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2020/08/20: press release on the Berenberg and Karl H. Ditze Preis

Heute um 11 Uhr wurden im Rahmen der Graduate Showan der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) gleich drei Preise für die besten Abschlussarbeiten des Studienjahres 2019/20 vergeben. 145 Bachelor- und Master-Absolvent*innen konkurrierten mit ihren künstlerischen Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Bühnenraum, Zeitbezogene Medien, Film, Design sowie Grafik/Typografie/Fotografie um den Karl H. Ditze Preis in Höhe von 5.000 Euro, das Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses in Höhe von 15.000 Euro sowie den Berenberg-Filmpreis der HFBK Hamburg in Höhe von 5.000 Euro.

Prämiert worden sind:

Leyla Yenirce (Prof. Simon Denny) erhielt den Karl H. Ditze Preis für ihre Vier-Kanal-Videoinstallation Somewhere Else

Inhalt der Videoinstallation Somewhere Else (21:30 min) von Leyla Yenirce ist der Märtyrertod kurdischer Frauen im Freiheitskampf, seine mediale Rezeption und umkämpfte Bewertung. Die Jury begeisterte die engagierte und souveräne Praxis von Leyla Yenirce, die sich diesem aktuellen, sehr relevanten, dabei aber auch sehr schwierigen und komplexen Thema widmet. Zu sehen ist eine bemerkenswerte zeitgenössische Ästhetik, die mit vielfältigen digitalen, filmischen und inszenatorischen Techniken arbeitet und diese mit einer profunden Recherche und einer großen Vorsicht im Umgang mit historischen Ereignissen und erzählerischen Stereotypen kombiniert. Hinzu kommt ein klares Bewusstsein für die Rolle der eigenen Sprecherinnenposition inmitten eines verzwickten Kontextes bis hin zur Frage, welche Differenz das Werk gegenüber seiner Verbreitung in den sozialen Medien einziehen könnte, um einer einseitigen Verkürzung oder Entkomplexifizierung zu entgehen. Absolut überzeugend, so die einhellige Einschätzung der Jury.

Jurymitglieder zur Vergabe des Karl H. Ditze Preises waren in diesem Jahr die Künstlerin und HFBK-Absolventin Cordula Ditz, die Journalistin Julia Grosse und der Galerist und Kurator Alexander Koch.


Paul Kolling (Prof. Simon Denny) wurde mit dem Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses für die Filminstallation Break of Gauge ausgezeichnet

In seinem Master-Studium hat sich Paul Kolling intensiv mit der von China ausgehenden Belt and Road-Initiative befasst, durch die ein interkontinentales Handelsnetz zwischen Zhengzhou und Hamburg aufgebaut wird. Analog zu dieser neuen Seidenstraße zwischen China und Europa durchschneidet in seiner Installation Break of Gauge ein Filmband den Raum wie ein langer Gürtel. Projiziert durch alte Vermessungsgeräte folgt die sehr langsam sich bewegende Luftaufnahme hunderte Kilometer der schnurgeraden Bahnstrecke. Komponiert aus Milliarden Streifen Geodaten zeigt diese detaillierte Reise längs einer Infrastrukturmaßnahme die rücksichtslose Gestaltkraft menschlichen Zweckdenkens in geradezu meditativen Bildern. Die Jury war begeistert von der absolut überzeugend klaren Form, in der das wichtigste Thema der Gegenwart behandelt wird: der Fluch des Wirtschaftsglaubens an Wachstum und Konsum. Die von Paul Kolling vor Augen geführte Warentrasse wirkt mächtig in ihrer Bildschönheit wie in ihrer ökologischen Drohung: Für die Jury ist Break of Gauge ein absolut reifes und überzeugendes Projekt zeitgenössischer Kunst mit politischer Intention, das Öffentlichkeit verdient.

Der externen Jury gehörten die Direktorin des Kunstvereins Braunschweig Dr. Jule Hillgärtner, der Autor, Dramaturg und Musiker Till Briegleb sowie der Künstler und HFBK-Absolvent Peter Steckroth an.


Der Film Kumru von Ferdi Ortaeri (Prof. Robert Bramkamp) wurde mit dem Berenberg-Filmpreis der HFBK Hamburg prämiert.

Kumru (D/TR 2020, 43 min) ist ein Spielfilm, der mit leichten Wirklichkeitsverschiebungen einen ganz eigenen magischen Realismus etabliert, wie die Jury mit Nachdruck feststellt. Ferdi Ortaeri erzählt in dokumentarisch-naturalistischen Bildern mit »realen« Menschen die Geschichte eines Jungen, der in einem türkischen Bergdorf lebt, in dem über Distanz mit einer Pfeifsprache kommuniziert wird. Nur: der Junge beherrscht diese Sprache nicht. Er streift einsam durch den Wald und kümmert sich um ein krankes tierisches Wesen, das er in einer kleinen Hütte besucht. Zuschauende werden auf kluge wie wunderbare Weise in eine Welt entführt, in der sich das Kino und die Wirklichkeit berühren: ein Dorf in den Bergen, Menschen abseits des urbanen Trubels, die dort hingehören. In diese reale Einöde implantiert Ortaeri seine fantastisch angehauchte Geschichte um jenen Jungen, dem die Sprache fehlt, und findet einen ganz und gar eigenen Modus für sein hochaktuelles Thema, die Geschichte einer Migration. Ein Film über die Bedeutung der Sprache mit einer ganz eigenen Sprache, zugleich eine Ode an das Kino als Möglichkeitsraum, der die Jury restlos begeisterte.

Die Regisseurin und Produzentin Irene von Alberti, der Filmkritiker Jens Balkenborg und die Leiterin der Sektion Perspektive Deutsches Kino der Berlinale Linda Söffker brachten in diesem Jahr ihre Expertise ein, um unter den 25 Abschlussfilmen, die mit Mitteln der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein realisiert wurden, den preiswürdigsten für den Berenberg-Filmpreis der HFBK zu bestimmen.


Die Ausstellung mit allen Filmen und künstlerischen Abschlussarbeiten ist heute noch bis 20 Uhr für das Publikum geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für den sicheren Ausstellungsbesuch ist eine Registrierung am Eingang sowie das Tragen einer Maske notwendig.

Ausstellung | heute noch bis 20 Uhr | Eintritt frei

Führungen | (dt) 14, 16 und 18 Uhr | (engl) 16 Uhr

Führungen für Schulkinder ab 6 Jahren | 16 Uhr

Puppentheater für Kinder mit Eltern | 14 und 17 Uhr, Raum 153

Ort | HFBK Hochschule für bildende Künste | Lerchenfeld 2 | Finkenau 42 | Wartenau 15

Graphic design: Sam Kim, picture in the background: Sofia Mascate, photo: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

From September 24 to 26, the more than 150 Bachelor's and Master's graduates of the class of 2020/21 will present their final projects as part of the Graduate Show at the HFBK Hamburg. We look forward to an audience and stimulating conversations about art.

photo: Klaus Frahm

Summer Break

The HFBK Hamburg is in the lecture-free period, many students and teachers are on summer vacation, art institutions have summer break. This is a good opportunity to read and see a variety of things:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; photo: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Since 2010, the HFBK has organised the international exchange programme Art School Alliance. It enables HFBK students to spend a semester abroad at renowned partner universities and, vice versa, invites international art students to the HFBK. At the end of their stay in Hamburg, the students exhibit their work in the Open Studios in Karolinenstraße, which are now open again to the art-interested public.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Unlearning: Wartenau Assemblies

The art education professors Nora Sternfeld and Anja Steidinger initiated the format "Wartenau Assemblies". It oscillates between art, education, research and activism. Complementing this open space for action, there is now a dedicated website that accompanies the discourses, conversations and events.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; photo: Maximilian Schwarzmann

School of No Consequences

Everyone is talking about consequences: The consequences of climate change, the Corona pandemic or digitalization. Friedrich von Borries (professor of design theory), on the other hand, is dedicated to consequence-free design. In “School of No Consequences. Exercises for a New Life” at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, he links collection objects with a "self-learning room" set up especially for the exhibition in such a way that a new perspective on "sustainability" emerges and supposedly universally valid ideas of a "proper life" are questioned.

Annual Exhibition 2021 at the HFBK

Annual exhibition a bit different: From February 12- 14, 2021 students at the Hamburg University of Fine Arts, together with their professors, had developed a variety of presentations on different communication channels. The formats ranged from streamed live performances to video programs, radio broadcasts, a telephone hotline, online conferences, and a web store for editions. In addition, isolated interventions could be discovered in the outdoor space of the HFBK and in the city.

Public Information Day 2021

How do I become an art student? How does the application process work? Can I also study to become a teacher at the HFBK? These and other questions about studying art were answered by professors, students and staff at the HFBK during the Public Information Day on February 13, 2021. In addition, there will be an appointment specifically for English-speaking prospective students on February 23 at 2 pm.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

On the evening of November 4, the HFBK celebrated the opening of the academic year 2020/21 as well as the awarding of the Hiscox Art Prize in a livestream - offline with enough distance and yet together online.

Exhibition Transparencies with works by Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Organized by Prof. Verena Issel and Fabian Hesse; photo: Screenshot

Teaching Art Online at the HFBK

How the university brings together its artistic interdisciplinary study structure with digital formats and their possibilities.

Alltagsrealität oder Klischee?; photo: Tim Albrecht

HFBK Graduate Survey

Studying art - and what comes next? The clichéd images stand their ground: Those who have studied art either become taxi drivers, work in a bar or marry rich. But only very few people could really live from art – especially in times of global crises. The HFBK Hamburg wanted to know more about this and commissioned the Faculty of Economics and Social Sciences at the University of Hamburg to conduct a broad-based survey of its graduates from the last 15 years.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; photo: MKG Hamburg

How political is Social Design?

Social Design, as its own claim is often formulated, wants to address social grievances and ideally change them. Therefore, it sees itself as critical of society – and at the same time optimizes the existing. So what is the political dimension of Social Design – is it a motor for change or does it contribute to stabilizing and normalizing existing injustices?