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3 Notizen zu: SEXED POWER

SEXED POWER, Mom Art Space

1 Als Reaktion auf “antifeministische Auseinandersetzungen im Gängeviertel” (die der Einladungstext leider nicht weiter ausführt) begeht der MOM Art Space den Frauenkampftag am 8. März mit der Gruppenausstellung “SEXED POWER”. Sexualisierte Gewalt, der Frauen trotz scheinbarer Fortschritte nach wie vor ausgesetzt sind, soll hier also mit zahlreichen Positionen thematisiert werden.

2 Der Parcours beginnt mit einer historischen Position: “Semiotics in the Kitchen”, ein Video der ikonischen US-amerikanischen Künstlerin Martha Rosler, in dem sie in der Aufmachung einer Fernsehköchin nach und nach verschiedenste Kochutensilien in die Kamera hält, den Namen des Gegenstandes sagt und anschließend mit jedem Gegenstand eine aggressive Geste in die Luft deutet. Vom Messer über die Käsereibe bis zum Eggbeater: Die mit der Sphäre der Frau assoziierten Waren, üben sich nicht Gewalt und Zwang auf die Hausfrau selbst aus? Und im Gegenzug: Könnten sie nicht potenzielle Waffen sein, zu ihnen umgedeutet werden?

3 Eine Wand weiter holt einen die Collage von Cordula Ditz in die Gegenwart: Neben Bildern von weiblicher Geschichte und Gegenwart zitiert sie potentielle Firmenrichtlinien zum Schutz vor Frauen in der #metoo-Ära: “No more dinners with female colleagues. Don’t sit next to them on flights”. Ein wichtiger Schutzmechanismus in einer Welt, die von männlicher Gewalt regiert wird? Ein graviertes Türschild daneben scheint auf die Konsequenz aus dieser Policy hinzuweisen: “Avoid Women at all Cost”. Werden Frauen damit nicht erst recht zu Pariah gemacht, wenn sie nun auch nicht mehr auf Firmenevents eingeladen werden dürfen, weil sie Männer (als potentielle Täter) schon durch ihre bloße Gegenwart triggern? Ein Satz, der betroffen macht; der allerdings, ganz nach Martha Roslers Umdeutungs-Akt von Sprache, auch eine andere “Sexed Power” in sich tragen kann: Frauen als Gefahr, als wehrhafte Wesen, vor denen man sich in Acht nehmen sollten.

https://rhizome.hfbk.net/p/160109


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?