa Gravenor examines the "archive" as a form of order with regard to the human body. Which body archives and discourses have become established? What potentials for political-aesthetic resistance and activism could and can emerge?

Sharon Poliakine, Untitled, 2023, oil on canvas, detail

New partnership with the School of Arts at the University of Haifa

On the occasion of a new partnership with the School of Arts at the University of Haifa, the HFBK Hamburg is presenting an exhibition by the artists Birgit Brandis, Sharon Poliakine and HFBK students.

photo: Ronja Lotz

Exhibition recommendations

Numerous exhibitions with HFBK participation are currently on display. We present a small selection and invite you to visit the exhibitions during the term break.

Visitors of the annual exhibition 2024; photo: Lukes Engelhardt

Annual Exhibition 2024 at the HFBK Hamburg

From February 9 -11, 2024 (daily 2-8 pm) the students of HFBK Hamburg present their artistic productions from the past year. In addition, the exhibition »Think & Feel! Speak & Act!« curated by Nadine Droste, as well as the presentation of exchange students from Goldsmiths, University of London, can be seen at ICAT.

Examination of the submitted portfolios

How to apply: study at HFBK Hamburg

The application period for studying at the HFBK Hamburg runs from 1 February to 5 March 2024, 4 p.m. All important information can be found here.

photo: Tim Albrecht

(Ex)Changes of / in Art

There's a lot going on at the HFBK Hamburg at the end of the year: exhibitions at ICAT, the ASA students' Open Studios in Karolinenstraße, performances in the Extended Library and lectures in the Aula Wartenau.

Extended Libraries

Knowledge is now accessible from anywhere, at any time. In such a scenario, what role(s) can libraries still play? How can they support not only as knowledge archives but also as facilitators of artistic knowledge production? As an example, we present library projects by students and alumni, as well as our new knowledge space: the Extended Library.

Semester Opening 2023/24

We welcome the many new students to the HFBK Hamburg for the academic year 2023/24. A warm welcome also goes to the new professors, whom we would like to introduce to you here.

And Still I Rise

For over 20 years, US artist Rajkamal Kahlon has been interested in the connections between aesthetics and power, which are organized across historical and geographical boundaries, primarily through violence. With this solo exhibition, the HFBK Hamburg presents the versatile work of the professor of painting and drawing to the Hamburg art public for the first time.

photo: Lukes Engelhardt

photo: Lukes Engelhardt

No Tracking. No Paywall.

Just Premium Content! The (missing) summer offers the ideal opportunity to catch up on what has been missed. In our media library, faculty, students and alumni share knowledge and discussions with us - both emotional moments and controversial discourses. Through podcasts and videos, they contribute to current debates and address important topics that are currently in focus.

Let's talk about language

There are currently around 350 international students studying at the HFBK Hamburg, who speak 55 different languages - at least these are the official languages of their countries of origin. A quarter of the teaching staff have an international background. And the trend is rising. But how do we deal productively with the multilingualism of university members in everyday life? What ways of communication can be found? The current Lerchenfeld issue looks at creative solutions for dealing with multilingualism and lets numerous former international students have their say.

photo: Miriam Schmidt / HFBK

Graduate Show 2023: Unfinished Business

From July 13 to 16, 2023, 165 Bachelor's and Master's graduates of the class of 2022/23 will present their final projects from all areas of study. Under the title Final Cut, all graduation films will be shown on a big screen in the auditorium of the HFBK Hamburg.

A disguised man with sunglasses holds a star-shaped sign for the camera. It says "Suckle". The picture is taken in black and white.

photo: Honey-Suckle Company

Let`s work together

Collectives are booming in the art world. And they have been for several decades. For the start of the summer semester 2023, the new issue of the Lerchenfeld Magazine is dedicated to the topic of collective practice in art, presents selected collectives, and also explores the dangers and problems of collective working.

Jahresausstellung 2023, Arbeit von Toni Mosebach / Nora Strömer; photo: Lukes Engelhardt

Annual Exhibition 2023 at HFBK Hamburg

From February 10-12, students from all departments will present their artistic works at Lerchenfeld 2, Wartenau 15 and AtelierHaus, Lerchenfeld 2a. At ICAT, Tobias Peper, Artistic Director of the Kunstverein Harburger Bahnhof, curates an exhibition with HFBK master students. Also 10 exchange students from Goldsmiths, University of London will show their work there.

Symposium: Controversy over documenta fifteen

With this symposium on documenta fifteen on the 1st and 2nd of February, the HFBK Hamburg aims to analyze the background and context, foster dialogue between different viewpoints, and enable a debate that explicitly addresses anti-Semitism in the field of art. The symposium offers space for divergent positions and aims to open up perspectives for the present and future of exhibition making.

ASA Open Studios winter semester 2021/22; photo: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios winter semester 2021/22; photo: Marie-Theres Böhmker

The best is saved until last

At the end of the year, once again there will be numerous exhibitions and events with an HFBK context. We have compiled some of them here. You will also find a short preview of two lectures of the professionalization program in January.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival and Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

As the final part of the artistic research project, the festival and symposium invite you to screenings, performances, talks, and discussions that explore the potential of the moving images and the (human and non-human) body to overturn our habitual course and change the dominant order of things.

View of the packed auditorium at the start of the semester; photo: Lukas Engelhardt

View of the packed auditorium at the start of the semester; photo: Lukas Engelhardt

Wishing you a happy welcome

We are pleased to welcome many new faces to the HFBK Hamburg for the winter semester 2022/23. We have compiled some background information on our new professors and visiting professors here.

Solo exhibition by Konstantin Grcic

From September 29 to October 23, 2022, Konstantin Grcic (Professor of Industrial Design) will be showing a room-sized installation at ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer at the HFBK Hamburg consisting of objects designed by him and existing, newly assembled objects. At the same time, the space he designed for workshops, seminars and office workstations in the AtelierHaus will be put into operation.

Amna Elhassan, Tea Lady, oil on canvas, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, oil on canvas, 100 x 100 cm

Art and war

"Every artist is a human being". This statement by Martin Kippenberger, which is as true as it is existentialist (in an ironic rephrasing of the well-known Beuys quote), gets to the heart of the matter in many ways. On the one hand, it reminds us not to look away, to be (artistically) active and to raise our voices. At the same time, it is an exhortation to help those who are in need. And that is a lot of people at the moment, among them many artists. That is why it is important for art institutions to discuss not only art, but also politics.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; photo: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

From July 8 to 10, 2022, more than 160 Bachelor’s and Master’s graduates of the class of 2021/22 will present their final projects from all majors. Under the title Final Cut, all graduation films will be shown on a big screen in the auditorium of the HFBK Hamburg. At the same time, the exhibition of the Sudanese guest lecturer Amna Elhassan can be seen in the HFBK gallery in the Atelierhaus.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

June is full of art and theory

It has been a long time since there has been so much on offer: a three-day congress on the visuality of the Internet brings together international web designers; the research collective freethought discusses the role of infrastructures; and the symposium marking the farewell of professor Michaela Ott takes up central questions of her research work.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Art Prize 2022

The Finkenwerder Art Prize, initiated in 1999 by the Kulturkreis Finkenwerder e.V., has undergone a realignment: As a new partner, the HFBK Hamburg is expanding the prize to include the aspect of promoting young artists and, starting in 2022, will host the exhibition of the award winners in the HFBK Gallery. This year's Finkenwerder Art Prize will be awarded to the US artist Renée Green. HFBK graduate Frieda Toranzo Jaeger receives the Finkenwerder Art Prize for recent graduates.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; photo: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; photo: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

New studio in the row of houses at Lerchenfeld

New studio in the row of houses at Lerchenfeld, in the background the building of Fritz Schumacher; photo: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

After more than 40 years of intensive effort, a long-cherished dream is becoming reality for the HFBK Hamburg. With the newly opened studio building, the main areas of study Painting/Drawing, Sculpture and Time-Related Media will finally have the urgently needed studio space for Master's students. It simply needs space for their own ideas, for thinking, for art production, exhibitions and as a depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; photo: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; photo: Tim Albrecht

Annual Exhibition 2022 at the HFBK

After last year's digital edition, the 2022 annual exhibition at the HFBK Hamburg will once again take place with an audience. From 11-13 February, students from all departments will present their artistic work in the building at Lerchenfeld, Wartenau 15 and the newly opened Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; photo: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments.

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; photo: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Who speaks? Who paints which motif? Who is shown, who is not? Questions of identity politics play an important role in art and thus also at the HFBK Hamburg. In the current issue, the university's own Lerchenfeld magazine highlights university structures as well as student initiatives that deal with diversity and identity.

photo: Klaus Frahm

photo: Klaus Frahm

Summer Break

The HFBK Hamburg is in the lecture-free period, many students and teachers are on summer vacation, art institutions have summer break. This is a good opportunity to read and see a variety of things:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Since 2010, the HFBK has organised the international exchange programme Art School Alliance. It enables HFBK students to spend a semester abroad at renowned partner universities and, vice versa, invites international art students to the HFBK. At the end of their stay in Hamburg, the students exhibit their work in the Open Studios in Karolinenstraße, which are now open again to the art-interested public.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Unlearning: Wartenau Assemblies

The art education professors Nora Sternfeld and Anja Steidinger initiated the format "Wartenau Assemblies". It oscillates between art, education, research and activism. Complementing this open space for action, there is now a dedicated website that accompanies the discourses, conversations and events.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?