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Bilderkämpfe.

Von Bildern, Macht und Gewalt

Eine Kooperation der Hochschule für bildende Künste Hamburg, der Evangelischen Akademie der Nordkirche und der Katholischen Akademie Hamburg

Bilderkämpfe sind wieder an der Tagesordnung: zwischen Politik und Religion, Kunst und Journalismus sorgen sie für (leider auch allzu wörtlichen) Sprengstoff. Das gibt uns Anlass, einmal genauer hinzuschauen und zu fragen: Worum geht es, was hat es mit den Bildern und den Kämpfen um sie auf sich?
»Du sollst Dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgend etwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.« (Ex 20,4)  Am Anfang des Bilderdiskurses im jüdisch-christlichen Kontext steht das Bilderverbot, ursprünglich ein Kultbildverbot. Im Christentum entzündete sich an ihm ein jahrhundertelanger Streit über die Frage der sichtbaren Präsenz und Darstellbarkeit des Göttlichen. Der Islam ist heute für seine strenge Auslegung des Bilderverbots bekannt, doch galt es nicht immer und überall auf die gleiche Weise.

Schon früh wurde die Wirkungsmacht von Bildern erkannt. Woher rührt sie? Was ist überhaupt ein Bild? Welche Theorien und Konzepte von Bildern gibt es? Auch ein historischer Blick kann hier Aufschluss geben: Woran entzündeten sich der byzantinische und der reformatorische Bilderstreit und was lässt sich daran erkennen? Doch bleibt die Fragestellung höchst aktuell: Wie wird die Macht der Bilder für politische und religiöse Interessen benutzt? Wie beeinflussen sie das Unbewusste? Und welche Rolle spielen die Medien für die Bilderkämpfe? Last but not least: wie hält es eigentlich der »ureigene Bereich« der Bilder, die Kunst, mit dem Bild? Welche Verweigerungen, Negationen sind in die Kunst selbst, auch in die Produktion von Bildern, eingewandert?

Diesem breiten Themenspektrum möchten wir zwei Abendveranstaltungen und zwei Symposien widmen:

26. Oktober 2015, 19 Uhr
Bilder/verbot im Islam
Vortrag Prof. Dr. Sylvia Naef, Islamwissenschaftlerin, Genf

11. November 2015, 10–17 Uhr
Symposium:
Bildtheorien und Bilderstreite
10.15  Einführung, Begrüßung
10.30  »Bildtheorie(n)«
Prof. Dr. Wolfram Pichler, Kunsthistoriker, Wien
12.00  Mittagspause
14.15  »Der byzantinische Bilderstreit«
Prof. Dr. Barbara Müller, Kirchenhistorikerin, Hamburg
15.15  »Der reformatorische Bilderstreit: kontrovers-theologische Statements«
Dr. Thomas Lentes, Kirchen- und Medienhistoriker, Münster;
Prof. Dr. Michael Moxter, Dogmatiker, Hamburg

23. November 2015, 19 Uhr
Neueste Ikonographien des Terrors
Vortrag Dr. Asiem El Difraoui, Politik- und Medienwissenschaftler, Berlin
Achtung: Der Vortrag fällt wegen der Ereignisse in Paris aus!

20. Januar 2016, 10–17 Uhr, Aula
Symposium:
Bilder/kämpfe in Kunst, Medien und dem Unbewussten
10.15  Einführung, Begrüßung
10.30  »Bildverweigerungskunst«
Dr. Judith Elisabeth Weiss, Kunsthistorikerin, Berlin
12.00  Mittagspause
14.15  »Zur Medialität des Bildes«
Prof. Dr. Hans-Dieter Bahr, Tübingen
15.15  »Bilder und das Unbewusste«
Prof. Dr. Josef Pazzini, Psychoanalytiker und Erziehungswissenschaftler, Berlin

Programmflyer

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?