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2018/05/07: 3Sat-Förderpreis an Adnan Softic

Der ehemalige Gastprofessor und HFBK-Absolvent Adnan Softić ist für seinen essayistischen Dokumentarfilm "Bigger Than Life" (Deutschland, Mazedonien, Italien, 2018, 31 Min.) bei den 64. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2018 mit dem 3sat-Förderpreis ausgezeichnet worden. Im Mittelpunkt von "Bigger Than Life" steht die Erfindung einer Nationalgeschichte durch Architektur und Stadtplanung. "Skopje 2014" heißt der monumentale Bauplan der mazedonischen Regierung. Die Oberhausener Jury des Deutschen Wettbewerbs begründete ihre Entscheidung für "Bigger Than Life" so:

"Die Musik macht den Ton dieses Films - einen äußerst humorvollen. Gleich der erste Text wird gesungen - kunstvoll, mit Wissen um Pathos und Sinn für Pausen, weshalb es dauert, bis sich der Satz endlich zum Johann-Joachim-Winckelmann-Zitat vervollständigt. Die Musik stiftet auch die spielerische Struktur dieser Vermessung eines kitschigen Stadtumbauprojekts, das Skopje neben Rom und Athen auf die vordersten Plätze in der europäischen Geschichte katapultieren soll. Dagegen wappnet sich der Film mit Ironie und dekliniert gleichzeitig die Monumentalsucht filmisch originell durch: Bauten und Statuen werden von der aufmerksamen Kamera zu verschiedenen Zeiten, aus verschiedenen Winkel, in verschiedenem Lichte angeschaut. Beredte Details stehen fürs Ganze wie die sich streitenden Tauben auf dem Kopf einer Statue vor dem Zimmer einer Betroffenen, weil Stadtbewohnerin."

Mit dem 3sat-Förderpreis wird seit 1999 im Rahmen der Medienpartnerschaft mit dem Festival jedes Jahr ein Film im Deutschen Wettbewerb ausgezeichnet, "der sich durch eine neue Sichtweise auszeichnet". Der Preis umfasst über das Preisgeld von 2500 Euro hinaus das Angebot, den Beitrag zu erwerben und im 3sat-Programm zu präsentieren. Die Jury des Deutschen Wettbewerbs, die über den Preis entscheidet, bestand 2018 aus dem deutschen Filmjournalisten und Autor Matthias Dell, der deutschen Filmwissenschaft-Professorin und Autorin Heike Klippel und der österreichischen Filmkuratorin und Übersetzerin Katja Wiederspahn.

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