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Die Tresen-Kolumne: Laubtreff

Laubtreff

Heute ist mir den ganzen Tag nichts eingefallen. Dieses Textdokument ist nun seit 5 Stunden offen und, ich habe es schon ein paar Mal komplett gelöscht und wieder von vorne angefangen. Ich habe mir, um mich der Leere nicht stellen zu müssen, die Haare geschnitten, habe den Schreibtisch aufgeräumt, habe das Bett frisch überzogen, nebenher Pomodori gekocht, eine Dokumentation über den Bau eines karolingischen Klosters angeschaut, die war ziemlich interessant by the way, habe Pfand weggebracht, eine ganze Flasche Zitronensaft getrunken, soll man ja eigentlich gar nicht, und dann angefangen aufzuschreiben, dass das deutsche Wort „Reisen“ früher einmal eine bewaffnete Kriegsfahrt bezeichnete und nicht Urlaub. Urlaub ist auch ein ziemlich tolles Wort. Das schau ich direkt mal nach, gleich wenn ich fertig bin zu erzählen, was ich alles gemacht habe. Mein Gboard im Handy hat mir neulich „Laubtreff“ als Wort vorgeschlagen. Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich schreiben wollte, aber sollte ich mal eine Bar für Igel aufmachen, dann wird sie so heißen: Laubtreff. Nochmal zu Reisen: Es konnte auch Aufbruch, Aufstand, Anker lichten heißen, oder losmachen. Es ist viel zu viel los in letzter Zeit, um über all das zu sprechen. Es gibt auch bei den meisten Sachverhalten Personen, die das besser können. Ob CR7 jetzt ins Gefängnis muss, ob in Österreich jetzt wieder jeden Donnerstag Generalstreik ist, ob in den USA jetzt endlich die Riots losgehen, wie lange die Fledermaus die Rodung des Hambacher Forstes stoppen kann. Ich warte so lange auf wichtige Emails und fülle Formulare für die Hamburger Investmentbank aus. Die wollen noch 3.000 Euro von mir, von damals, als in Hamburg studieren kurz mal Geld gekostet hat. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich muss dann nur nachweisen, dass ich weniger als 30.000 im Jahr verdiene. Das ist leicht und wird aller Voraussicht nach auch leicht bleiben, die nächsten 60, 70 Jahre zumindest. Also bis nächste Woche, dann wieder mit richtigen Informationen zur Lage der Welt.

https://rhizome.hfbk.net/p/128255


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?