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Die Tresen-Kolumne: Zwanzig Stunden Müll zerstampfen = ein neues Skateboard

Zwanzig Stunden Müll zerstampfen = ein neues Skateboard

Neulich habe ich zum ersten Mal in meinem Leben von Kunst geträumt. Ich war auf der Straße unterwegs zu einem mir unbekannten Ort, als ein Bote kam und mir außer Atem einen versiegelten Brief überreichte. Es war eine Absage für die Förderung einer Künstler_innenpublikation, auf die ich mich, auch im wachen Leben, beworben hatte. Ich gab dem Boten ein Trinkgeld und kehrte wortlos um, ging die Treppen hoch zu meiner Wohnung, fuhr den Computer hoch und löschte alle Bilder, Filme, Texte, die ich jemals produziert hatte. „Dann nicht“. Anscheinend gibt es da eine Angst, die sich so in der Nacht Bahn bricht. Interessiert mich die Anerkennung meiner Peers aus dem Feld der kulturellen Arbeit? „Nein, aber ...“ ist wahrscheinlich die heimliche Antwort. „Nein, aber: ja, schon“. Und dann sauer aufwachen, weil man nicht mal mehr der eigenen Coolness vertrauen kann. Von der Bar träume ich ja oft, aber da weiß ich auch, dass mich diese Arbeit oft verunsichert. Zum Beispiel vorgestern, als mein Tresen von Helikoptern angegriffen wurde. Nach einer stundenlangen Schleichflucht durch die Straßen von St. Petersburg, endlich angekommen in meinem dunklen Apartment, klopfte es an der Tür. Mein St. Petersburger Nachbar, eine wilde Melange aus allen Stammgästen, steckte seinen Kopf durch den Türspalt, das Gesicht von M., die Haare und die enge Lederjacke von P., die lederne Motorradhaube wahrscheinlich eher von Harrison Ford. Er zeigte auf den vielstöckigen Nachbarwohnblock: „Heute ist es so weit, der Ausbruch startet.“ Und tatsächlich, auf der rechten Seite des Gebäudes hatten die Nachbar_innen ihre Fenster offengelassen, und in der aschgrauen Nacht wehten die weißen Gardinen Stock für Stock aus den schwarzen Wohneinheiten. Aus der Ferne konnte ich sehen, wie sich vom Dach mehrere Personen abseilten, sie sprangen von Gardine zu Gardine, erreichten den Boden und verschwanden im Dunkel. Als ich früher, so mit etwa 15 Jahren, im Gartenbaucenter mit Gummistiefeln im Container für Biomüll stand und für fünf Euro Stunde um Stunde die verfaulten Gartenabfälle mit meinem damals bescheidenen Eigengewicht komprimierte, habe ich nie davon geträumt. Es beschäftigte mich nicht weiter: kein Kopfzerbrechen, keine Angst. Die Rechnung war ja auch leicht: Zwanzig Stunden Müll zerstampfen = ein neues Skateboard.

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Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

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Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.