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6.7. – 1.9.2019
The Discourse of the Drinkers

  • Ort:

  • Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg

Annika Larsson

Eröffnung: 5. Juli, 19 Uhr | mit Special Guests während der Eröffnung: The Ex-wives of Neukölln

Für "The Discourse of the Drinkers“ filmte Annika Larsson in zwei Berliner Bars: dem queeren The Club und der 24-Stunden-Kneipe Rote Rose. Beide Orte verschmelzen im Film zu einem Raum und einem Dialog gänzlich unterschiedlicher Personen: Die queere Performancegruppe „The Real Housewives of Neukölln“, einzelne Männer und Frauen, unterschiedlicher Herkünfte und im doppelten Sinne unterschiedliche Sprachen sprechend, zeigt Larsson inmitten von Gelächter, Trinken, Singen und Erzählen in einer programmatisch offenen und sich langsamen etablierenden Form von Gemeinschaft. Diese ist temporär und fragil, aber sie ist vorhanden.

Viele von Larssons Videoarbeiten und so auch diese agieren dokumentarisch und in einer Art fortwährendem Close-Up. Die Kamera produziert dabei an klassischen Film erinnernde Bilder. Der Schnitt aber, die fokussierende Nähe, die notorisch langsame Zeitlichkeit und die Vielstimmigkeit erzählen weniger von einer Geschichte als von einem Potential. Mittels der bewegten Bilder entsteht ein Raum, der neben normativer Kontrolle andere Formen des Sozialen und Politischen eröffnet. Es ist ein virtueller Raum, in dem sich Unerwartetes ereignet und Begegnungen stattfinden, die sich nicht notwendig so ereignet haben. Diese Form des potentiellen Erzählens, das Räume, Zeit und Denken aufbricht, berührt Grenzbereiche von Identitäten und Wahrheit.
„The Discourse of the Drinkers“ ist ein rund 40-minütiges Video über die Bar als politischen und sozialen Ort. Er findet einen Widerhall in der Annäherung des Kunstvereins an seine Verortung und seine Positionierung als offenen und transgressiven Raum.

„The Discourse of the Drinkers“ entstand bereits 2017 über einen Zeitraum von 6 Monaten. Das Video und das zugehörige Künstlerbuch markierten den Auftakt zu Larssons derzeitigem, mehrjährigen Projekt „Non-Knowledge, Laughter and the Moving Image“. Es ist am Royal Institute of Art in Stockholm und der HFBK Hamburg verortet, wo Larsson Professorin ist, und wird finanziert vom Swedish Research Council. „Non-Knowledge Laughter and the Moving Image“ versteht das Bewegtbild und den Lachenden Körper als Mittel der Groteske, in dem sich ein anderes Denken, Handeln und Sein äußern und etablieren (können).

Annika Larsson (*1972, Stockholm) lebt und arbeitet in Berlin und ist seit 2018 Professorin für Zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Ihre Sound-Performances waren zuletzt unter anderem an der Akademie der Künste Berlin (2019) sowie im Rahmen der 58. Venedig Biennale zu sehen, im Herkules Saal, München (2018) sowie im Schinkel Pavillon, Berlin (2017). Ihr wurden Einzelausstellungen unter anderem an den folgenden Institutionen gewidmet: Museo d’Arte Contemporanea di Roma, Rom (2014); Velan Center, Turin; La Fabrica, Madrid (2010); Le Magasin, Grenoble (2005); Kunsthalle Nürnberg (2004); S.M.A.K., Gent (2002). Ihre Arbeiten sind in bedeutenden Kunstsammlungen vertreten, wie etwa dem Moderna Museet, Stockholm, dem S.M.A.K, Gent, der Sammlung Goetz, München oder dem Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

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Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung fand die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten.

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Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

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Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?