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"string figures" auf rhizome.hfbk.net: Ayiyiiyiy

Ayiyiiyiy

„Bildungsförderlich sind der Struktur nach Situationen, die gleichzeitig entbilden, einbilden und somit bilden und das immer so weiter.“ Bildung vor Bildern, K. - J. Pazzini 2015, S. 14.

Muss grad oft an meine Schulzeit denken. Es gibt immer mal so Phasen, die so eine Erinnerungskette aktivieren. Das kann sein, wenn ein bestimmtes Gefühl wieder auftaucht, das ich aus der Schulzeit kenne oder wenn ich ein bestimmtes Lied höre oder an meinen heftigen Fernsehkonsum denke. Diesmal begann es damit, dass ich an Xena erinnert wurde. Xena habe ich jeden Samstag geguckt. Mega! Hinzu kam ein plötzlicher Ohrwurm. „Ich bin viel zu lange, … mit euch mitgegangen.“ Dazu mein Mittagessen: überbackenes Graubrot, Tomaten, Käse, Tabasco.

Eigentlich sollte ich auf eine Realschule, weil ich mich nicht so lange konzentrieren konnte. Und ich glaube, dass es auch eine Rolle gespielt hat, dass meine Eltern gehörlos sind. Außerdem: ein Zahntechniker und eine Fließbandarbeiterin … keine Gymnasialempfehlung. Zum Elterngespräch ist dann meine Oma gegangen und hat Druck gemacht. Dann sollte ich auf das Goethegymnasium. Wollte ich aber nicht. War voll weit weg. Am Ende wurde es das Wilhelmsgymnasium. Das hatte einen guten Ruf und meine Freundin kam auch dorthin. Mit der hatte ich dann aber gar nichts mehr zu tun. Ich erinnere mich nicht so gut an die Schulzeit. Es sind nur so Bilder, die mir in Erinnerung geblieben sind. Unser Erdkundelehrer war sehr nett, aber nervös. Er war alkoholkrank und wir hatten dann relativ lange keinen Erdkundeunterricht. Unser Mathereferendar wurde in der Bahn mal von einem Mitschüler geschlagen. Er hatte nur einen Arm, also der Referendar. Dann hatten wir einen neuen Referendar. Bei ihm habe ich Mathe verstanden und hatte sogar die Gelegenheit gute Noten zu schreiben. Das ging nur ein Jahr. Anschließend hatte ich nur schreckliche Mathelehrer. In der Oberstufe bin ich immer absichtlich zu spät in den Unterricht gekommen, damit die Stunden schneller umgehen. Als ich achtzehn wurde hatte ich relativ schnell viel mehr Fehltage. Ich mochte meinen Leistungskurs Französisch. Die Lehrerin war streng, aber interessant und interessiert. Habe ihr vor drei Jahren eine Karte geschickt und seitdem schreiben wir uns ab und an. Sie hat mir zur Geburt meines Sohnes eine Spieluhr geschickt. Sie läuft seit 2,5 Jahren jeden Tag drei bis vier Mal. Die eine Geschichtslehrerin hat so viel geraucht, dass man im Unterricht dachte man ist in einer Skatrunde, alle anderen Geschichtslehrer waren hundert Prozent von rechts bewegt. Wir mussten Texte abschreiben und vorlesen. Ich kann mich an keine Inhalte erinnern. Deutsch LK - der Oberstufenleiter hatte was gegen mich und erzählte mal vor der versammelten Klasse, er habe gestern im Restaurant neben einer Gruppe mit gehörlosen Menschen gesessen und fand es unerhört was das für eine Geräuschkulisse gewesen sei. Ich war so schockiert, dass ich nicht reagieren konnte. Niemand hat was gesagt. Rudern war irgendwie das Ding von der Schule. Und Chor und Orchester. Ich habe nichts dergleichen mitgemacht. Eine Mitschülerin hat sich vor den Klassenarbeiten den Zeigefinger ihrer Hand so lange geschlagen bis er verstaucht war, andere haben in den Pausen gekifft. Ich habe nur angefangen zu rauchen. Im Kunstunterricht sollten wir mit naturalistischen Farben ein Bild malen. Ich habe für die Bäume pink mit Deckweiß gemischt und es entstand ein wunderschönes Rosa - es ähnelte dem Rosa der japanischen Kirschblüte vor unserem Haus. Ich fand es megaschön. Die Kunstlehrerin sagte , dass diese Farbe nicht in der Natur vorkommen würden. Ich hätte mal wieder am Thema vorbei gearbeitet. Die Realität und Norm, die mir an dieser Schule vermittelt wurde hatte nichts mit den Realitäten bei mir Zuhause gemein. Bei uns vor der Haustür stand ein rosa blühender Baum!

Irgendwie habe ich mein Abi gemacht. Während der Lernphase hatte der Uhlenspiegel 1-€ Bierpatys eingeführt wegen der Währungsreform. Dann war €. Jetzt ist schon wieder Brexit. Keine Ahnung was die Leute jetzt so machen...die es auch schwer auf dem WG hatten, die Sitzenbleiber, Kiffer, Tom der in der neunten Klasse schon 18 war, die ganzen Dudes...die Ärzte, die sich jetzt ein Haus kaufen...ich wollte dann nach der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin unbedingt Kunstlehrerin werden und es besser machen. Den Master habe ich dann doch in Bildender Kunst gemacht.Aber sobald ich die ersten Praktika Meine Eltern haben sorgenvoll genickt. Tun sie immernoch. In Schulen bekomme ich bis heute Beklemmungen.

Das Vorbild »spricht« von der Zeit und vom Raum. Die Zeit kann, linear gesehen, die Vergangenheit oder auch die Zukunft sein. Ein Bild, das aus einer Zeit vor der Gegenwart stammt, oder eines das vorschwebt, ist da, wohin man noch will. Und hier wird die Unterscheidung zum Raum schon unscharf. Ein Vorbild ist etwas, das zum Nachbild werden kann. Dann, wenn das Vorbild weg ist, entsteht ein Nachbild davon. Oder es wird erst erkennbar, wenn es nicht mehr da ist. Oft wird das Vorbild von den späteren Effekten her bestimmbar. Dabei ist noch nicht gesagt, dass es sich dabei um eine Person handeln muss, die hier zum Vorbild wird; es könnte auch tatsächlich ein Bild sein, vielleicht nicht ein Bild alleine, sondern ein Ensemble, ein umfängliches Gebilde, eine Stimmung, also etwas, in dem einzelne umreißbare Bilder hängen, auftauchen, schwimmen, sich tarnen. Vielleicht etwas, das einmal befriedigend war. Bildung vor Bildern, K. - J. Pazzini 2015, S. 43.

https://www.youtube.com/watch?v=2Ou8eISFe1A

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?