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Die neue stringfigures-Kolumne: Verhedderung

Weißt du, warum ich Kunst mag? Ich mag, dass man sie angucken kann. Ich mag, dass man kommunizieren kann. Daran, damit, darüber. Man kann anhand einer Arbeit mit einer Person, mit vielen Personen gleichzeitig, mit keiner Person, mit dem Ausstellungsstück, mit der Aufsicht, mit sich selbst oder dem Fenster in Kontakt treten. Man kann beim Kunst machen mit den Objekten und Materialien kommunizieren, wenn man die Dinge alleine lässt kommunizieren sie untereinander oder mit einer anderen Person. Man kann vor der Ausstellung stehen und nicht reingehen, weil man sich doch umentscheidet oder ein gutes Gespräch hat oder sich verliebt oder sich streitet, man kann sich dagegen entscheiden zu einer Vernissage zu gehen, weil man sich schlecht oder großartig fühlt oder man kann sich für die Vernissage entscheiden, weil man sich schlecht oder großartig fühlt. Danach kann man sich besser fühlen oder schlechter, dann kann man mit jemandem darüber reden, dass man sich schlecht gefühlt hat, als man da war, dann fühlt man sich meist besser. Oder vice versa.

Ich mag Kunst, weil sie mir hier einen Kontext bietet, in dem ich vielleicht vermeintlich, vielleicht auch wirklich oder mal so mal so sein kann wie ich will. Ich mag, dass ich schlecht über die Kunst an sich reden darf, ohne dass sie mir böse ist oder darüber, dass die Szene hermetisch und langweilig ist oder dass sie groß und voll und toll und wild ist oder mich darüber freuen, dass ich Freund*innen habe, die ich durch die Kunst kennen gelernt habe. Und ich kann mich freuen, dass ich Freund*innen habe, die nichts mit Kunst am Hut haben und manchmal zu Veranstaltungen mit Kunst kommen oder nicht und die dann einfach ignorieren und ein Bier trinken und skeptisch gucken.

Ich mag, dass die Kunst wie ein Boxsack ist, in den ich hineinschlagen kann und dass sie wie ein Fass ohne Boden ist, in das ich reinreden, denken, schreiben, machen kann und niemand sagt, also nein das passt jetzt nicht mehr rein. Es gibt zwar Leute, die finden Sachen weniger Kunst als ich sie Kunst finde, aber es gibt auch Sachen, die finde ich weniger Kunst, als andere sie Kunst finden. Es gibt ein großes Durcheinander in der Kunst, es gibt Leute, die stecken viel Geld in manche Kunst und dann welche, die versteigern Kunst und verdienen ein normales bis gutes Gehalt, dann gibt es Leute, die deklarieren Kunst für Kunst und haben was zu sagen und sind alt oder jung oder dumm oder eingebildet und dann gibt es Leute, die sagen „Das ist große Kunst“ und fotografieren es und zeigen es anderen. Einige Leute verdienen fast kein Geld und arbeiten klassisch bei Reis und Bier den ganzen Tag und die ganze Nacht mit Material und es kommt Kunst raus, die entweder raus kommt oder nicht oder ganz groß rauskommt, wenn eine Person Glück hat oder stirbt, andere Leute verdienen fast kein Geld und sitzen den ganzen Tag, wie in einem Büro und machen so Kunst, manche malen, manche weinen, manche spielen Flöte, manche sind reich oder nicht.

Den ganzen Text hier lesen:

https://rhizome.hfbk.net/p/278596


Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung findet die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Von 10 - 20 Uhr sind Besucher*innen herzlich eingeladen, sich in der HFBK die zahlreichen Arbeiten anzusehen. Für Ihre Gesundheit an diesem Wochenende sorgt ein extra entwickeltes Corona-Konzept. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.