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Kulturattaché Diese Woche schreibe ich die Kolumne im Zug und ich fühle mich ein bisschen erwachsen – zwischen den ganzen Menschen, die ihre geleasten Arbeitslaptops schon lange vor sich stehen haben und Tortendiagramme und Exeltabellen bearbeiten. Wenn die Kaffeeperson kommt, dann kaufe ich mir so einen großen Filterkaffee, wie die anderen hier, Arbeitsmimese. Ich war bei meinen Eltern, habe Ysop im Garten gegessen. Man kann es sich, mit Zucker zerstoßen, auch auf Schnittwunden schmieren, habe ich gelernt. Wie immer musste ich über meine Arbeit berichten und ob ich denn schon was Richtiges gefunden hätte. Ehrlich gesagt habe ich lange nicht mehr gesucht, ich komm ja ganz gut zurecht. Ganz gut zurecht kommen ist allerdings nicht unbedingt der Lebensentwurf, der bei meinen elterlichen Gesprächspartnern für große Zufriedenheit sorgt. Meine Cousine habe ein Kind bekommen, auch das ist mir entgangen – wie schon vorher die Kinder meiner anderen Cousinen und Cousins. In Hildesheim, da wo ich herkomme, ist sogar die Zeitung voll von solchen Meldungen. Irgendeine Cousine* hat ein Kind bekommen, irgendein Paar heiratet am Platz ihres ersten Dates, irgendein Biergarten hat einen neuen Zaun, Boris Becker pocht auf seine diplomatische Immunität als Kulturattaché der Zentralafrikanischen Republik. Wikipedia schreibt: „Es gibt aus der Zeit des Kalten Krieges den Mythos, dass der Titel des Kulturattachés oft als Tarnung für Geheimdienstmitarbeiter, die diplomatische Immunität erhalten sollen, genutzt wird. Dadurch wird „Kulturattaché“ auch oft bewusst als Euphemismus für einen Geheimdienstmitarbeiter verwendet.“ Es ist schon lustig, dass genau dieser Begriff so verwendet wird: Kulturattaché. Nach dem Motto: Da weiß eh niemand so genau, was die eigentlich machen, also wirds schon passen. Boris Becker als Geheimdienstmitarbeiter der Zentralafrikanischen Republik in Great Britain? Nach den Jahren des Falls, nun eine richtige Anstellung als Staatsbeamter? Meine Eltern wären zufrieden. Der Außenminister* Zentralafrikas weiß von nichts, er habe Becker keine Immunität erteilt. Das kann er natürlich auch gar nicht, denn der Geheimdienst ist ja eine Angelegenheit des Innenministeriums. „Doch doch“, sagen Beckers Anwälte. Er sei ein Diplomat und folglich für nichts zu belangen. Das ist wirklich der beste Trick 17 Versuch seit meiner Kindheit. Ein bisschen so funktioniert Kulturarbeit ja eh. Ich konnte meiner Cousine nicht gratulieren, ich war im Auftrag der Kultur irgendwo in irgendeinem Projekt eingespannt. Keine weiteren Fragen.

https://rhizome.hfbk.net/p/99174


Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Annual Exhibition 2020 at the HFBK

The HFBK’s traditional annual exhibition („Jahresausstellung“) opens in February every year. For three days the students – from first-years to post-graduates – present a broad spectrum of their current work and projects from all the different departments. All classrooms, studios and halls in the building are used. Interested visitors are cordially invited to gain an impression of the art currently being created at the HFBK.

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?