de en

der tresen's Public Feed: Clean-Desk-Policy Gestern im ...

Gestern im Bus mit Freund_innen über den kommenden Abriss des Euler-Hermes-Hochhauses gesprochen. Wir waren uns schnell darüber einig, den Abriss dieses ikonischen Gebäudes in der Mitte von Bahrenfeld zu bedauern. Dieses Bedauern ist wohl auch ein bisschen die Sehnsucht nach urbanen Landmarken und der Renaissance von Klotzästhetiken der Arbeit, die besonders im Milieu der Kulturarbeit gerade wieder aufkommt. Häuser, die manche so auch als Stellvertreter aus Gesellschaftsspielen wie „Hotel“ von MB kannten. Häuser auch, die schon aus der Ferne als Wegweiser dienten. Es ist vielleicht auch ein bisschen die Nostalgie für eine Zeit, in der Menschen in Wohnhäusern oder Wohnungen wohnten und in Gebäuden der Arbeit ihrer Tätigkeit nachgingen (hier fehlen natürlich ganz viele Beschäftigungen, die noch nie in solchen Gebäuden stattgefunden haben). Eine Lebensrealität also, die im Bereich der bildenden Kunst die wenigsten erlebt haben werden. Der Neubau von Euler-Hermes steht schon fast, und an eben diesem Neubau lässt sich die Fransung der Bereiche Arbeit und Leben gut festmachen: ein flaches, robustes Kästchen, schwere und lange Fensterschlitze mit elektrischen Jalousien, gebaut wie ein Parkhaus, mit Säulen und Zwischendecken aus Beton, den Hamburger Arbeiter_innen aber als Geschenk in eine dünne Schicht aus Klinker verpackt. Solche Gebäude stehen überall. Sie sind weder schön noch hässlich, entziehen sich fast einer ästhetischen Bewertung. Die neuen Siedlungskomplexe, Eigentumswohnblöcke für Student_innen, aber auch Einfamilienhäuser, die gerade deutschlandweit errichtet werden, orientieren sich an diesen neuen Standards des Bauens. Auch was die Materialauswahl angeht, gibt es zwischen Stadt und Peripherie immer größere Überschneidungen. Hochdrucklaminierte Kunststoffplatten mit aufgedrucktem Stein- und Holzmuster erleichtern die Mühsal einer Assemblage unterschiedlicher Materialitäten. Man braucht nur noch einen gegossenen Kubus und eine Reihe von Keilleisten, um die Außenhaut einzuhängen. Eine Technik aus der künstlerischen Praxis: Zeitgenössische Häuser, das sind eben auch einfach Stahlbetondisplays, behangen mit den neuesten Werken des Baustoffhandels. Und wie eben auch in der Kunst, sind diese Werke oftmals Referenzen auf historische Vorbilder. In meiner Küche liegt ein Boden aus PVC, bedruckt mit einem Foto von Laminat, welches rohgesägtes Eichenholz imitiert: ein ganzer Stammbaum westlicher Fußbodengeschichte. Arbeits- und Wohnarchitekturen verschmelzen ästhetisch zu einer Erzählung, in der die Grenzen zwischen „zuhause“ und „bei der Arbeit“ verschwimmen. Vielleicht kommt auch daher die ein wenig schizophrene Nostalgie von mir und meinen Kolleg_innen der Kunst. Die alten Gebäude der verhassten Arbeit waren klare hierarchische Pyramiden: oben der Chef, unten die Abteilungen. An ihren Büroplätzen konnte sich der kleine Bruch mit dieser Hierarchie und das Bewusstsein, einer zeitlich und geistig begrenzten Arbeit nachzugehen, durch Dekorationen, persönliche Pflanzen und Bilder von Bezugspersonen manifestieren. Die Erinnerung, dass man hier auch wieder rauskommt. Das neue und flache Gebäude verschleiert die Existenz dieser Hierarchien, und die neue „Clean-Desk-Policy“ verhindert die Raumnahme durch die entbehrlichen Angestellten. Deine Arbeit ist dort, wo dein Laptop ist. Also in der Cafeteria, dem Atrium, dem Zug, zuhause. Klingt wie mein Alltag.

https://rhizome.hfbk.net/p/192678


Art defies Corona: Graduate Show 2020

With a two-month delay, the Graduate Show took place this year on the 19 and 20 September. More than 140 students showed their artistic graduation projects, from painting to sound installation.

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

New articles at rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net is the social network of the HFBK. It opens a digital forum for exchange and discussion in which students, teachers, guest authors, art critics and the interested public provide a wide range of content and perspectives.

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?

Annual Exhibition 2020 at the HFBK

The HFBK’s traditional annual exhibition („Jahresausstellung“) opens in February every year. For three days the students – from first-years to post-graduates – present a broad spectrum of their current work and projects from all the different departments. All classrooms, studios and halls in the building are used. Interested visitors are cordially invited to gain an impression of the art currently being created at the HFBK.