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Die Tresen-Kolumne: Kariesvampire

Kariesvampire

Um vor den Vampiren zu flüchten, die im Traum auf ihren Motorrädern auf mich zugefahren kommen, springe ich von der Brücke in den Bergen Albaniens. Ich hatte mir vorgenommen, N. den Film Dracula zu zeigen und vergessen, dass die aktuelle Kinotechnik mich dann gleich mit in das Geschehen als Akteur einbezieht. Ich also mit dem kleinen Elfen (keine Ahnung, wo der herkommt) im Arm von der Brücke. Im gemeinsamen Sturz fällt mir ein: Es ist Fernsehen und vor allem ein Traum, ich kann mich doch woanders hin wünschen: Los Angeles! Da kenn ich mich aus, da wünsche ich mich hin. Also halte ich den Hut des Elfen vor mein Gesicht und flüstere hinein: „Brooklyn Bridge“. Shit, die gibts nicht in L.A., also landen wir auf dem schrägen Dach der Watts Towers. Ich hatte vergessen, dass sie inzwischen eine Filiale von IN-N-OUT Burger beherbergen und zu diesem Zweck im japanischen Stil umgebaut wurden. Auf dem glatten, roten Blechdach, auf dem ich lande, kann ich mich nicht halten, rutsche ab und falle mit dem Gesicht zuerst auf den Erdboden. Die Vampire sind weg, meine Zähne auch. Sie werden mir durch gelbe Legosteine ersetzt: Sehr schwierige Zwischenraumsituation, vor allem rückseitig, in den Hohlräumen, entsteht Karies. Ich wache schweißgebadet auf, scheiß Karies. Der Hamburger Kultursenator Carsten B. vertrat am 3. Mai, zur Feier des Kriegsendes und der Befreiung der Konzentrationslager in Neuengamme die „offene Gesellschaft“. Als solcher warnte er vor den ideologischen Positionen der „sogenannten Antifa“. Ein paar Tage später wird Stefan E. als Tatverdächtiger im Mordfall des CDU Politikers Walter L. festgenommen. Stefan E. ist bekannter Neonazi. Ich wache schweißgebadet auf. Hab aber gar nichts geträumt. Es ist 2019 und Karies ist wirklich mein kleinstes Problem.

https://rhizome.hfbk.net/p/182007


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?