de en

2017/04/27: Berenberg-Filmpreis der HFBK für Rosana Cuellar und Willy Hans

Am 26. April 2017 wurde im Metropolis Kino Hamburg der Berenberg-Filmpreis der HFBK 2017 in Höhe von 5.000 Euro zu gleichen Teilen an Rosana Cuellar für »La Llorona« und Willy Hans für »Das satanische Dickicht – ZWEI« vergeben. Bereits zum siebten Mal in Folge fand das Screening der Abschlussfilme von der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) unter dem Titel Final Cut statt. Um den Preis bewarben sich 20 Master- und Bachelor-Filmprojekte des Jahrgangs 2016/17, die mit Unterstützung der Filmförderung Hamburg | Schleswig-Holstein entstanden sind.

Die externe Jury, der Hermine Huntgeburth, Alejandro Bachmann und Peter Zorn angehörten, fand im Nachklang der Filmsichtung das hohe Niveau und die eigenwillige wie überraschende Bildsprache dieses durchweg starken Jahrgangs der HFBK-Abschlussfilme bemerkenswert. Einige der Filme liefen bereits auf renommierten Festivals wie Berlinale und DOK.fest München oder GoShort Nijmegen.

Aus den Jurybegründungen:

Rosana Cuellars Master-Abschlussfilm La Llorona (MEX/D 2017, Spielfilm, 30 min, HD, Farbe) geht einer bekannten südamerikanischen Erzählung im 3D-Format nach und überzeugte die Jury »aufgrund seines opulenten, aber dabei doch konzentriert und versiert inszenierten Bildkosmos«. Insbesondere »Ausstattung, Bildgestaltung, Kostüm, Sounddesign und Kameraarbeit spielen auf beeindruckende Weise zusammen, um eine düstere Legende zum Leben zu erwecken und so Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fiktion nahtlos ineinander fließen zu lassen«, so die Juroren.

»Nah, ohne dabei zudringlich zu werden und mit großer Empathie für die Menschen vor der Kamera« erzählt der Master-Absolvent Willy Hans mit Das satanische Dickicht – ZWEI (D 2015, Spielfilm, 30 min, 16mm, Farbe) von den Konfliktfeldern auf einem integrativen Bauernhof, wie die Jury anerkennend feststellt. Formal eigenwillig inszeniert der Filmemacher um seine Figuren ein »Dickicht aus Beobachtungen, Verletzungen und Zurückweisungen, ohne dieses je vollständig aufzulösen«, so dass ein scheinbar belangloses Gefüge aus alltäglicher Arbeit, Geburtstagsfest und Ausreißerfigur nachhaltig irritierend wirkt. Und zum Glück der Juroren (und der Zuschauer) hält sich Willy Hans nicht an Erzählkonventionen: »Der Knoten bleibt ein Knoten.«

Der Berenberg-Filmpreis wurde zum zweiten Mal in Kooperation mit der HFBK Hamburg vergeben und soll die jungen Filmemacher*innen bei ihren risikoreichen Schritten in die professionelle Zukunft bestärken und den Anstoß für neue Filmprojekte geben. Alle 20 Abschlussfilme, darunter auch die beiden preisgekrönten, waren vom 27. bis zum 28. April 2017 in voller Länge und bei kostenfreiem Eintritt im Metropolis Kino Hamburg zu sehen.

Die Filme:

  • Rosana Cuellar, La Llorona (S-3D Spielfilm, 30 min)
  • Elena Friedrich, Violence is to charge 600 Euros – Public Land I & II (Episodenfilm/dokufiktionales Essay, je 30 min)
  • Josefina Gill, Desde la marea – Was die Gezeiten mit sich bringen (Essayistischer Dokumentarfilm, 30 min)
  • Steffen Goldkamp, L'été espéré (experimenteller Spielfilm, 20 min)
  • Willy Hans, Das satanische Dickicht – ZWEI (Spielfilm, 30 min)
  • Marvin Hesse, Wir Kinder von Gomera (Dokumentarfilm, 70 min)
  • David Huss, Der lachende Mann (Spielfilm, 38 min)
  • Thomas Köhling, Erster Tag Kosmos (experimenteller Spielfilm, 18 min)
  • Viki Kühn, About N. (Experimentalfilm, 78 min)
  • Julia Küllmer, Die Hummeln tanzen nicht (Spielfilm, 27 min)
  • Jelena Marković, Anew (Spielfilm, 16 min)
  • Laura Matt, Nahe Kepler (Science Fiction Spielfilm, 17 min)
  • Luka Papić, Grapevines (Spielfilm / Dokumentarfilm, 19 min)
  • David Reiber Otálora, [Gewitterzustand] (Spielfilm, 19 min)
  • Max Sänger, spineless kingdom (Dokumentarfilm, 30 min)
  • Aline Schmidt, Feel free to die (Essayfilm, 16 min)
  • Nicolaas Schmidt, Final Stage (Dokumentarisch-performative Konzeptnarration, 32 min)
  • Paul Spengemann, About Yesterday, Today and Tomorrow (Experimentalfilm, 8 min)
  • Mate Ugrin, In Between (Spielfilm, 18 min)
  • Tim Ungermann, Kehlkopfschuss (Spielfilm, 95 min)

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?