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2019/07/11: Absolventenausstellung an der HFBK Hamburg mit Preisvergabe eröffnet

Heute Abend eröffnete die Absolventenausstellung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit der Vergabe des Karl H. Ditze-Preises für die beste Bachelor-Abschlussarbeit an Noémi Barbaglia und Belia Brückner (dotiert mit je 3.750 Euro). Die Master-Absolventin Nina Kuttler konnte sich über das Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses in Höhe von 15.000 Euro freuen. Die Fachjury traf ihre Auswahl aus 140 Abschlussarbeiten und würdigte mit den Preisen die spezifisch künstlerische Praxis der prämierten Positionen. Noch bis Sonntag sind alle Abschlussarbeiten aus den Studienschwerpunkten Bildhauerei, Bühnenraum, Design, Film, Grafik, Fotografie sowie Malerei und Zeitbezogene Medien in den Gebäuden der HFBK am Lerchenfeld zu sehen.

Zu den prämierten Arbeiten:

Noémi Barbaglia (Bachelor Prof. Andreas Slominski, Bildhauerei) – 1. Karl H. Ditze-Preis für die beste Bachelor-Abschlussarbeit

Die Objektserie „Etui“ in Verbindung mit der Skulptur „C’est chaud, ça brûle“ von Noémi Barbaglia beeindruckt durch die außergewöhnlich feine, konzise Formensprache, die sich einer narrativen Auflösung verwehrt. Robust wirkende Körper sind bei Barbaglia beständig in Auflösung begriffen, zerfasern, fransen aus. Texturen, Flächen und Figuren gehen in präzisen Kompositionen permanent ineinander über und ergeben so ein komplexes Verweissystem, dem sich die Jury nicht entziehen konnte.

Belia Brückner (Bachelor bei Prof. Simon Denny, Zeitbezogene Medien) – 1. Karl H. Ditze-Preis für die beste Bachelor-Abschlussarbeit

Die Installation „Rekonstruktion des aktuellen Buchbestands der Jugendvollzugsanstalt-Hahnöfersand“ von Belia Brückner ist eine kompromisslose wie konsequente Setzung im Raum, die beim Betrachter vielfache Assoziationsketten auslöst. Die Künstlerin thematisiert das deutsche Rechtssystem, indem sie Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe, institutionellem Zwang und Zugang zur Bildung stellt. Dabei gelingt ihr der Transfer der künstlerischen Recherche in den Ausstellungsraum auf äußerst plausible Art und Weise, so das einhellige Votum der Jury.

Nina Kuttler (Master bei Prof. Andreas Slominski, Bildhauerei) – Stipendium zur Förderung des künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchses

Das Nachwuchsstipendium erhält Nina Kuttler für ihre Video- und Soundinstallation „Filled with light and wrapped in cellophane“. Die Arbeit verhandelt mit dokumentarischen und poetischen Mitteln die menschliche Aufzeichnung, Archivierung und Analyse potenziell zukunftsrelevanter Big Data. Dafür hat Nina Kuttler die von der Umweltprobenbank des Bundes in Dessau ermittelten Daten zum Ausgangspunkt eines Videos mit skulpturalem Blickwinkel übernommen und epistemologisch für ihre Textarbeit ausgewertet. Aufgrund der selbstbewussten, durch ihre textuelle Ebene offenen Auseinandersetzung mit diesem gesellschaftlichen wie zukunftsrelevanten Thema war dies aus Sicht der Jury die überzeugendste Arbeit unter den Masterabschlüssen. Die Installation ist währen der gesamten Ausstellungszeit im Gebäude Finkenau 42 zu sehen. Das dazugehörige Hörstück lässt sich per Audioguide vor Ort oder hier nachhören.

Die Jury 2019
Sarah Alberti (Kunsthistorikerin und Journalistin), Nadine Droste (Direktorin Bielefelder Kunstverein), Annika Kahrs (Künstlerin), Clemens Krümmel (Kunsthistoriker, Autor, Kurator), Pauline M’Barek (Künstlerin), Moritz Scheper (Künstlerischer Leiter des Neuen Essener Kunstvereins).

Die Karl H. Ditze Stiftung

Karl H. Ditze (1906–1993), Gesellschafter und langjähriger Geschäftsführer des Unternehmens rotring (Schreib- und Zeichengeräte), hatte die Karl H. Ditze Stiftung 1979 gegründet. Seitdem werden jährlich vier Hamburger Hochschulen sowie karitative Projekte von der Stiftung gefördert. Neben der Unterstützung der Internationalen Mobilität der Studierenden engagiert sich die Stiftung besonders für die Förderung begabter Studierender. Die Verleihung des Karl H. Ditze Preises im Rahmen der Absolventenausstellung der HFBK erfolgte erstmals 1998 und ist nunmehr seit 20 Jahren fester Bestandteil des Eröffnungsabends.

HFBK – Absolventenausstellung 2019

Ausstellung | 12. – 14. Juli 2019 | täglich 14 bis 20 Uhr
Öffentliche Führungen | (dt.) täglich 16 + 18 Uhr | (engl.) 14. Juli, 17 Uhr
Führungen für Schulkinder ab 6 Jahre | 13. + 14. Juli 2018 | 16 Uhr
Ort | HFBK Hochschule für bildende Künste | Lerchenfeld 2 | 22081 Hamburg

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?