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2010/12/10: Zwei Studierenden-Projekte mit 1. Designpreis der HFBK Hamburg ausgezeichnet

Am 9. Dezember wurde im MKG Hamburg erstmals der Designpreis der HFBK Hamburg vergeben. Die Jury entschied sich, das Preisgeld von 1.000 Euro zu teilen und zwei Projekte auszuzeichnen, an denen insgesamt vier Studierende des Studienschwerpunkts Design beteiligt sind: »Zelt« von Christian Dobbert, Ines Göbel und Robert Korn sowie »Pluralektor« von Martin Malich.

Für den Preis waren elf Design-Projekte nominiert, die im Studienjahr 2009/10 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg entwickelt wurden. Sie alle werden in einer Ausstellung präsentiert, die mit der Preisverleihung eröffnet wurde und noch bis Mitte Januar 2011 im Museum zu sehen ist. Die Auswahl der Nominierten kam aufgrund von Vorschlägen von Prof. Ralf Sommer, Prof. Glen Oliver Löw, Prof. Lutz Pankow und Prof. Dr. Friedrich von Borries zustande. Das Spektrum der präsentierten Arbeiten reicht von Material- und Funktionsforschungen über innovatives Recycling und Prototypen für zukünftige Produkte bis hin zu experimentellen Studien für neue Raumnutzungen.

Die Jury, die die Aufgabe hatte, aus diesen elf herausragenen Positionen einen oder mehrere SiegerInnen zu bestimmen, bestand aus: Ingo Offermanns, Professor für Grafik, HFBK Hamburg, Pia Stadtbäumer, Professorin für Bildhauerei, HFBK Hamburg, Dr. Chup Friemert, Professor für Designgeschichte/-theorie, HFBK Hamburg, Christian Schüten, BFGF Design Studios Hamburg sowie Dr. Friedrich von Borries, Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis als beratendes, nicht stimmberechtigtes Mitglied und Vertreter der vorschlagenden Professoren.

Die Entscheidung für Robert Korn, Ines Göbel und Christian Dobbert und das von ihnen entwickelte aufblasbare Zelt begründete die Jury damit, dass es einen völlig neuen konstruktiven Weg einschlage: »Inspiriert durch das Prinzip geodätischer Kuppeln haben Robert Korn, Ines Göbel und Christian Dobbert für ihr Zelt eine außenliegende pneumatische Tragkonstruktion entworfen, die ermöglicht, das Zelt in kürzester Zeit auf- und abzubauen - denn man muss die Tragkonstruktion nur mit Luft aufpumpen. Diese Zeltkonstruktion eröffnet nicht nur neue Perspektiven für den Freizeitnutzer, sondern auch für den Katastrophenschutz.« Das Zelt, so die Jury, sei ein herausragendes Beispiel, wie an der HFBK in experimenteller Weise Designprodukte entwickelt, konzeptionell, ästhetisch und technisch durchdacht und bis zur Produktionsreife geführt werden.

Martin Malich und sein Projekt »Pluralektor«, ein akkubetriebener Laserprojektor im Hosentaschenformat, mit dem im Stadtraum über große Distanzen hinweg Texte und Animationen auf Flächen aller Art projiziert werden können, beeindruckte die Jury, weil er »nicht nur die Tendenz zur Miniaturisierung von Produkten« repräsentiere, »sondern auch den Entwicklungshorizont einer zunehmenden Dematerialisierung aufzeigt«. Die Jury hob dabei hervor, das Martin Malich mit diesem Projektor für Informationsguerilla im urbanen Raum ein völlig neues Produkt entworfen hat, für das er sowohl die Hard- als auch die Software entwickelte. »Der Pluralektor, so die Jury, ist ein herausragendes Beispiel, wie an der HFBK im Bereich Design der Freiraum einer Kunsthochschule genutzt wird, um gängige Formen der Nutzung zu hinterfragen und in bestehende Kontexte durch Gestaltung zu intervenieren.«

Der Designpreis der HFBK, der jährlich vergeben werden soll, ist eine Anerkennung für junge Designer in Hamburg und soll darauf aufmerksam machen, dass in der Hansestadt auf hohem Niveau neue zukunftsweisende Designprodukte entwickelt werden.

HFBK Designpreis – Ausstellung der Nominierten
bis 16. Januar 2011

Greta Brix, Charlotte Dieckmann, Christian Dobbert / Ines Göbel / Robert Korn, Kathleen Döring / Katja Schneider / Jörg Niemann, Angelina Erhorn, Martin Malich, Projektteam: Charlotte Dieckmann / Nils Ferber / Fynn-Morten Heyer / Alexander Joly / Michael Leßmöllmann / Christina Mertens, Benjamin Ott / Till Richter / Cecilia Rojas y Ramirez / Philipp Lorenz Schott, Julika Welge/ Till Wolfer, Nicolas Schrader, Lourdes Schulz / Esther Stühmer, Lea Kissing / Nuriye Tohermes, Maximilian Weydringer

Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz 1, Hamburg
www.mkg-hamburg.de

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Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

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Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.