2026/03/12: Grimme-Preis 2026 für HFBK-Absolventin
Die HFBK-Absolventin Claudia Tuyết Scheffel (Master of Fine Arts 2024 bei Prof. Omer Fast, Prof. Dr. Astrid Mania) und ihr Filmteam sind für Hass.Hetze.Hoffnung mit dem Grimme-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Der zweiteilige Dokumentarfilm Hass.Hetze.Hoffnung (2 × 45 Min., NEOS Film/Gute Zeit Film für RTLZWEI) beschäftigt sich mit dem Mord an Lǐ Yángjié. Die chinesische Studentin wurde 2016 in Dessau entführt, über Stunden gequält und vergewaltigt und auf grausamste Weise getötet. Im ersten Teil wird der Tathergang rekonstruiert, der Gerichtsprozess und die polizeiliche Ermittlung aufgearbeitet, die wegen zahlreicher Unterlassungen und Vertuschungen rassistische Vorurteile vermuten lassen, sowie die unrühmliche mediale Berichterstattung dokumentiert, die das Opfer teilweise diffamierte. Im Fokus stehen auch die Auswirkungen des Mords auf die asiatisch-deutsche Community und ihr Kampf gegen Stereotype und Fremdenhass. Hier setzt der zweite Teil an und erweitert die Perspektive, indem er sich allgemeiner dem anti-asiatischen Rassismus in Deutschland widmet und durch Interviews mit Betroffenen, Journalist*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Künstler*innen u. a. Einblicke in alltägliche Diskriminierung und die daraus resultierende Wut gibt, woraus auch Kraft für Widerstand und Empowerment gezogen wird.
Der Film entstand aus dem 2021 von RTLZWEI gegründeten „DokuLab“, das sich als Kreativwerkstatt für Dokumentarfilme versteht, die einem jungen Publikum gesellschaftlich relevante Themen nahebringen. Bedauerlicherweise ist das Lab mittlerweile eingestellt worden.
Erstausstrahlung: RTL+, Dienstag, 18. März 2025
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