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„Denken müssen wir. Wir müssen denken!“ Kritische Theorien im Anthropozän
Aula und Extended Library, HFBK Hamburg
„Wie können wir“, fragt Donna Haraway, „in Zeiten der Dringlichkeit ohne maßlose und selbsterfüllende apokalyptische Mythen denken, wenn wir doch mit jeder Faser unseres Daseins mit jenen Mustern verflochten, ja in Komplizenschaft verbunden sind, die aufgegriffen und restrukturiert werden müssen?“ Tatsächlich sind kritische Theorien heute von dem Bewusstsein getragen, dass es angesichts der ökologischen Krisen unserer Zeit eines grundlegenden epistemischen und politischen Wandels bedarf. Dieser Wandel muss mit einer tiefgreifenden Umstellung der (Selbst-)Wahrnehmung des modernen, von der westlichen Tradition geprägten Subjekts einhergehen. Das ist eine Herausforderung, die eine umfassende Anstrengung des Denkens erfordert – eine Anstrengung, die sich nicht zuletzt auch gegen die inneren und äußeren Widerstände zu wenden hätte, diese Herausforderung überhaupt als solche wahrzunehmen. Haraways gegen Verleugnung, Gedankenlosigkeit und Resignation gerichteter Imperativ „Denken müssen wir. Wir müssen denken!“ unterstreicht einerseits die Dringlichkeit und Schwierigkeit dieses Unterfangens, andererseits aber auch die Chance zur Korrektur und Erweiterung, die in ihm liegt. Ein solches Denken umfasst die kritische Auseinandersetzung mit der westlichen Tradition ebenso wie die Öffnung auf Impulse aus nicht-westlichen Zusammenhängen, den Austausch zwischen den akademischen Disziplinen ebenso wie den zwischen den Praxisformen von Theorie, Kunst und politischem Aktivismus. Das Symposium versammelt Beiträge aus den Literatur- und Kulturwissenschaften, der Soziologie und der Philosophie, um verschiedene Dimensionen kritischen Denkens im Anthropozän auszuloten.
Programm
Mittwoch, 12. November, Aula der HFBK Hamburg
18:00 Uhr
- Juliane Rebentisch
Einführung - Abendvortrag
Eva Horn
Luftverbunden. Für eine Aisthesis des Klimas
Donnerstag, 13. November, Extended Library
10:00 Uhr
- Willkommen
10:15–11:15 Uhr
- Katharina Hoppe
Verortungsversagen. Das Anthropozän als Krisenkonglomerat verleugneter Abhängigkeiten
11:15–12:15 Uhr
- Eva von Redecker
Faschistisches Klima. “Höhere Gewalt“ als Ideologie des Anthropozän
12:15–13:30 Uhr
- Mittagspause
13:30–14:30 Uhr
- Christine Hentschel
Jenseits der Schwelle. Postapokalyptische Neuverortungen für die Zusammenbrüche der Zukunft
14:30–15:30 Uhr
- Cornelia Zumbusch
Care for the World? Zur Kritik ökologischer Sorge - Kaffeepause
16:00–17:00 Uhr
- Juliane Rebentisch
Mit Gespenstern leben. Trauer und Melancholie im Anthropozän
17:00–18:00 Uhr
- Eva Horn
Gaia und Geister. Die Wiederverzauberung der Welt im Anthropozän