de en

20.11.2019, 18:00 Uhr
Vortrag von Anika Meier: Instagram or it won‘t happen. Künstler*innen am Limit?

  • Ort:

  • HFBK Hamburg, Hörsaal (Raum 229)

Pics or it didn‘t happen – so lautet eine populäre Redensart im digitalen Zeitalter. Bilder in den sozialen Medien sollen zeigen, wo man war, was man erlebt und erreicht hat und das im besten Fall noch mit der richtigen Begleitung. Fotos stehen in den sozialen Medien nicht als Objekte für sich, Fotos werden zum Mittel der Kommunikation. Der Social-Media-Theoretiker Nathan Jurgenson vergleicht visuelle Kommunikation mit mündlichem Geschichtenerzählen. Was einst für Urlaubsfotos galt, trifft heute auf jede Sekunde des Tages zu: „I was there, I did that.“ Ich war im Bett, ich bin aufgewacht, ich habe Kaffee getrunken usw. usf.

Was bedeutet das für Künstler*innen, die mit Bildern und Videos arbeiten, die als Objekte für sich stehen sollen? Laut Brad Troemel („Athletic Aesthetics“) geht es im Zeitalter sozialer Medien nicht mehr um ein einzelnes Werk, denn jetzt muss der Künstler zur Marke werden, muss ständig senden, muss oben im Newsfeed bleiben. Ist der Künstler als High-Performer der Künstler am Limit? Wie nutzen etablierte KünstlerInnen Instagram? Geht es in den sozialen Medien mehr um die Kunst der Selbstdarstellung als um die Darstellung der Kunst?

Anika Meier, Studium der Kunstgeschichte und Germanistik in Heidelberg und Paris. Sie ist freie Autorin und Kuratorin. Für das Magazin Monopol schreibt sie eine Kolumne über Kunst und soziale Medien. Ihre Texte sind u.a. erschienen in Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt, Spiegel Online, Kunstforum, Photonews, Numéro Berlin, der Freitag, Mindstate Malibu uvm. Zuletzt hat sie die Ausstellung Virtual Normality. Netzkünstlerinnen 2.0 im Museum der bildenden Künste Leipzig kuratiert. Der Ausstellungskatalog (hrsg. mit Alfred Weidinger) Virtual Normality. The Female Gaze in the Age of the Internet ist im Verlag für moderne Kunst erschienen. Sie ist Gründerin des Kollektivs This Ain’t Art School, das auf Instagram regelmäßig Assignments in Kooperation mit Fotografen wie Alec Soth, Stephen Shore, Joel Meyerowitz und Martin Parr vergibt.

Instagram: @anika

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?