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Wed, 12.11.25—
Thu, 13.11.25

„Denken müssen wir. Wir müssen denken!“ Kritische Theorien im Anthropozän

Aula und Extended Library, HFBK Hamburg

„Wie können wir“, fragt Donna Haraway, „in Zeiten der Dringlichkeit ohne maßlose und selbsterfüllende apokalyptische Mythen denken, wenn wir doch mit jeder Faser unseres Daseins mit jenen Mustern verflochten, ja in Komplizenschaft verbunden sind, die aufgegriffen und restrukturiert werden müssen?“ Tatsächlich sind kritische Theorien heute von dem Bewusstsein getragen, dass es angesichts der ökologischen Krisen unserer Zeit eines grundlegenden epistemischen und politischen Wandels bedarf. Dieser Wandel muss mit einer tiefgreifenden Umstellung der (Selbst-)Wahrnehmung des modernen, von der westlichen Tradition geprägten Subjekts einhergehen. Das ist eine Herausforderung, die eine umfassende Anstrengung des Denkens erfordert – eine Anstrengung, die sich nicht zuletzt auch gegen die inneren und äußeren Widerstände zu wenden hätte, diese Herausforderung überhaupt als solche wahrzunehmen. Haraways gegen Verleugnung, Gedankenlosigkeit und Resignation gerichteter Imperativ „Denken müssen wir. Wir müssen denken!“ unterstreicht einerseits die Dringlichkeit und Schwierigkeit dieses Unterfangens, andererseits aber auch die Chance zur Korrektur und Erweiterung, die in ihm liegt. Ein solches Denken umfasst die kritische Auseinandersetzung mit der westlichen Tradition ebenso wie die Öffnung auf Impulse aus nicht-westlichen Zusammenhängen, den Austausch zwischen den akademischen Disziplinen ebenso wie den zwischen den Praxisformen von Theorie, Kunst und politischem Aktivismus. Das Symposium versammelt Beiträge aus den Literatur- und Kulturwissenschaften, der Soziologie und der Philosophie, um verschiedene Dimensionen kritischen Denkens im Anthropozän auszuloten.

Programm

Mittwoch, 12.⁠ ⁠November, Aula der HFBK Hamburg

18:00 Uhr

  • Juliane Rebentisch
    Einführung
  • Abendvortrag
    Eva Horn
    Luftverbunden. Für eine Aisthesis des Klimas

Donnerstag, 13.⁠ ⁠November, Extended Library

10:00 Uhr

  • Willkommen

10:1511:15 Uhr

  • Katharina Hoppe
    Verortungsversagen. Das Anthropozän als Krisenkonglomerat verleugneter Abhängigkeiten

11:1512:15 Uhr

  • Eva von Redecker
    Faschistisches Klima. “Höhere Gewalt“ als Ideologie des Anthropozän

12:1513:30 Uhr

  • Mittagspause

13:3014:30 Uhr

  • Christine Hentschel
    Jenseits der Schwelle. Postapokalyptische Neuverortungen für die Zusammenbrüche der Zukunft

14:3015:30 Uhr

  • Cornelia Zumbusch
    Care for the World? Zur Kritik ökologischer Sorge
  • Kaffeepause

16:0017:00 Uhr

  • Juliane Rebentisch
    Mit Gespenstern leben. Trauer und Melancholie im Anthropozän

17:0018:00 Uhr

  • Eva Horn
    Gaia und Geister. Die Wiederverzauberung der Welt im Anthropozän

Hier kann das Programmheft mit Abstracts zu den Vorträgen und Kurzbios der Vortragenden heruntergeladen werden.