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unmodern talking über den Vortrag "Über stoffverändernde Arbeit und die Kategorie des Zusammenhangs" der Wissenschaftshistorikerin Anke Te Heesen

SMS to My Heart

In unserem allerersten Text dieses Blogs haben wir über die Auftaktveranstaltung zum Forschungsprojekt „Um 1800. Kunst Ausstellen als wissenschaftliche Praxis“ im Januar dieses Jahres berichtet. Um die dringend notwendige Entzauberung der Moderne ging es da und den begrifflichen Turn vom „Ausstellung machen“ zum „kuratieren“ und wir fragten uns, ob das ganze Entzaubern nicht zwangsläufig zu einer erneuten Verzauberung führt und auch welche wissenschaftliche Praxis das Forschungsprojekt denn genau in den besprochenen Ausstellungen eingelöst sieht.

10 Monate später fand nun in den Räumlichkeiten der Kunsthalle die wochenendfüllende Tagung des Projekts statt, eröffnet durch den Vortrag „Über stoffverändernde Arbeit und die Kategorie des Zusammenhangs« der Wissenschaftshistorikerin Anke Te Heesen.
In ihrem Vortrag vollzog sie anhand von Ausstellungskatalogen, die sie beim Durchblättern über einen digitalen Overhead-Projektor an die Wand des Werner-Otto-Saals projizierte, eine Geschichte der „sinnlichen Vermittlungs- und Emanzipationsversuche von Ausstellungen“ nach, ihren Vortrag teilte sie dabei in 5 Kapitel.

In 1. sprach sie über das 1.000-Seiten starke Standardwerk „Geschichte und Eigensinn“ von Oskar Negt und Alexander Kluge (1981), die mäandernde Zusammenstellung von Bild, Text, Unter- und Überschriften, die Juxtaposition von Namen und Thesen, die als Bezugspunkts das Netz aufspannen, in dem Negts und Kluges Kategorien des Zusammenhangs zu wirken beginnt. Nicht nur als herausragendes Beispiel für eine Manifestation der Assoziation als Erkenntnismoment, sondern geradezu als epistemologisches Werkzeug versteht Te Heesen das Buch, wenn sie mit dem Vorwort der Autoren den ausdrücklich erwünschten Gebrauch, die Nutzbarkeit durch Leser_innen in den Vordergrund stellt.
2. Nicht weniger kanonisiert: Die Ausstellung „Les Immatériaux" im Centre Pompidou (1985). Von einer sorgfältigen und klugen Betrachtung der Hülle des Ausstellungskatalogs (eine silberschillernde Folie zwischen Warhols Silver Clouds, Weltraumlook und Ramsch-Ästhetik) untersucht Te Heesen die Ausstellung als den Versuch, die postmodernen Bedingungen dreidimensional zu begreifen. Nach den also nur gedachten Räumen zwischen den Seiten und Zeilen von „Geschichte und Eigensinn“ tritt der epistemologische Prozess aus Gegenüber- und Nebeneinanderstellung nun also tatsächlich in den Raum und die Ausstellung als Ort wird zur räumlichen Metapher. Auf den Ausstellungskatalog selbst zurückgeworfen lässt sich den Interpretationen Te Heesen an dieser Stelle nur blind vertrauen – gerade die räumliche Umsetzung der Ausstellung bleibt für uns unsichtbar. Für ein räumliches Abschreiten der Ausstellung empfehlen wir aber diesen Text von 1985: https://www.zeit.de/1985/27/philosophie-fuer-fuesse (Ganz besonders bemerkenswert sind übrigens die Überlegungen des Autor zur schon eingetreten immateriellen Realität seiner Zeit – so kommuniziert er über Telex und benutzt Computer-Terminals, beide Begriffe sind heute schon wieder ganz oder fast aus unserer Sprache und unserem Alltag verschwunden, die damalige Science Fiction ist heutige Nostalgie)
3. Wer darf in keiner Abhandlung zum Ausstellungen machen fehlen? Harald Szeemann. Hier vertreten mit seiner Wander-Ausstellung „Junggeselllenmaschinen“ (1975). Von der immateriellen Postmoderne geht es dabei zurück in die psychoanalytische Erforschung der Moderne, oder besser: der psychischen Zu- und Einrichtung des Menschen, die es ihm erst ermöglichte, die Moderne auszuhalten. Die sinnliche Vermittlung ist hier wieder weniger eine körperlich-raumbegreifende, sondern die irritierende Kontemplation der Bilder unterschiedlichen Ursprungs und Hintergrunds. Szeemann spannt mit wissenschaftlichen Illustrationen, Werbeanzeigen und Kunstwerken das ganze bildliche Arsenal des Zusammenhangs Maschine & Erotik auf und unternimmt dabei, so Te Heesen, das Wagnis auf, eine Erkenntnis in einen Ereigniswert umzusetzen; in der Zusammenführung aller dieser bildschaffenden Praktiken wird so ihre jeweils eigene Obsessivität sicht- und erfahrbar.
4. Von den Maschinen zu den Wundern. „Wunderblock. Eine Geschichte der modernen Seele“ 1989 (nicht unwesentlich: das 50. Todesjahr von Freud) in (eben!) Wien von Cathrin Pichler, Jean Clair und Wolfgang Pircher. Der Blick der Kurator_innen ist hierbei, so Te Heesen, kein betroffener mehr. Der Glaube Szeemanns oder Lyotards, mit Ausstellungen aktivierend auf die Gesellschaft einwirken zu könne, wird abgelöst durch eine historische, vergleichende Perspektive – die Rekapitulation einer Genese der modernen Seele. Historisierung und Ästhetisierung geben dabei Hand in Hand und die Kunst als mögliches Referenzsystem wird nicht bevorzugt, aber bewusst herangezogen. Statt sinnlicher Zusammenhänge wird die Ausstellung hier aber auch wieder in ihrer traditionellen Form genutzt: als Werkzeug der akademischen Auseinandersetzung.
5. Im letzten Abschnitt ihres Vortrags fragt Te Heesen nach der spezifischen Rolle von Ausstellungen in historiographischen Prozessen. In der Ausstellung “Le Musée Sentimental de Cologne” von Daniel Spoerri und Marie-Louise Plessen sieht die Vortragende einen Entwurf assoziativer Geschichtsschreibung, die den ohnehin illusorischen objektiven Standpunkt über Bord wirft und die eigene Subjektivität feiert. Eine Autor_innenausstellung, die eine Geschichte aus Assoziationsfeldern hervorbringt aber auch selbst Teil davon ist. Wie sieht dann ein Autor_innenmuseum aus?

Was also nehmen wir aus dieser Vortrags-Performance in fünf Akten mit? Zunächst: Ein Buchprojektor ist ein super Gadget für Kunsthistoriker_innen, das viel zu selten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus kommen wir der Antwort auf die grundsätzliche Fragestellung des Forschungsprojektes, nämlich inwiefern Ausstellungen als wissenschaftliche Praxis aufzufassen sind, etwas näher. So geht es in den fünf von Te Heesen genannten Beispielen eben um unterschiedlichste Zugänge zu Wissensproduktion, sowohl seitens der Ausstellungsmacher_innen, Kurator_innen und Autor_innen, also auch seitens derjenigen, die die Ausstellungsräume besuchen und die Kataloge (oder besser: Begleitbücher?) durchblättern, lesen und betrachten. Es werden Settings geschaffen, die auf verschiedenste Art und Weise Beziehungsgeflechte aufmachen, die wiederum vielfältige epistemische Potenziale mit sich bringen. Die Art des Wissens variiert, je nachdem wie die Rezipient_innen von der Ausstellung angegangen werden und wie sie wiederum die Ausstellung an- und begehen. Immersion, Assoziation, Irritation (um nur einige der Strategien zu nennen) bringen jeweils unterschiedliche Wissensformen hervor und eben daran arbeiten sich Ausstellungsmacher_innen ab.

Auch, wenn uns das plausibel und interessant erscheint, fragen wir uns, wie sich das zu dem Titel des Forschungsprojektes verhält: „Ausstellen als wissenschaftliche Praxis“ – welche Wissenschaft ist gemeint? Geht es grundsätzlich um Prozesse der Wissensgenerierung oder um eine dezidiert wissenschaftliche Praxis, die sich in einer konservativen Auffassung an den Universitäten und in Büchern abspielt? Oder geht es bei dieser Bezeichnung darum, erst gar nicht zwischen „wissenschaftlichem“ und „nicht-wissenschaftlichem“ Wissen zu unterscheiden? Und wie könnte eine Terminologie aussehen, die diese machvolle Gegenüberstellung aushebelt? Bestimmt werden die Ergebnisse dieser Tagung in einem (wissenschaftlichen!) Sammelband über diese Fragen Aufschluss geben.

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?