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Adina Pintilie: Wie lässt sich Intimität erforschen?

“Loving another human being without losing ourselves, central dilemma of intimacy, is at the core of my search.” (Adina Pintilie)

Künstlerische Forschung als Methode für künstlerisches Schaffen lenkt das Denken und Handeln von Adina Pintilie und prägt ihre Arbeiten. Diesem Denken zu folgen und den Dialog aufzunehmen, ein Produzieren von Prozessen zu wagen, kann ein Risiko darstellen, uns zu verändern. Solch ein Wagnis können die Studierenden nun eingehen und in ihre eigene Praxis einfließen lassen.

In dem Film Touch Me Not aus dem Jahr 2018 zeigt sich Pintilies jahrelange Forschung zum Thema Intimität und Körperlichkeit. Der Weg und der Prozess zu diesem Film sind gleichbedeutender Teil und haben sich in die Umsetzung eingeschrieben. Eine über zwei Jahre ausgewählte Gruppe von Protagonist*innen sucht gemeinsam nach ihrer Intimität und geht über diesen Prozess Identitätsfragen nach. Das Setting im Film ist experimentell steril – es wirkt als Kontrapunkt zur emotionalen Suche und intimen Begegnungen. Die Suche wird stark von Christian (Christian Bayerlein), einem Darsteller mit spinaler Muskelatrophie, beeinflusst. Seine Sicht auf Körper und was sie können, empfinden und wollen, wird durch seine eigene körperliche Präsenz im Film vermittelt. Ein Recht auf Intimität und Sexualität wird nicht nur jede*r zugeschrieben, sondern auch eindringlich in den sexuellen und intimen Bildern deutlich. Sein sexueller, begehrender Körper öffnet den Blick für außerhalb der Norm stehende, begehrenswerte Körper und deren sexuelle Erfahrungen und Praktiken. Zusammen mit anderen Protagonist*innen werden die Zuschauer*innen auf einem Weg entlang von Verklemmung, Barrieren und unerfüllten Wünschen mit Menschen vertraut und intim, die sich dieser Suche verschrieben haben. Der Film wird vor allem von verschiedenen Menschenrechtsaktivist*innen – sei es Transgender-, Sexarbeiter*innen- oder Behindertenrechte-Aktivist*innen – getragen, die uns ihre Perspektive zeigen und Einblick in ihre Erfahrungen mit Intimität gewähren. Das Erforschen der eigenen Intimität über ihre Beteiligung am Forschungsprozess mit den Protagonist*innen ist Teil von Adina Pintilies Anliegen. So schafft sie es auch, den Darsteller*innen einen geschützten Raum zu gewähren, innerhalb dessen sie sich öffnen können. Nur durch den Dialog, den Austausch aller Beteiligten, lässt sich das hierfür notwendige Vertrauen finden. Die entstandenen Bilder sind einfühlsam und nah, sie lassen keine objektivierende Distanzierung zu, ohne dass der*die Zuschauer*in sich selbst aus dem Prozess ausschließt und der Erfahrung entsagt.

Adina Pintilie hat im Prozess des Filmens und allem, was dazugehörte, eine starke Sensibilität für die Dynamiken innerhalb ihrer Gruppe, aber auch in Bezug auf die rezipierende Zuschauer*innenschaft entwickelt. Sie beschreibt in Interviews immer wieder den Dialog, den der Film und die Protagonist*innen mit den Rezipient*innen eingehen (wollen). Dies gelingt in stets individuell geprägter Weise sehr oft, auch wenn die Re-Aktion der Zuschauer*innen sehr unterschiedlich ausfällt: von lautem Missfallen und Verlassen von Kinos bis hin zu einer starken Faszination, die auch über das Screening des Films hinaus anhält und damit einen erneuten Dialog anstoßen kann. „Hate it or love it“ scheint die Reaktion auf den Film zu sein. Zumindest die offengelegte. Denn sicherlich existieren viele Schattierungen in der Sicht auf den Film und die Darsteller*innen. Weil es sich weder um einen Spiel-, noch um einen Dokumentarfilm handelt, sind die Fragen und Gefühle, die der Film auslöst, auf sehr unterschiedlichen Ebenen angelegt: Die Zuschauer*in spalten ihre Wahrnehmung und Neugierde in verschiedene Richtungen auf. Ein wichtiger Aspekt ist dabei zum Beispiel die technische Finesse, mit der der Film gedreht wurde, bei der die Kamera – und Adina Pintilie selbst – über einen Teleprompter zum Teil der Szenen werden. Wie viel sehen wir hier wirklich von der Filmemacherin? Spielt sie ihrerseits eine Rolle oder ist sie Teil des Prozesses, den alle zu durchlaufen scheinen? Hier gibt Pintilie eine klare Antwort, sie ist Teil und auch Trigger für diese emotionale Suche gewesen, auf die sie sich alle gemeinsam eingelassen haben. „It started from the premise – which I’m also mentioning at one point in the film – that when I was 20 I thought I knew everything about intimacy, how relationships work, about eroticism, beauty, body; Today, after years of trials and tribulations, all those ideas, which used to be so clear back then, seem to have lost their definition and grown more complex and unsettlingly contradictory. Our ongoing artistic research was triggered by this self-reflective process. It started with this intention to un-learn everything I’ve been taught about intimacy, – by family, society, education – and to rediscover, with open eyes, how people really relate to each other, how they really live this often so difficult and full of contradictions experience of intimacy.” Eben diese Un-Klarheit, die ihre Suche hinterlässt, eine große Offenheit gegenüber dem Nichtgewussten und Nichtgekannten, treibt die Zuschauer*innen um und lässt sie nicht los. Der Film wirft Fragen über die eigene Wahrnehmung von Intimität auf, von anderen Menschen, von Verboten, die wir uns selber auferlegen, und den Möglichkeiten, die darüber hinausweisen. Dieses Sich-verletzbar-Machen, ein Verlernen von Gewissheiten, nimmt Adina Pintilie als Prämisse mit in ihren künstlerischen Suchprozess mit der Kamera. Sie folgt bestimmten Linien, ohne Angst, vermeintliche Grenzen zu überschreiten. So kommt es auch, dass sie einer Einordnung des Films Touch Me Not in Schubladen wie dokumentarisch oder fiktiv widersteht. Die Arbeit sprengte die Grenzen von Film und Kino, uferte in künstlerische Wahrnehmungsfelder aus. So ist nun als nächster Schritt auf der Suche nach Intimität und Repräsentation die Video-, VR- und Multimedia-Installation You Are Another Me – A Cathedral of the Body entstanden. Derzeit im rumänischen Pavillon auf der 59. Venedig-Biennale zu sehen, zeigt Adina Pintilie hier Filmszenen auf Screens in einem dunklen Raum, der als Installation begehbar ist. Die Inszenierung ihrer künstlerischen Forschung in einem anderen Kontext und in neuer Form macht die immersive Erfahrung der Bilder noch eindringlicher. Der gewünschte Dialog zwischen Publikum und Protagonist*innen wird individualisierter und gleichzeitig gemeinschaftlicher. Dass das Publikum aufgrund der vereinzelten Position als Schauende, als diejenigen, die den Blick haben, den „gaze“ lenkt und sich im Raum dazu bewegt, sich abgrenzen kann. Das Gemeinschaftliche drängt sich aber ebenso auf, ist jede*r doch in einem kunsterschaffenen Raum gemeinsam mit anderen Individuen und muss sich zu ihnen positionieren. Eine Nachempfindung von Intimität vielleicht? Ein gemeinsames individuelles Erlebnis, welches intim wird, auch, weil wir es teilen? Der Titel beschreibt dieses gemeinsam Geteilte – You Are Another Me – A Cathedral of the Body – welches mich an einen Text von Karen Barad denken lässt: „Diffracting Diffraction: Cutting Together-Appart“[1]. Ist hier nicht ein ähnliches Anliegen offenbar, das dem Nichtklaren, dem Uneindeutigen, dem Gemeinsamen in der Spaltung Raum geben möchte? Einer Erfahrung, die es zulässt, eine Vereinzelung zu spüren in tiefer Verbundenheit? Einsam zu sein, in der Umarmung einer nahen Person? Die Arbeiten und der Forschungsprozess von Adina Pintilie lassen diese Gegensätze nicht nur zu, sie spüren diesen nach und erzeugen Bilder für sie. Ein Begehren nach einer offenen Welt wird in den Szenen sichtbar, die schmerzlich die eigene Existenz angehen. In der Offenheit liegt eine Verheißung, die Kontrolle über diese Offenheit jedoch können wir nicht erlangen. Es geht um ein Einlassen, ein Hineinstürzen, ein Umreißen, die Kontrolle hinter sich lassen.

In You Are Another Me – A Cathedral of the Body wird die Besucher*in durch einen geteilten Raum geleitet. Sie kommt vom Dunklen ins Helle, vom Filmscreening ins Filmset. Die Neugierde auf den technischen Aufbau wird gestillt, Teile des Filmsets sind hier im Raum. Der Apparatus der Kamera wird als Videoskulptur nachgebaut offengelegt, die Konstruktion des Teleprompters, der die Anwesenheit Pintilies hinter und vor der Kamera ermöglicht, vorgeführt. Der Kamera wird über eine schräggestellte matte Scheibe Pintilies Gesicht in die Linse projiziert. So wird das hinter und vor der Kamera durchbrochen, die Gefilmten nehmen ihr Gegenüber, ihre Ansprechpartnerin wahr, als Double fungiert sie auch für die Betrachter*innen, die über sie so direkt in den Dialog einsteigen. Diese Sichtbarmachung des Apparatus hat eine demokratisierende und inkludierende Wirkung. Keine Verschleierung der Technik drängt sich zwischen Filmbild und Besucher*in. Die Offenlegung und Begehung der Sets verleibt sich die Besucher*innen einmal mehr ein und macht sie zum Teil des Geschehens.

Autorin: ANna Tautfest. Sie arbeitet als Künstlerin und Autorin in Hamburg und Berlin. Sie bewegt sich an der Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Textproduktion und gibt diesen Hybridformaten im Kunstkontext und in Büchern Raum. Texte und theoretische Auseinandersetzungen prägen sich in Tautfests künstlerische Arbeit ein, die Kunst drückt sich in ihren Texte ab. Diese Denk-Wirk-Kombination gibt sie auch in künstlerisch-wissenschaftlicher Lehre an Studierende weiter. In diesem Kontext erschien 2021 auch die Publikation →Kanon. Tautfest promovierte an der HFBK Hamburg zum Thema der zeitlichen Nicht-Linearität und dem Einfluss spekulativer Narrationen auf die Wahrnehmung von Geschichte.

Dieser Text erschien zuerst im Lerchenfeld Nr. 63.

Fußnote:

[1] Karen Barad: „Diffracting Diffraction: Cutting Together-Appart“, in: Parallax, 2014, Volume 20 (3), S. 168–187.

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

Das Beste kommt zum Schluss

Zum Jahresende finden nochmals zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen mit HFBK-Kontext statt. Einige davon tragen wir hier zusammen. Auch einen kurzen Ausblick auf zwei Vorträge im Rahmen des Professionalisierungsprogramms im Januar finden sich in darunter.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival und Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

Als abschließender Teil des künstlerischen Forschungsprojekts laden das Festival und Symposium vom 24.-27. November 2022 zu Vorführungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen ein, die das Potenzial der bewegten Bilder und des (menschlichen und nicht-menschlichen) Körpers erforschen, unseren gewohnten Kurs umzukehren und die herrschende Ordnung der Dinge zu verändern.

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Herzlich willkommen - und los geht's!

Wir freuen uns, zum Wintersemester 2022/23 viele neue Gesichter an der HFBK Hamburg begrüßen zu können. Einige Informationen und Hintergründe zu unseren neuen Professor*innen und Gastprofessor*innen stellen wir hier zusammen.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?