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Künstler*innengespräch "Political Affairs - Language is not Innocent" im Kunstverein Hamburg

1 Geplant war eigentlich ein Gespräch zur Ausstellung "Political Affairs", zu dem die Kuratorinnen Bettina Steinbrügge und Monica Bonvicini einige der teilnehmenden Künstler, darunter Sam Durant und Jakob Kolding, einluden. Stattdessen gab es am Podium nur ein Thema: Die Intervention der klimaaktivistischen Gruppe "Extinction Rebellion". Deren Mitglieder hatten nämlich am Eröffnungsabend die Treppen des Kunstvereins besetzt, den Boden der Ausstellung besprüht sowie die Wände plakatiert um auf ihre Sache aufmerksam zu machen.

2 Einige der Künstler - sowie Bonvicini selbst - gaben sich sichtlich irritiert über diese Aktion, zu welcher die Gruppe von Steinbrügge selbst eingeladen wurde. Haben sich die Aktivist*innen mit ihren Straßenmethoden nicht respektlos verhalten gegenüber den feinfühligen und tiefsinnigen Werken? Traut man hier der Kunst selbst nicht mehr zu, politische Veränderungen einzuleiten? Ein Experiment, verteidigte Steinbrügge ihre Idee: Man müsse sich als Ausstellung zur politischen Sprache unserer Tage doch auch Leute ins Boot holen, die diese Sprache auch sprechen.

3 Dieses Experiment sei wohl nicht aufgegangen, konstatierte man am Plenum: Wie in der realen Politik unserer Zeit hätten diejenigen die Aufmerksamkeit auf sich lenken können, die am lautesten waren. Egal aber wie man nun zur Aktion steht wurde vor allem eines klar: Wirkliche Kommikation zwischen "Kunst" und "Straße" fand offenbar zu keinem Moment statt. Anstatt dass beide Seiten voneinander lernen hätten können, hat man die Chance vertan und an diesem Abend einfach aneinander vorbei agiert. Auch am Plenum hätte man sich durchaus ein Statement von den Aktivist*innen zur Thematik gewünscht. Allerdings waren sie nicht eingeladen. Die Relikte ihrer "Performance", ihre Plakate werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen entfernt.

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