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2019/10/09: HISCOX Kunstpreis 2019 an der HFBK Hamburg vergeben

Zwei interaktive Installationen werden mit 7.500 Euro prämiert

Heute Abend wurde zum zwölften Mal der mit 7.500 Euro dotierte Hiscox Kunstpreis im Rahmen der Semestereröffnung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) verliehen. Zwölf junge Künstlerinnen und Künstler präsentieren hierfür Malerei, Objekte, interaktive Skulpturen und Rauminstallationen sowie Videoarbeiten in einer Ausstellung, die noch bis zum 12. Oktober in den Galerieräumen der HFBK Hamburg zu sehen ist.

Über die Preisvergabe befand eine Fachjury, der in diesem Jahr so namhafte Persönlichkeiten wie der Direktor des NAK Neuer Aachener Kunstvereins Maurice Funken, der Direktor des Sprengel Museums Hannover Dr. Reinhard Spieler und die NZZ-Autorin und Dozentin der ETH Zürich Antje Stahl angehörten. Nach einem Präsentationsrundgang, bei der alle künstlerischen Arbeiten begutachtet wurden, einigte sich die Jury auf zwei preiswürdige Positionen: Der 1. Preis mit 5.000 Euro geht an Szerafina Schiesser und der 2. Preis mit 2.500 Euro geht an das Duo Saskia Stoltze/Eva Lillian Wagner.

Zu den Begründungen:

Szerafina Schiesser, die Bildhauerei und Zeitbezogene Medien bei den Professorinnen Pia Stadtbäumer und Michaela Melián studiert, sucht in ihrer Installation mit dem Titel Übersetzungsmaschinen das Wesen der Kommunikation zu ergründen: Die skulpturale Anordnung ihrer Arbeit stellt einen Dialog zwischen vier „übersetzenden Maschinen“ mittels Text, Ton, Takt und Bewegung her, die die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache reflektieren. Dabei sind es gerade die Leerstellen zwischen den Worten und Lauten, in denen die persönlichen Zweifel der Künstlerin an der Vermittelbarkeit von Gefühlen und Erfahrungen einen Ausdruck finden. Diese besondere Verbindung aus Poesie und maschineller Präzision hat die Jury so überzeugt, dass sie die Position mit dem 1. Preis prämiert hat.

Saskia Stoltze und Eva Lillian Wagner, die beide in der Bühnenraum-Klasse von Professor Raimund Bauer studieren, sind der Frage nachgegangen, in welcher Form sich alltägliche Vorgänge wie das Betreten eines Raumes manipulieren lassen. Entstanden ist die erst auf den zweiten Blick als solche wahrnehmbare Installation einer automatischen Tür, die lakonisch istquasidereingang betitelt ist. Sie funktioniert als Ein- und Ausgang eines Ausstellungsraums. Um die Kunst betrachten zu können, ist das Publikum gezwungen, diese Schleuse zu passieren. Dadurch wird der eigene Zugang ebenso zum Thema gemacht wie die Ein- und Ausschlussmechanismen der zeitgenössischen Kunstwelt generell, befand die Jury und vergab den 2. Preis für diese Arbeit.

Zum ersten Mal kann die Ausstellung zum Hiscox Kunstpreis im digitalen Raum besichtigt werden, auch über die Finissage hinaus. Seit heute ist die 3D-online-Gallery der HFBK mit allen Film- und Soundspuren für das interessierte Publikum geöffnet: www.online-gallery.hfbk.net. Zu entdecken sind neue Arbeiten von dem Duo Tim Albrecht/Hannes Wilke, Elburuz Fidan, Eigil Forberg, Jaewon Kim, Franziska König, Nina Kuttler, Tanita Olbrich, Hélène Padoux, Merlin Reichart, Karim Reyle sowie von den Preisträgerinnen Szerafina Schiesser und Saskia Stoltze/Eva Lillian Wagner.

Kunst nimmt bei Hiscox traditionell eine wichtige Stellung ein und so fördert der Spezialversicherer seit Jahrzehnten international junge Künstler*innen. Seit 2008 kann auch Hiscox Deutschland auf einen eigenen Förderpreis blicken, der in Kooperation mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg 2019 bereits zum 12. Mal vergeben wird. Der Hiscox Kunstpreis für junge Nachwuchskünstler*innen ist mit 7.500 Euro dotiert. Neben der finanziellen Förderung in Form eines Preisgeldes wird den Nominierten zusätzlich ermöglicht, ihre Werke der Öffentlichkeit zu zeigen und in einem durch die Grafikklasse der HFBK gestalteten Katalog sowie erstmals auch in einer 3D-online-Gallery zu präsentieren. Durch dieses leidenschaftliche Engagement leistet Hiscox einen wichtigen Beitrag für eine unabhängige Entwicklung herausragender Studierender zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere.

Verleihung: 9. Oktober 2019, 19 Uhr im Rahmen der Semestereröffnung
Ausstellung: 10. bis 12. Oktober 2019, 14 bis 18 Uhr
Ort: HFBK Hamburg, Lerchenfeld 2, Aulavorhalle (EG) und Galerieräume (2. OG)
Neu: Ausstellung auch online www.online-gallery.hfbk.net

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?