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10.11.2019, 16:00 Uhr
Der Skandal um die "Hamburger Linie"

  • Ort:

  • Fabrik der Künste, Hamburg

Im Gespräch mit Bazon Brock

Als Friedensreich Hundertwasser am 18. Dezember 1959 um genau 15.11 Uhr im Atelierraum 213 der Hamburger Hochschule für bildende Künste (HFBK) den Pinsel für eine schier endlose, spiralförmige „Hamburger Linie“ ansetzte, war das so etwas wie die Geburtsstunde der Aktionskunst in Europa.

Bazon Brock, damals ein 23jähriger Student für Germanistik, Philosophie und Politik, war neben dem aufstrebenden Malerstar aus Wien und frischgebackenem Gastprofessor der HFBK Motor und Ideengeber der „Hamburger Linie“, die nach 46 Stunden ein jähes Ende fand, weil die ängstliche Leitung der Hochschule einen Skandal befürchtete. Was Politik und Hochschulbürokratie damals nicht ahnten: Das Verbot der Aktion war der eigentliche Skandal.

Hundertwasser verließ nach nur drei Monaten aus Protest gegen die Hamburger Kulturbürokratie wieder die Hansestadt und stieg zu einem international berühmten Maler und Umweltaktivisten auf. Brock wurde später als Professor für Ästhetik und Kommunikation in Wuppertal ein ebenso kluger wie wortgewaltiger Begleiter und Ideengeber der zeitgenössischen Kunst und Gesellschaft. Für Brock und Hundertwasser waren die „Hamburger Linien“ auch so etwas wie Exerzitien gegen die Hamburger Kulturbürokratie und ein erstes Beispiel für die Kraft der Studierenden. Als Form für die „Hamburger Linie“ hatte Hundertwasser, die Spirale als Symbol des Lebens gewählt. Sie sollte über die HFBK hinaus durch viele Stadtteile führen. Hundertwasser, war nicht nur Umwelt – sondern auch ein Friedensaktivist.

Im Rahmen der Ausstellung "Friedensreich Hundertwasser – Der Weltverbesserer", 23.10.-15.12.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Künstlerin: Iris Hamers "Two pink paintings facing each other"; Foto: Tim Albrecht

Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung fand die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?