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Die Tresen Kolumne: Vakuum

Europa macht dicht: die äußeren Grenzen in Griechenland genauso wie die inneren Grenzen.

Stück für Stück gehen ganze Länder in Quarantäne und verabschieden sich aus der gemeinsamen Zuständigkeit. Der DAX schwächelt wie lange nicht mehr und man kann sich jetzt telefonisch krank melden bei der Arbeit, um eine potenzielle weitere Ansteckung zu vermeiden. Mittelständische Firmen, die direkt von Exporteinbrüchen betroffen sind, melden Kurzarbeit an. Was nach Krise klingt, hat für viele konservative Regierungen natürlich auch Jackpot-Potenzial. Neue zeitkritische Tatsachen werden geschaffen, das Versammlungsrecht eingeschränkt, das soziale Leben in manchen Gebieten lahmgelegt. Der berühmte Hamburger Lokalpatriot Helmut Schmidt hat es so auf die große politische Bühne geschafft. Viel mehr Angst als vor dem Virus, habe ich vor dem Handlungsvakuum, welches jetzt mit Erlassen, Notverordnungen und Ausgangsbeschränkungen gefüllt werden kann. Wahrscheinlich wird nicht der Kapitalismus am Ende kaputt gehen, sondern die Zukünfte mancher Angestellten. In Österreich schließen die Museen, für viele Galerien würde ein Ausfallen der Art Cologne wahrscheinlich den endgültigen Ruin bedeuten. Menschen aus der Kultur- oder Wissenschaftsbranche haben oftmals nichts von der neuen Möglichkeit, sich telefonisch krank zu melden. In der Welt der Honorararbeit kann man sich nämlich gar nicht krank melden. Da ist ausfallende Arbeit gleichbedeutend mit ausfallender Miete. Und wohin gehen eigentlich obdachlose Personen in einer Ausgangssperre, wohin gehen Menschen ohne Papiere, die zwischen zwei dichten Grenzen sitzen? Eine Gesellschaft in der Krise, in der Arbeitsplätze und Reserven plötzlich „knapp“ werden, tendiert selten zu einem solidarischen Umgang mit Marginalisierten. Das könnte vielleicht eine Aufgabe sein, für alle, die jetzt plötzlich virusbedingte Kapazitäten haben: Diese Entwicklung zu verfolgen, Krisenentscheidungen kritisch zu analysieren und zu verhindern, dass aus einer geteilten Angst vor der Zukunft plötzlich wieder Pogromstimmung wird. Bildet solidarische Banden, haltet Kontakt zu euren Freund_innen, niemand muss da jetzt alleine durch.

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https://rhizome.hfbk.net/p/242811


Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung findet die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Von 10 - 20 Uhr sind Besucher*innen herzlich eingeladen, sich in der HFBK die zahlreichen Arbeiten anzusehen. Für Ihre Gesundheit an diesem Wochenende sorgt ein extra entwickeltes Corona-Konzept. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.