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2009/04/30: Hamburger Dokumentarfilmpreis für »Empire St. Pauli«

Die 6. Dokumentarfilmwoche Hamburg zeichnete mit dem erstmals vergebenen Hamburger Dokumentarfilmpreis den Film »Empire St. Pauli – Von Perlenketten und Platzverweisen« von Olaf Sobczak (Diplom 2007) und Irene Bude aus. Der auf Mini-DV gedrehte und von der GWA St. Pauli produzierte Film (D 2009, 90 Min.) zeigt die Auswirkungen der Gentrifizierung auf Hamburgs berühmtesten Stadtteil, der lange Zeit auch der ärmste war.

Der mit 2000 Euro dotierte Preis, gestiftet von der Hamburger Landeszentrale für politische Bildung, wird einem Film verliehen, der Realitäten nicht nur abbildet, sondern sich auseinandersetzt mit Gesellschaft, Theorie und Ästhetik und gleichwohl Stellung bezieht zu politisch relevanten Themen.

Die Jury bildeten Rita Bake, die stellvertretende Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, die Cutterin Brigitte Kirsche (u. a. »Comedian Harmonists« von Eberhard Fechner) und der Filmemacher Peter Sempel (u. a. »Dandy«).

Aus der Begründung der Jury

»Der Film spricht ein aktuelles Thema an, das in vielen Städten – nicht nur in Hamburg – seine Aktualität und Problematik hat. Es geht um die Gentrifizierung, also um einen sozialen Umstrukturierungsprozess eines Stadtteils – in diesem Falle um den Hamburger Stadtteil St. Pauli. [...] Zur Entscheidung für diesen Film führte auch, dass der Film die verschiedenen Facetten der Auseinandersetzung und Blickwinkel aufzeigt und dabei aber niemanden vorführt.

Positiv empfand die Jury auch, dass die hier thematisierten sozialen und politischen Konflikte nicht »nur« dargestellt werden, sondern durch die Interviews werden auch politische und ökonomische Zusammenhänge und Hintergründe angesprochen. Man kann den Film als einen positiv kritischen Film bezeichnen, der nicht in Resignation endet, sondern sich durchgängig lebensbejahend, kraftvoll und intensiv zeigt.«

Filmvorführungstermine unter www.empire-stpauli.de