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(Mit) Pflanzen kartographieren

Das Symposium wirft in fünf Beiträgen aus künstlerischer und künstlerisch-wissenschaftlicher Sicht Fragen nach der Rolle der Botanik und ihrer eurozentristischen Prägung auf. Die Domestizierung des Wildwuchses im übertragenen wie pflanzlichen Sinn in Taxonomien und botanischen Gärten steht zur Debatte (Lange-Berndt, Rönicke). Und Modelle des Agrarischen bzw. Ideen von Landschaft werden in einem ökofeministisch-politischen Denken der Brache und des notwendig Unproduktiven bereits um 1900 gegen Formen der Ausbeutung gesetzt (Lindeborg). Wir werden aus zugleich künstlerischer und menschenrechtsaktivistischer Perspektive etwas über Pflanzen, Saatgut und Territorien als Machtkonstellation erfahren (Durham). Dass Pflanzen derzeit in den Fokus kulturwissenschaftlich-philosophischer Aufmerksamkeit rücken, hat nicht nur mit einer Kritik am Anthropozän – an der vom Menschen »gemachten« Erdgestalt mit weitreichenden Problemen wie dem Klimawandel – zu tun, sondern wesentlich auch mit der zunehmenden Verschaltung von Mensch und Maschine: Fühlen, Subjektivität, Sensitivität und Affektivität sind nicht länger Privilegien des Humanum; längst werden sie in einer Naturkultur geteilt, zu der das Humanimal ebenso zählt wie die digitalen Apparate und eben Pflanzen, Bakterien, Parasiten (Angerer).

Samstag, 15. Juli 2017

11.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Hanne Loreck (Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaft und Gender Studies, HFBK Hamburg) und Jana Seehusen (Künstlerin, Autorin, Promovendin der HFBK Hamburg)

11.30 Uhr
Fallow Field
Sara Lindeborg (Künstlerin, Absolventin der HFBK Hamburg, Malmö)

12.15 Uhr
Intensive Milieus
Marie-Luise Angerer (Professorin für Medientheorie, Universität Potsdam)

13.00 Uhr
Pause

14.15 Uhr
Botanical Drift: Walking Kew Gardens
Petra Lange-Berndt (Professorin für moderne und zeitgenössische Kunst, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg sowie freiberufliche Kuratorin)

15.00 Uhr
The Cloud Document
Pia Rönicke (Künstlerin, Kopenhagen)

16.00 Uhr
Heavy Footsteps
Jimmie Durham (Künstler, Autor und Menschrechtsaktivist, Berlin)

17.00 Uhr – Lerchenfeld 2, Bibliothek
Ausstellung und Buchpräsentation
Die Ausstellung (Mit) Pflanzen kartographieren – Mapping (with) Plants zeigt vielfältige künstlerische Auseinandersetzungen mit Pflanzen. Die Arbeiten widmen sich zwar einem traditionellen Sujet der Kunst, befragen jedoch dessen Repräsentationen in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft kritisch und auf spezifisch ästhetische Weise.

Mit Arbeiten von Anika Bartens, Elena Bösenberg, Birke Gorm, Anna Grath, Nina Kuttler, Anne Linke, Hayato Mizutani, Fion Pellacini, Kervin Saint Pere, Wiebke Schwarzhans und Katharina Swoboda

Publikation
Das Symposium wird begleitet von einer umfangreichen Publikation, die kunst- und medienwissenschaftliche sowie philosophische Essays mit Ergebnissen künstlerisch-wissenschaftlicher Forschung zusammenbringt. Close-readings and -viewings aktualisieren marginalisierte künstlerische Positionen von Künstlerinnen der Zeit um 1900, die sich auch als Botanikerinnen verstanden. Junge Künstler*innen der HFBK Hamburg stellen sich je eigene Fragen nach der Poesie der Pflanze und ihren Nutzaspekten. Zudem trägt der Band zur Revision des Eurozentrismus und der kolonialen Gewalt in und mittels der Botanik als naturwissenschaftlicher Disziplin bei. Dabei gibt der reiche Bestand an Foliobänden und Vorlagenwerken der Bibliothek der HFBK Hamburg ein prachtvolles Back-up für die historische Rolle von Naturstudien für ornamentale Stilisierungen in der Kunst und ihrer Lehre.

Herausgegeben von Hanne Loreck, Andrea Klier und Sara Lindeborg
Mit Beiträgen von Marie-Luise Angerer, Angela Anzi, Anika Bartens, Elena Bösenberg, Birke Gorm, Anna Grath, Donna J. Haraway, Sarah Hablützel, Andrea Klier, Sophie Krambrich, Nina Kuttler, Sara Lindeborg, Anne Linke, Hanne Loreck, Fion Pellacini , Pia Rönicke, Wiebke Schwarzhans, Saskia Senge, Katharina Swoboda, Gesa Troch, Lea von Wintzingerode, Catherine de Zegher
Gestaltung: Julian Mader, Max Prediger
Umfang: 180 Seiten mit zahlreichen s/w und farbigen Abbildungen
Erschienen im Materialverlag, Hamburg
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Idee und Konzept: Hanne Loreck
Organisation: Jana Seehusen

Die Publikation verdankt sich der großzügigen Förderung durch die Hubertus Wald Stiftung.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?