de en

Die Tresen-Kolumne: Vorsorge

Ich muss für die Bewerbung um ein Stipendium auf einer knappen halben Seite beschreiben, was ich eigentlich in diesem Jahr machen will. Ich weiß schon, was ich in diesem Jahr machen will, allerdings klingt alles, was mich interessiert, wenn ich es niederschreibe, wie der Pitch für eine Masterarbeit. Und außerdem geht es ausschließlich immer um Deutschland. Um die verborgenen Abgründe, die offensichtlichen Abgründe, die langweiligen Abgründe, um Schuld und das Hervorgraben ebendieser. Jedes Interesse atmet, wie N. Norddeutschland generell unterstellt, den schweren Geist protestantischer Arbeit, von Vorsorge, Absicherung, Double-Checks, Zero-Fun. Einmal in der Woche vom Taschengeld ein Eis, unter dem Jahr die Ernte einbringen und dann, an Weihnachten, gemeinsam singen und davor die gute Hose waschen. Ich frage mich, ob die Fotografie nur durch das Schisma der Kirche entstehen konnte und der Entmystifizierung des Alltags ein bildgebendes Mittel zur Verfügung stehen musste, in welchem die Sachen Sachen blieben, also Materie, Weltliches, um nicht im Verdacht zu stehen, Krypto-Reliquien zu werden, wie in der Malerei. Martin Luther hätte sicher Flickr verwendet, in seine Bilder bei Gimp ein Wasserzeichen eingeprägt und sich dann von der jährlichen VG-Bildkunst-Ausschüttung ein neues Objektiv gekauft und ein detailliertes Review dazu auf Testberichte.de geschrieben. Seit ich in der Kunsthalle die Bildrechterecherche für einen Museumsführer machen musste, habe ich ein gestörtes Verhältnis zu geistigem Eigentum. Ich habe mir damals geschworen, allen die Freundschaft zu kündigen, die einen Vertrag mit der VG-Bildkunst eingehen, da sie damit der gesamten Kunstgeschichte und ihrer Abfolge von gegenseitigem Ideenklau ein Ende bereiteten. Nicht dass das Ende der Kunstgeschichte mir Sorgen machen würde, ich fand es nur immer unsolidarisch. Nachdem mir aber gestern A. davon erzählte, dass die VG-Bildkunst ihm immer mal wieder kommentarlos Beträge zwischen 300 und 800 Euro überweist, ohne dass er nur einen Finger dafür krumm gemacht hat, kam ich ein bisschen ins Straucheln. Vielleicht schau ich mir das später mal genauer an. Wegen Vorsorge, Absicherung und so.

https://rhizome.hfbk.net/p/237690


Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Coronabedingt nur online!

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung fand die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten.

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.