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Versehrte Landschaften

Zum Sommersemester 2022 hatten Kunststudierende aus der Ukraine die Möglichkeit, sich um ein Gaststudium an der HFBK Hamburg zu bewerben. Es ging bei der kurzfristig eingerichteten Initiative darum, Studierenden mit Projekten und Interessen im Bereich des Studienangebots der Hochschule, die ihr Land kriegsbedingt verlassen mussten, in einem unkomplizierten Aufnahmeverfahren Raum für ihre künstlerische Arbeit und Forschung zu geben und ihr Studium weiterzuführen – und damit auch ein praktisches Zeichen der Solidarität zu setzen. Als eine der ersten Kunsthochschulen in Deutschland hat die HFBK Hamburg seitdem 21 Studentinnen aus der Ukraine aufgenommen, die sich jeden Dienstag zu einem Seminar treffen, das dem Austausch untereinander und dem Ankommen in der Stadt gewidmet ist. Zeitlich wurde es so gelegt, dass keine anderen Lehrveranstaltungen verpasst werden, denn alle studieren in den Fachklassen der Kunst- und Theorieprofessor*innen der jeweiligen Studienschwerpunkte. Dass ausschließlich junge Frauen gekommen sind, verweist auf die archaische Gewalt des Krieges, der keineswegs hinter den Studentinnen liegt: Jede hat Familienangehörige und Partner zurücklassen müssen. Dennoch sind sie voller Pläne, wie sie ihre Studienzeit in Hamburg nutzen wollen. In den ersten zwei Monaten stellten sich jede Woche neu hinzugekommene Studentinnen mit einer Präsentation ihrer Arbeit vor. Ab Juni begannen die Planungen zur gemeinsamen Ausstellung der „ukrainian class“, wie die Teilnehmerinnen das wöchentliche Treffen nennen, im Rahmen der Graduate Show im Juli. Auch im Hinblick auf die Ausstellung stellt sich die Frage, inwieweit es möglich ist, sich künstlerisch mit der Situation in der Ukraine auseinanderzusetzen. Dazu gebe es in der Gruppe unterschiedliche Haltungen, sagt Kathrin Wolf, die das Seminar als Lehrbeauftragte betreut, zusammen mit dem Masterstudenten Wassili Franko, der selbst ukrainische Wurzeln hat. „Einige sagen, sie können sich nur noch mit dem Krieg beschäftigen und auch nur mit Künstler*innen, die Krisen zum Thema machen, weil ihnen alles andere sinnlos vorkommt“, so Wolf, „andere meinen, die Realität sei so schwer zu ertragen, dass sie sie aus ihrer künstlerischen Praxis möglichst heraushalten wollen oder sogar müssen. Eine Filmstudentin hat mir erzählt, dass sie auf einem Festival einen Dokumentarfilm mit Bildern von ukrainischen Landschaften vor dem Krieg gesehen habe und schon darauf habe sie so ungeahnt heftig reagiert, dass sie wusste, dass sie diese Grenze nicht überschreiten sollte“. Davon unabhängig gibt es bei einigen ein großes Interesse, ukrainische Geschichte, Kunstgeschichte und kulturelle Traditionen in die Arbeit einzubeziehen, sagt Wolf. So hatte eine Studentin beispielsweise die Idee, volkskundliche Ornamente in zeitgenössisches Grafikdesign zu integrieren.

Die 21 Gaststudentinnen haben zuvor an verschiedenen Institutionen in der Ukraine in unterschiedlichen Studiengängen und künstlerischen Sparten studiert, viele davon Film oder Grafikdesign und im letzteren Fall häufig im angewandten Bereich. Einige haben einen Abschluss, andere versuchen parallel, ihr Studium online an ihren Heimat-Universitäten zu absolvieren. Bitter ist es, zu erfahren, dass für die meisten von ihnen die Flucht schon seit Beginn der russischen Aggression auf der Krim und im Donbass – also schon seit ihrer Kindheit – zu ihrer Biografie gehört. Lesya Hudz zum Beispiel musste 2014 mit ihrer Familie Luhansk verlassen und nach Kiew ziehen. Dort studierte sie Grafikdesign an der Universität. Mit dem Satz „We have to build our lives from scratch.“, spricht sie etwas aus, das alle denken. Nach ihrem Grafik-Abschluss hat sie ihr Interesse für Kunstgeschichte entdeckt und studiert jetzt im Studienschwerpunkt Theorie und Geschichte bei Prof. Astrid Mania. Kristina Shuster und ihre Schwester Vlada haben in Lviv an der Universität einen Bachelor in Grafikdesign abgeschlossen. Kristina studiert nun Digitale Grafik in der Klasse von Prof. Christoph Knoth und Prof. Konrad Renner, beschäftigt sich in der „ukrainian class“ aber auch mit Malerei. Vlada studiert Zeitbezogene Medien bei Prof. Angela Bulloch. Kateryna Uvarova hat in Charkiw Kommunikationswissenschaften studiert und sich nach dem Bachelor selbstständig gemacht. Sie und ihr Team hatten sich auf die Produktion von Taschen spezialisiert. An der HFBK Hamburg, die sie bereits durch einen Besuch der Graduate Show 2019 kannte, studiert sie nun zum ersten Mal ein künstlerisches Fach: Fotografie in der Grundlagen-Klasse von Prof. Heike Mutter. „Fast zu frei“ sei ihr das Studium an der HFBK am Anfang vorgekommen, sagt die erst 18-jährige Nadiia Mykhailuk. In Kiew hat sie bereits eine Ausbildung als Grafikerin hinter sich, jetzt studiert sie in der Grundlagen-Klasse Malerei/Zeichnen bei Prof. Abel Auer. Am Anfang habe sie nicht malen können, sagt sie. Alle Bilder, die entstanden, hatten mit Krieg zu tun. Sie hat nicht alle aufgehoben. Sie will weiter studieren, träumt aber davon, für ein paar Wochen ihre Familie in Cherson besuchen zu können, Großeltern, den Vater und Stiefvater.

Das Gefühl, selbst in Sicherheit zu sein und etwas Neues zu beginnen, während die Angehörigen in der Ukraine zurückbleiben mussten, belastet alle. „Wir sind noch jung, wir können unser Leben noch von Grund auf ändern, aber viele Mitglieder unserer Familien können das nicht mehr“. Für sie sind es konkrete Erfahrungen, dass ältere Menschen sich weigern, bei Luftalarm den Keller aufzusuchen, oder körperlich nicht mehr dazu in der Lage sind. Ihnen bleibe nur die „zwei-Wände-Regel“, sagt Kristina Shuster, also den Teil der Wohnung aufzusuchen, der möglichst weit weg von der Fensterfront, hinter mindestens zwei Wänden liegt. „I feel guilty that we’re safe“, sagt Nadiia Mykhailuk, die mit ihrer Mutter, drei jüngeren Schwestern, einem Hund und mit Freunden der Familie in zwei Autos über Ungarn nach Deutschland geflohen ist. Die kleine Stadt Chmelnyzkyj in der Westukraine zwischen Lviv und Kiew gelegen, wo ihre Familie wohnt, ist zu einer wichtigen Oase der humanitären Hilfe für den Osten des Landes geworden, erzählen Kristina und Vlada Shuster. Clubs und Bars sind zu Unterkünften geworden und ihre Betreiber*innen kochen für die Geflüchteten und Kämpfer*innen. Tattoo-Künstler*innen stechen gratis Tattoos – als Empowerment. Daria Maiier, Vlada Shuster und viele andere verfolgen die Blogs ukrainischer Künstler*innen, die im Land geblieben sind und versuchen, auf ihre Art den Widerstand zu unterstützen. Ein prominentes Beispiel ist Nikita Kadan, der weltweit ausgestellt hat und jetzt sein Studio in einen ehemaligen sowjetischen Bunker in Kiew verlegt hat, Editionen herausbringt, um mit den Einnahmen Geflüchtete aus dem Westen des Landes zu unterstützen und ein Programm mit Kurzfilmen von ukrainischen Künstler*innen zusammengestellt hat, das in verschiedenen europäischen Städten zu sehen war. Überlegungen, wie sie auch von Deutschland aus mit künstlerischen Mitteln etwas für die Ukraine tun können, fließen in die Planungen zur Abschlussausstellung mit ein. Und die sind in vollem Gange. Auf großen Papierbögen werden Konzepte entworfen, in der Gruppe besprochen, zum Teil wieder verworfen, oder genauer ausgearbeitet. Die Ergebnisse werden dann im Juli zu sehen sein.

Dieser Text von Julia Mummenhoff erschien zuerst im Lerchenfeld Nr. 62.

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

ASA Open Studios im Wintersemester 2021/22; Foto: Marie-Theres Böhmker

Das Beste kommt zum Schluss

Zum Jahresende finden nochmals zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen mit HFBK-Kontext statt. Einige davon tragen wir hier zusammen. Auch einen kurzen Ausblick auf zwei Vorträge im Rahmen des Professionalisierungsprogramms im Januar finden sich in darunter.

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image, Grafik: Leon Lothschütz

Festival und Symposium: Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image

Als abschließender Teil des künstlerischen Forschungsprojekts laden das Festival und Symposium vom 24.-27. November 2022 zu Vorführungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen ein, die das Potenzial der bewegten Bilder und des (menschlichen und nicht-menschlichen) Körpers erforschen, unseren gewohnten Kurs umzukehren und die herrschende Ordnung der Dinge zu verändern.

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Blick in die vollbesetzte Aula zum Semesterstart; Foto: Lukas Engelhardt

Herzlich willkommen - und los geht's!

Wir freuen uns, zum Wintersemester 2022/23 viele neue Gesichter an der HFBK Hamburg begrüßen zu können. Einige Informationen und Hintergründe zu unseren neuen Professor*innen und Gastprofessor*innen stellen wir hier zusammen.

Einzelausstellung von Konstantin Grcic

Vom 29. September bis 23. Oktober 2022 zeigt Konstantin Grcic (Professor für Industriedesign) im ICAT - Institute for Contemporary Art & Transfer der HFBK Hamburg eine raumgreifende Installation aus von ihm gestalteten Objekten und bereits existierenden, neu zusammengestellten Gegenständen. Parallel wird der von ihm konzipierte Raum für Workshops, Seminare und Büro-Arbeitsplätze im AtelierHaus in Betrieb genommen.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?