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Le Monde Problématique: Debattenrundschau vom 25. November

Willkommen zu meiner Debattenrundschau vom 25.11.2019!

Eine kurze, treffende Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Diskussionen um den Autonomiebegriff der Kunst und deren Gegenpole, Moral und Gerechtigkeit, liefert Hanno Rauterberg in einem Beitrag für die Zeit. Er schreibt: „Wir haben es mit einem Teufelskreis zu tun: Je weniger die künstlerischen Qualitäten bei der Auswahl der gesammelten Werke eine Rolle spielen, desto mehr dürfen sich jene zu Protesten und Boykottaufrufen ermutigt fühlen, die ihre sozialen und politischen Ideale widergespiegelt sehen wollen und gerne auch die historische Kunst an den moralischen Maßstäben der Gegenwart messen. Je mehr aber diese demokratisch bestimmten Maßstäbe das Programm der Museen prägen, desto schwerer wird es, für die unbedingte Freiheit der Kunst, auch für ihre Absurditäten und ihre Zumutungen einzutreten.“

Eine Reise in die Vergangenheit der Kunstphilosophie bietet ein Essay von Hans Widmer, welcher in der Neue Züricher Zeitung erschienen ist. Er dreht sich um die Frage, wie Kunst überhaupt definiert werden könne und was eigentlich die Kennzeichen guter Kunst seien. Die Qualität von Kunst basiere nie auf ihrem „Inhalt“, sondern vermittele sich immer durch ihre Form, so der Autor: „Selbst ‚Guernica‘, Picassos Aufschrei gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung durch die Legion Condor, ist nicht des Inhalts wegen Kunst – sonst wäre es jeder Protest gegen Krieg. […] Das Unbewusste des Kunstschaffenden kommuniziert mit dem Unbewussten des Empfängers – am Verstand vorbei. Selbstredend möchte dieser teilhaben, doch was er über ein Kunstwerk sagen kann, ist nicht das, was das Kunstwerk ausmacht.“ Überzeitlichkeit sei ein wesentliches Merkmal guter Kunst, so Wirdmer. „Kunst ist zur Zeit ihrer Entstehung dem allgemeinen Empfinden um mindestens eine Generation voraus und wird in der Regel verkannt […]“, so eine weitere These des Autors. Keine der Debatten der letzten Jahre findet Eingang in Widmers Ausführungen, höchstens dienen sie als diffuse, unausgesprochene Antithesen zu den vom Autor beschworenen Qualitäten guter Kunst. Repräsentationspolitische Fragen scheinen Widmer nicht zu belasten – unter den zahlreichen von ihm genannten Künstlern befindet sich keine einzige Frau. Wer ganz im Diskurs der Gegenwart steckt, findet hier also ein völlig anderes Kunstverständnis, dessen Grundannahmen nahezu unbeeindruckt scheinen von den künstlerischen Entwicklungen der letzten 60 Jahre.

Stefania Bortolami ist erfolgreiche Galeristin in New York. Naomi Rea von news.artnet.com hat sie um ihre Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen auf dem Markt für zeitgenössische Kunst gebeten. Identitätspolitische Themen seinen auf dem Vormarsch, Kunst von Minderheiten und Frauen werde endlich mehr Aufmerksamkeit zu Teil. Außerdem nehme der politischer Aktivismus zu – die Art und Weise, mit der Kunstförderer ihr Geld verdienten oder ihre Vermögen vermehrten, werde immer häufiger kritisiert. Bortolami sieht das nicht nur positiv: „One thing that we have to figure out in the art world, however, is this idea of fighting against board members that we do not agree with in terms of how they make their money […] There’s not enough ‘good money’ in the world to sustain this art world. There just isn’t.“ Ihr wenig überraschender Pragmatismus äußert sich an folgender Stelle des Interviews: „If you go to the National Gallery in London or to the British Museum, you’ll see that most of the art from before the 20th century was made for patrons, and most of the patrons were not good people. As far as I’m concerned, there will always be rich people. And unfortunately, with growing inequality, there will be more and more people who are richer and richer, and the rest of us will be poorer and poorer. We might as well take some of their money and put it into the arts, because otherwise they’ll just golf and buy another boat.“

Die National Gallery in London zeigt gerade eine große Ausstellung des Malers Gauguin – eine heikle Angelegenheit, wurde doch in den vergangenen Jahren immer häufiger auf dessen moralisch fragwürdigen Lebenswandel und den problematischen Exotismus in seinen Werken hingewiesen. Farah Nayeri beschreibt in seinem Artikel für die New York Times, wie die KuratorInnen mit der Herausforderung umgegangen sind. Die Positionen zu Gauguin liegen weit auseinander, wie folgende Zitate beweisen: „He was an arrogant, overrated, patronizing pedophile, to be very blunt“ - so lautet die Einschätzung von Ashley Remer, einem Kurator, welcher 2009 girlmuseum.org gegründet hat, ein Online-Museum, welches sich mit der Repräsentation von jungen Mädchen in der Geschichtsschreibung und in der Kultur beschäftigt. Die Missetaten Gauguins würden sein Werk vollkommen kompromittieren. „Once an artist creates something, it doesn’t belong to the artist anymore: It belongs to the world” behauptet hingegen Vicente Todolí, welcher 2010 in der Tate Modern in London eine große Ausstellung des Malers zeigte.

Dank der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung und die mit ihr einhergehenden Automatisierungsmöglichkeiten steht die Arbeitswelt vor größeren Umwälzungen – Robotik und immer leistungsfähigere Software machen ArbeitnehmerInnen überflüssig, welche einfachere Tätigkeiten in der Produktion und im Dienstleistungssektor ausüben. Die Anforderungen an ArbeitnehmerInnen steigen, gleichzeitig verändern sich die Aufgaben von Führungskräften – weg von Kontrolle und Disziplinierung, hin zu Moderations- und Motivationsaufgaben. Die Arbeitsmodi von KünstlerInnen sind in den vergangenen Jahren immer wieder untersucht worden – nicht nur im Hinblick auf Kreativität als ökonomischer Ressource. Schließlich gelten sie vor allem als intrinsisch motiviert, also nicht von externen Faktoren wie Geld, Status und sozialer Anerkennung getrieben.
Vor diesem Hintergrund ist ein Interview interessant, welches Gabriele Fischer mit dem Führungsexperten Niels Van Quaquebeke für das Wirtschaftsmagazin brand eins geführt hat. Es dreht sich um die Frage, was gerechte Bezahlung heutzutage bedeutet, wie Arbeitsmotivation entsteht, wie sie zerstört wird und wie Führungskräfte darauf Einfluss nehmen können. Fischer formuliert ein wichtiges Problem der neuen Arbeitsorganisationstrukturen folgendermaßen: “Die neue Organisation setzt vor allem auf intrinsische Motivation: viel Freiraum, viele Möglichkeiten, viel Verantwortung. Das wirft neue Fragen auf: Früher wurde Verantwortung bezahlt, jetzt sollen alle verantwortlich sein.“ Auch deren Kehrseite, die Selbstausbeutung, kommt in dem Interview zur Sprache.

Die Medienkünstlerin Joana Moll hat kürzlich ein neues Projekt vorgestellt – „The Hidden Life of an Amazon User" heißt es. Es visualisiert sowohl die erstaunlichen Datenmengen, welche ein einziger Bestellvorgang auf der Internetplattform erzeugt, als auch den Energieverbrauch, welcher auf Seiten des Benutzers anfällt. Die Künstlerin sieht hier ein großes Umwelt- und Gerechtigkeitsproblem. Sonja Peteranderl stellt das Projekt auf Spiegel Online vor und bespricht auch noch eine ältere Arbeit der Künstlerin zum Thema „Handel mit Nutzerprofilen von Flirtplattformen“. Interessant sind auch einige Kommentare unter dem Artikel, welche das Amazon-Projekt sowohl formal als auch inhaltlich kritisieren.

Gerhard Schwarz macht sich in der Neuen Züricher Zeitung Gedanken über den Begriff des Populismus. Er werde vor allem als Kampfbegriff gebraucht, um den politischen Gegner zu diskreditieren – die mit ihm bezeichneten Akteure werden meist den extremen Rändern des politischen Spektrums zugeordnet. Es gebe allerdings ebenfalls einen Populismus der politischen Mitte, so der Autor. Schwarz hebt vor allem den „grünen Populismus“ hervor, welcher viele strukturelle Gemeinsamkeiten mit dem rechten oder linken Populismus teile: „Muss man nicht viele grüne Forderungen als populär, aber unrealistisch und nachteilig taxieren? Werden nicht gegebene Stimmungen ausgenutzt und durch apokalyptische Visionen bestärkt? Wird nicht allenthalben die Krise beschworen? Sind Grüne nicht genauso Angstspezialisten wie jene, die vor dem Islam oder der Zuwanderung warnen? Werden von ihnen nicht die Machteliten, natürlich vor allem (aber nicht nur) die wirtschaftlichen Machteliten, als verantwortungslos angeprangert? Sehen sich nicht viele Grüne im alleinigen Besitz der Wahrheit und werfen anderen Problemblindheit vor? Führt die Moralisierung des Diskurses durch grüne Bewegungen nicht zu einer Polarisierung der Gesellschaft? Werden nicht alle vermeintlichen Umweltsünder über die Massen als Ursache allen Übels stigmatisiert?“

Etwas Off Topic (well, sehr off topic eigentlich), aber wirklich interessant: In einem Artikel für die Süddeutsche Zeitung berichtet Jan Stremmel über das Internetphänomen „Momo“, welches ab August 2018 in immer wieder auf- und abschwellenden Erregungswellen vor allem bei Eltern jüngerer Kinder für Aufregung gesorgt habe. „Momo“ habe das Gesicht einer Skulptur, welche die japanische Künstlerin Keisuke Aisawa gestaltet habe. Angeblich gebe es Videos, in denen die Figur Kinder dazu auffordere sich selbst zu verletzen, anderenfalls werde sie die Angesprochenen nachts töten. Der Autor beschreibt die Dynamik solcher digitalen Phänomene folgendermaßen: „Die Spirale dreht sich dann jedes Mal ähnlich: Lokale Fernsehsender und Boulevardseiten im Netz berichten unbestätigte Gerüchte als Fakten. Eltern warnen daraufhin andere Eltern über Facebook- und Whatsapp-Gruppen. Möglicherweise erfahren die Kinder jetzt schon davon, spätestens aber im nächsten Schritt: wenn Youtuber und andere Influencer die Sache zum Spaß aufgreifen, weil sie Klicks verspricht. So kommen dann, im dritten Schritt, böswillige Scherzkekse auf die Idee, das Ganze in die Tat umzusetzen. Und zum Beispiel tatsächlich Kettenbriefe mit Todesdrohungen zu verschicken oder eine Botschaft von ‚Momo‘ in ein ‚Peppa Wutz‘-Video zu schneiden und hochzuladen.“

Johannes Bendzulla

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?