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Erinnerungen – 100 Jahre Lerchenfeld

Schreiben Sie uns Ihre Erinnerungen!

Was verbindet Sie mit der Hochschule für bildende Künste am Hamburger Lerchenfeld? Haben Sie dort studiert? Oder dort gelehrt? Haben Sie Ausstellungen besucht, an den Li-La-Le Künstlerfesten teilgenommen?

Wir interessieren uns für alles, was Ihnen in den Sinn kommt – Erlebnisse, Fotos, Gedanken, Beobachtungen …

„Habe vom WS 1959/60 bis SS 1964 an der HfbK Lerchenfeld studiert. Abschlussexamen als Kunsterzieher; bis 2000 Kunsterzieher am Otto-Hahn-Gymnasium, Geesthacht. War eine »riesige« Zeit; Sprung aus der Provinz (bei Osnabrück ) in die aufregende Welt der Kunst, der Großstadt. Super Assistenten, Dozenten, Professoren, u.a. Emil Schumacher, Paolozzi, Walter Arno, Francis Bott (Ecole de Paris), Paul Wunderlich, die Oldies Willem Grimm, Kluth und Gustav Seitz; Bontjes van Beek (Star-Keramiker), Hans Meyer-Veden (Fotografie), Prof. Otto Stelzer (Kunstgeschichte), etc. etc.
Hunderwasser-Intermezzo: Sein »Experiment der unendlichen Linie« wurde abgebrochen, Hundertwassers Lehrauftrag gekündigt – heute kaum nachvollziehbar. Grundklasse ab WS 1959/ 60 bei Wienert; Klasse wurde gleich eingebunden in Vorbereitungen für Li-La-Le Dekorations-Arbeiten!
Li-La-Le: Unvorstellbar! Dekorationen: Wenigstens die Hälfte des WS ging in den Klassen, die beteiligt waren, für Deko-Arbeiten »drauf«. Tausende Besucher (immer mehr, als »erlaubt« waren) - ein Dutzend Spitzenbands! Habe nie wieder auch nur annähernd »Ähnliches« erlebt  (Li-La-Be Bergedorf – bestenfalls ein müder Abklatsch). Konnte mich »hochdienen« zum Li-La-Le-Eingangskontroller – begehrter Spitzenjob dank zusätzlichem »Kartenverkauf«. KommilitonInnen u.a. Rebecca Horn, Gruppe Zebra (Asmus, Nagel, Ullrich), Edgar Augustin, Klaus Kütemeier (leider kürzlich verstorben).
War vor einiger Zeit bei Einweihung von neuer HfbK-Galerie (Ausstellung Wolfgang Oppermann), traf etliche ehemalige StudienkollegInnen - begossen anschliessend Wiedersehen im »Mundsburg-Eck« - und - können wir unseren Augen trauen – da steht doch plötzlich Ex-Mensa-Wirt »Pächter Paul« vor unserem Tisch – aber, nee, war´n Gast, der ihm verdammt ähnlich sah – geht ja auch nicht, ist nahezu 50 Jahre her! Ok, liebe OrganisatorInnen der HfbK-Erinnerungen, macht was draus!“
Otto Neumeister, Rabenkirchen

„Freiheit, Freiheit, Freiheit
Dieser Ort hat mich Denken gelehrt.
Niemand hat es mir beigebracht.
Ich wurde sein gelassen.
Sie war da, die Schule, die keine war.
In sentimentaler Erinnerung“
Thorsten Kellner (Architektur Dipl. 2000)

„Die letzte Erinnerung, die ich mit und in dieser großartigen Architektur habe, geht zurück ins Jahr 2008. Die Aula war noch nicht in dem glanzvollen Zustand, wie ich ihn zur festlichen Einweihung vor ein paar Tagen wahrnehmen durfte. Hier saßen wir – das Filmteam um Michael Venus, die Schauspieler wie z.B. Sandra Hüller, Felix Kramer und weitere bemerkenswerte Kollegen und die Komparserie. Die Aula war für uns Warteraum, Speisesaal und Auf- und Abtrittsort nach den jeweiligen Sequenzen. Der Film »Röntgen« – Michaels Regieabschlussarbeit  – wurde gedreht im würdigen Entrée der HFBK. Ein Kurzspielfilm in historischen Gewändern des 19. Jahrhunderts; an diesem Ort – der sich in den Vorraum der Universität mit Seitentüren ins Laboratorium verwandelte und nun bedeutungsvoll und dunkel die Schattenseiten dieser Entdeckung durch den Menschen Röntgen mitgestaltet. Und ein gutes Jahrzehnt zuvor die Begegnung mit einer besonderen Frau an einer dieser Jahresausstellungen voller Überraschungen: Adrienne, das Eisbärfell und ich! Und nicht zu vergessen einen Berühmt-Berüchtigten: den kreativen badensischen Unruhe-Geist Dirk Meinzer. Aber Erinnerungen auch an andere kleine Begegnungen über die vielen Jahre, die ich als Geschenke für mich ansehe. Danke und einen Wunsch möchte ich anfügen, daß dieses Haus so in Bewegung bleibt, um durch verschiedenste kreative Diskurse dieser Hansestadt auch zukünftig gestaltend auf die Sprünge zu helfen.“
Andreas Th. Franz

„Meine Studienjahre an der Abteilung für Architektur waren von der Aufbruchstimmung der 68er geprägt. Am liebsten hätte man die Welt verändert, zumindest wollte man alles anders machen, was Lehre und Studium betraf, zum Leidwesen der etablierten Professoren, als Chance für die Neuzugänge, z.B. Hinrich Baller mit seinen lebendigen, unkonventionellen Vorlesungen.
Mein Studium habe ich als sehr frei empfunden. Man konnte eigenständig neue Themen aufgreifen, von denen man glaubte, dass sie Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Stadtplanung und Architektur haben könnten. Stichworte wie Stadtsoziologie, Bürgerbeteiligung und Ökologie wurden in den Seminaren der Professoren J.P. Weber, Norbert Schmidt-Relenberg, Bernhard Winking und Peter Zander heftig diskutiert. Überhaupt wurde viel diskutiert, viel geschrieben und wenig gezeichnet. Beschriebenes Papier hing nicht nur überall an den Wänden, sondern bedeckte wie Laub auch Tische und Fussböden. Besonders betroffen war die Mensa, wo wir die Pamphlete und Resolutionen mangels derselben als Servietten benutzten.
Die HfbK hatte die Pforten für Studierende weit geöffnet. Das machte das Studium nicht immer leicht. Die Seminare und Vorlesungen waren z.T. überfüllt. Mangels Arbeitsplätzen in den zugewiesenen Räumen errichteten die Studierenden fantasievolle Buden aus Styropur, Holz und Pappe in den Gängen und Treppenhäusern. Durch dieses urbane Gewirr von Buden musste man sich durcharbeiten, wenn man eine Vorlesung besuchte. A propos Vorlesung, eine war besonders beliebt. Jeweils am Ende eines Semesters hielt der wortgewaltige Prof. H.D. Gropp einen besonderen baugeschichtlichen Vortrag. Er zeigte nicht nur aus seinem reichhaltigen Fundus an Dias baugeschichtliche Details mit eindeutigem erotischen Charakter, sondern stellte auch kostenfrei köstliche Schnittchen und Getränke zur Verfügung. Kein Wunder, dass letztere für einen überfüllten Hörsaal sorgten.“
Lutz Siebertz, 1971–1974

„Immer wieder denke ich gerne zurück, an die tollen Dia Vorträge von Professor Hinrich Baller.“
J. Strumpf, Hamburg

„Von 1970 bis 1975 habe ich an der HfbK studiert. Es war einfach wundervoll, so viel Freiheit zu haben, sich das auswählen zu können, was man machen wollte. Nach zwei Jahren Ausprobieren, kam ich schließlich zu Claus Böhmler, einem Meisterschüler von Joseph Beuys. Claus Böhmler war großartig in seiner Fähigkeit, mich/uns machen zu lassen und das, was dabei herauskam, sehr anregend zu verstärken. Nachdem ich ein Semester davor bei dem Maler Albrecht in der Außenstelle Spaldingstraße eher fremdbestimmt Ofenrohre und Puppen gemalt hatte, verbrachte ich nun die meiste Zeit in der Dunkelkammer, um mit eingeschweißten Flüssigkeiten Mikro- und Makrostrukturen neu zu erfinden. Heute geht das ja alles wesentlich besser mit digitalen Bildbearbeitungsprogrammen. Doch der Grundstein meiner künstlerischen Selbstfindung wurde auf jeden Fall in der Böhmler-Klasse gelegt. Ich bin stolz, eine Studentin der HfbK gewesen zu sein!“
Brigitte Weber

„Ein mal billigst rein getreten in die Arroganz grün-rosa Alternativen um Beuys und Körperoplis, und schon war der Ruf untrennbar mit der 13 verbunden. Gerd übernehmen Sie …“
Bel

„Mein inzwischen verstorbener Mann Angel Medina Merino hat am Lerchenfeld ab 1964 studiert. Er hat wunderbare Plakate für die Stadt Hamburg gemacht.“
S. Mittner de Medina

„Habe ach, Malerei studiert bei Sudeck, Mavignier und Graubner. Aber am nachhaltigsten bis heute: 1. + 2. Semester Farbe und Form bei Fritz Seitz. Vielen Dank!“
Peter Reitberger

„I am alumnus of the Academy (1959–1964) and it was my sincere wish and plan to attend the festivities, alas project and teaching commitment do not permit me to participate. My best wishes for the future of HFBK and that it will remain a stalwart institution for the arts. Sincerely,“
Roland Gebhardt

„Von 1970 -1975 habe ich bei Gotthardt Graubner Malerei studiert. Otto Waalkes war mit mir in der Grundklasse bei Prof. Thiemann und hat uns mit seiner Gitarre unterhalten. Mit Hilka Nordhausen war ich befreundet und habe mit ihr Super-8-Filme gedreht. Auf das Künstlerfest freu ich mich schon.“
Eve Wiemer, Bunsoh

„Ich habe an der HfbK studiert und hatte das Glück, illustre Künstler als Lehrer gehabt zu haben wie Paul Wunderlich, Allen Jones, David Hockney, Joe Tilson. Dabei war Allen Jones für mich der beste Lehrer, er brachte durch insistierendes Hinterfragen das aus mir heraus, was ich wirklich zeigen wollte. Es war eine unglaublich anregende und kreative Zeit, an die ich sehr gern zurückdenke. Manchmal hatte ich die große Klasse von Paul Wunderlich ganz für mich allein, denn Ende der 60iger wurde nicht immer praktisch gearbeitet, dafür viel gedacht. Aus Ermangelung eines eigenen Ateliers blieb ich länger als die Studienzeit erlaubte in der Schule, bis Frau Tichatschek, die damalige Seele und Sekretärin der Schule, mich zur Seite nahm und meinte, jetzt müsste ich auch mal gehen. Hm, da musste ich mich dann abnabeln.“
Regine Rothlach

„… ich mich, ich dich, wir uns, ihr euch, ihr uns, wir euch, uns alle – wird fortgesetzt, hoffentlich“
Horst-Hagen Rath

"der exote bei franz erhard walther: im rahmen seiner ausstellung in der galerie der gegenwart traf ich franz erhard walther. wir saßen bei einen glas wein, als die kuratorin sich kurz mit am tisch niederließ. ich stellte mich und tochter rosa vor. bei der gelegenheit entfuhr franz erhard dieser satz: »der dieter war der exote in meiner klasse. der war der erste student aus der ddr, den ich kennen lernte.«“
Dieter Gerschler, HFBK 1980-1983

„Der Fachbereich Architektur der HfbK hat einen großen Teil meines Lebens parallel zu meiner Tätigkeit als freier Architekt und Stadtplaner mitbestimmt.
Zunächst als Student ab Wintersemester 1961, natürlich mit den denkwürdigen LiLaLe-Festen, später Assistent bei Godber Nissen. 1970 Vertretungsprofessur von Godber Nissen. 1978 Professor für Bauplanung (Entwerfen). Bis 2003 in dieser Funktion mit vielfältigen Aufgaben in der Selbstverwaltung z.B. als Vorsitzender der Prüfungskommission, Vorsitzender der Berufungskommission, Mitglied etlicher Reformkommissionen.
Architekt des neuen Eingangs auf Wunsch von Adrienne Goehler, darüber heftige Auseinandersetzung mit der freien Kunst, mit der ich sonst gute anregende Freundschaften pflegte und pflege. Die Verhinderung der Erweiterung nach dem Weggang von Adrienne Goehler [...] und, als spätere Folge davon, die Ausgliederung der Architekten empfand und empfinde ich nach wie vor als großen Verlust sowohl für die Architekten als auch für die verbliebene HFBK und für die Stadt Hamburg.
Alles Gute zum Jubiläum“
Bernhard Winking

„Ich habe von 1962–1967 an der HfBK studiert, 1967 Staatsexamen (Kunsterzieher). In meinen Klassen waren z.B. Anna Oppermann, Hanne Darboven und andere. An die Grundklasse vom leider zu früh verstorbenen Prof. Wienert, mit dem wir auch privat gefeiert haben, habe ich die positivsten Erinnerungen, aber auch an Prof. Mavignier, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe und der mir meinen eigenen Weg in der Malerei und Objektkunst aufgezeigt hat. An allen LiLaLe-Veranstaltungen war ich als »Barchef« mit großem Vergnügen beteiligt. Insgesamt war das Studium für mich sehr positiv, sodass ich an die HfBK die besten Erinnerungen habe und noch heute als freier Künstler von den damals gesetzten Qualitätsstandards profitiere. Mit Dank für die damalige Zeit,“
Hartmut Seehausen, Bruchhausen-Vilsen

„Ende der 1970er Jahre wurde Harald Naegeli als Sprayer von Zürich bekannt. Als Vorläufer der heutigen Graffiti-Kunst markierte er mit seiner Arbeit eine damals noch neue Schnittstelle von Zerstörung und künstlerischem Ausdruck, für die er sich Anfang der 80er Jahre vor Gericht verantworten musste. Die HFBK lud Naegeli daraufhin als gleichermaßen künstlerische und politische Position zu einem Vortrag in die Aula ein und präsentierte im Aulavorraum schon am Vortag dazu eine Fotoausstellung seiner Arbeiten.
Zu der Zeit lehrte Ulrich Rückriem bei uns Bildhauerei. Rückriem, bekannt für seine monumentalen Stein- und Betonskulpturen, fühlte sich durch die Spraybilder auf Beton nicht nur persönlich provoziert, sondern auch künstlerisch bedroht und versuchte in der Nacht davor die Fotoabbildungen von Naegelis Arbeiten zu zerstören. Dieses Unterfangen konnte von unserem damaliger Präsident Carl Vogel nur mit massivem körperlichem Einsatz halbwegs verhindert werden. Am nächsten Tag erklärte Rückriem in der Aula, dass sein Übergriff auf die Spraybilder äquivalent zu der Zerstörung seiner Skulpturen durch Sprayer seien. Eine Entschuldigung war nicht notwendig, denn beide Positionen hatten ihre Berechtigung. Ich selbst war zu der Zeit hier Studentin.“
Susanne Dudda

„Lernen für's Leben, ein Hauch von Freiheit.“
Liane Kampeter

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?