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Auf rhizome.hfbk.net: Die neue Tresen-Kolumne

Team Altersarmut

Mein Lebensentwurf ist das Standardmodell Kulturarbeit Variante IIB. Ich habe drei prekäre Jobs. Zusammen bringen sie mir genug Geld, um ok davon zu leben. Manchmal fühlt sich das gut an. Ich kann einmal im Jahr für drei bis sieben Tage in eine europäische Metropole fahren und dort in einem günstigen Hotel Urlaub machen. Manchmal, wenn eine Galerie, eine Hochschule oder eine andere Institution mich oder uns oder meine Zusammenhänge einlädt, ist die Zugfahrt umsonst. Dann räumt man mir dort ein Sofa leer, auf dem ich schlafen kann und spendiert mir eine Suppe. Ich kann dann oft eine Rechnung schreiben. Es gibt dann so was wie 250 Euro. Wenn ich Steuern zahlen müsste, dann gäbe es trotzdem nur 250 Euro. Der Rest ist dann mein Verlust. Wenn ich nicht arbeite, dann gibt es auch kein Geld. Das heißt zum Beispiel, wenn ich mir ein Bein breche oder ich ein Kind bekomme oder so was, dann gibt es kein Geld und somit keine Miete und somit nichts zu essen und auch keine Jacke zum Anziehen und schon gar nicht mehr wegfahren und so.

Deshalb breche ich mir kein Bein und Kinder will ich eh nicht. Passt also. Ich hab zwar ok viel Geld, aber eine Wohnung mieten kann ich mir trotzdem nicht allein. Dass ich überall ein bisschen was bekomme, das ist halt für die Hausverwaltung sehr unbefriedigend. Wenn ich eine Wohnung mieten will, brauche ich eine Bürgschaft von meiner Schwester zum Beispiel, die ist Lehrerin. Manchmal wache ich auf mit Bauchschmerzen und dem Wissen, dass es schon ziemlich unwahrscheinlich ist, dass es so glatt weitergeht. Wenn eines Tages die Wohnung gekündigt wird oder ich nichts mehr finde, dann stecke ich wirklich knietief in der Scheiße. Wenn ich alt werde und nicht mehr so lange und oft nachts wach sein kann, um verfügbar und flexibel zu arbeiten, dann stecke ich wirklich knietief in der Scheiße. Und das wird sich auch nicht ändern: Ich werde arm sein, wenn ich alt bin! Die Rockstarerzählung, dass es schon irgendwann besser werden wird, wenn man sich nur lange genug für Fun und Fame die Finger wundkuratiert, ist eine Lüge.

Denn ganz ehrlich , wer will schon die richtigen Stellen haben im Museum, im Kunstverein. Da arbeiten Menschen zwar für Rente und Urlaub, dafür aber oft 70, 80 Stunden die Woche und mehr, weinen, wenn sie nach Hause kommen und arbeiten am Strand ihre E-Mails ab. Das ist doch wirklich bescheuert. Die sinnvollste Lebenspraxis dazu formulierte am vergangenen Samstag Alix Faßmann bei ihrem Vortrag im Kunstverein Harburger Bahnhof: „Niemals Vollzeit arbeiten und immer ganzviel schummeln!“
27.03.18

https://rhizome.hfbk.net/p/74633


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Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

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