de en

Die Tresen-Kolumne: Fieldrecordings

In der Bar neulich O. kurz die Hand geschüttelt. Ich hatte meine Jacke geholt und war auf dem Sprung zu gehen. Es war nicht spät, elf vielleicht. „Wir sehen uns auch nur noch, wenn du gerade gehst“, meinte O., während er seine große Hand nach erfolgtem Schüttelvorgang wieder in Richtung des eigenen Oberkörpers zog. Ich fühlte mich ertappt. Seitdem ich nicht mehr selbst am Tresen stehe, hat der Abend irgendwie eine andere Funktion bekommen. Irgendwo in der Behauptung von O. hörte ich einen Vorwurf und den versteckten Apell, wieder öfter und vor allem länger genau hier am Tresen zu sitzen. Ich kam ein bisschen ins Stottern, denn O. und ich hatten überhaupt keine gemeinsame Geschichte, die solch einen Vorwurf hätte rechtfertigen können. „ Ich hab morgen ein Seminar und ich muss das noch vorbereiten“, stotterte ich. Alle lachten, das klang bescheuert, stimmte auch nicht. Ich hatte zwar ein Seminar am nächsten Tag, musste aber nichts mehr vorbereiten sondern hatte einfach nur große Lust nach Hause zu gehen. „Ich muss noch was machen“, hätte ich sagen sollen. Dann denken die anderen sowas wie „einen Film zu Ende schneiden“ oder „Fieldrecordings von der S-Bahn-Strecke aufnehmen“ oder „Songtexte korrigieren“. Ich hab die Welt der kreativen Prozesse irgendwie verloren, keine Einfälle in der Nacht, keine manischen Phasen mehr. Liegt etwas auf dem manifesten oder dem ideellen Schreibtisch, dann wird es irgendwann bearbeitet werden. Die Zeiten dafür sind Montag bis Samstag von 8 bis 18:30 Uhr. Das muss reichen. Am Abend will ich dann dafür einfach kulturfrei haben. Deshalb schleich ich mich aus der Bar, bevor die großen Fragen gestellt werden. Und so zog ich meine Jacke an, berührte O. freundschaftlich am Arm und sagte noch viel bescheuerter: „Vielleicht in den Semesterferien!“.

https://rhizome.hfbk.net/p/216591


Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Coronabedingt nur online!

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung fand die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten.

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.