3 Notizen zu: Paul Kolling, Break of Gauge, Harburger Bahnhof
1 Ein endlos scheinender Filmstreifen war es, der sich da Anfang des Sommers quer durch den Ausstellungsraum des Kunstverein Harburger Bahnhof zog. Darauf zu sehen: Satellitenbilder der Güterzugverbindung von China nach Europa, der so genannten “Neuen Seidenstraße”, die der junge Hamburger Künstler Paul Kolling für sein Abschlussprojekt bei Simon Denny gesammelt und nahtlos zusammengestückelt hat. Über zehntausend Kilometer sind es, die sich da im Ausstellungsraum auf dem dreihundert Meter langen 35mm-Filmstreifen kondensiert finden; An fünf Stellen Projektoren, die Teilstücke dieser wichtigen Infrastrukturlinie sicht- und fassbar machen: Berge, Städte, Felder, Schienen.
2 Sechzehn Tage dauert ein einziger Durchlauf des Films, so lange wie die Dauer der Ausstellung - und auch genauso lange wie ein einziger solcher Zug von China nach Hamburg, direkt vorbei am Kunstverein selbst, laut Ausstellungstext braucht. Ein Echtzeit-Film also, ein Spiel mit Raum und Zeit, denkt man zunächst. Denn der Film und der Zug sind schließlich “beides Manifestationen der Moderne, die unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit massiv beeinflusst haben” - es ist diese clevere Analogie, die auch der Ausstellungstext stark macht.
3 Aber “Break of Gauge” hat bis auf diese Analogie nur wenig mit einer realen Zugfahrt gemein. Der Film rattert nicht, er gleitet beinahe reibungs- und lautlos durch die slicken schwarzen Projektoren. Hoch oben in der Beobachterposition der Satelliten findet sich der Besuchende, weit entfernt von den Schienen, den Bahnhöfen, dem Dreck und der körperlichen Arbeit der realen Seidenstraße. Und so wirkt das Vorbeiziehen der aufgeräumten Satellitenbilder kaum wie die Reise eines Güterzugs, sondern mehr wie digitale Daten- und Geldströme - die mit der Neuen Seidenstraße schließlich genauso untrennbar verbunden sind wie die materiellen Güter, die auf ihr transportiert werden.
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