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2009/10/29: Zlata Vodanovic erhält Cusanus-Preis für besonderes gesellschaftliches Engagement

Aus 50 Bewerbungen das überzeugendste Projekt auszuwählen - das war keine leichte Aufgabe für die Jury der Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk, die erstmals den Cusanus-Preis für besonderes gesellschaftliches Engagement zu vergeben hatte. Ausgezeichnet wurden deshalb auch gleich zwei Projekte, deren Initiatorinnen sich den mit 5000,- Euro dotierten Preis teilen: Der »Kleine Leseratten Klub« der HFBK Studentin Zlata Vodanovic und ein Projekt zur interkulturellen Verständigung der in Indien lebenden Ethnologin Dr. Hilde K. Link.

Der »Kleine Leseratten Klub«, den Zlata Vodanovic 2008 in Hamburg gründete, ist ein Bildungs- und Integrationsprojekt mit besonderem Akzent. Ein abwechslungsreiches Programm bietet Leseförderung für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Studierende, die selbst aus Migrantenfamilien stammen, arbeiten hier ehrenamtlich als Vorleser für die 7- bis 18-jährigen, die sich regelmäßig im Jugendund Kulturzentrum Neustadt treffen und auf unterhaltsame und spannende Art mit der deutschen Sprache vertraut werden. Besonders wichtig ist Zlata Vodanovic das anschließende Gespräch über die Geschichten; es fördert die Entwicklung der Sprachfähigkeit ebenso wie die soziale Kompetenz. Lesen als Abenteuer und Entdeckungsreise: Die Kinder und Jugendlichen können eigene Ideen einbringen und mitbestimmen, was gelesen wird. Gerne laden Sie auch junge Autorinnen und Autoren ein, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie sie selbst.

Bisher wurde der Kleine Leseratten Klub von der Robert Bosch Stiftung finanziell unterstützt, doch diese Förderung war befristet bis zum August 2009. Zlata Vodanovic, deren Eltern aus Kroatien stammen, wuchs in Deutschland und in Kroatien auf; sie studiert seit 2005 Freie Kunst bei Silke Grossmann und Ute Jansen an der Hochschule für bildende Künste Hamburgt und ist seit 2008 Stipendiatin in der Künstlerförderung des Cusanuswerks.

Das Cusanuswerk ist das Begabtenförderwerk der katholischen Kirche in Deutschland und vergibt staatliche Fördermittel an besonders begabte katholische Studierende aller Fachrichtungen. Diese Förderung darf kein Selbstzweck sein; sie ist im gesellschaftlichen Interesse zu legitimieren und bringt Verpflichtungen mit sich, die die Stipendiatinnen und Stipendiaten durch vielfältiges Engagement und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in die Tat umsetzen. Mit dem Cusanus-Preis werden nun erstmals konkrete Projekte der studierenden und ehemaligen Cusanerinnen und Cusaner honoriert.