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Le Monde Problématique: Debattenrundschau vom 6. Mai

Willkommen zu meiner Debattenrundschau vom 06.05.2019!

Im November vergangenen Jahres eröffnete das MMK in Frankfurt eine große Retrospektive der Künstlerin Cady Noland. Die von Susanne Pfeffer organisierte Ausstellung wurde von vielen als Sensation gefeiert, hatte Noland sich doch vor knapp zwanzig Jahren aus der Kunstwelt zurückgezogen, nach dem sie bis dahin großen institutionellen und kommerziellen Erfolge verzeichnen konnte. Die Show wurde in der Presse fast schon überschwänglich gefeiert. Ein Beispiel liefert Niklas Maak mit seiner Besprechung für die FAZ. Nolands Arbeit, welche sich vor allem mit den eher finsteren Seiten der amerikanischen Gesellschaft beschäftigt, sei ein wahrer Augenöffner: “Es ist selten so, dass man ein ganzes Land, einen Moment der Gegenwart besser versteht, wenn man ins Museum geht. Hier ist es der Fall.”

Hans-Jürgen Haffner attestiert der Ausstellung in seiner Besprechung für das Magazin Springerin eine starke ästhetische Wirkung, welche vor allem auf die Großzügigkeit der Präsentation zurückzuführen sei. “Andererseits wird der architektonische Ort samt seiner institutionellen Funktion einer temporären Ausstellung untergeordnet, der kuratorischen Setzung dienstbar gemacht – mit regelrecht radikalem Effekt. Konkret bedeutet das nämlich, dass für Pfeffers Frankfurter Debüt die Sammlung ins Depot verfrachtet werden musste – bis auf einige handverlesene, dafür aber geradezu aufreizend kokett in den von Noland dominierten Parcours eingestreute Stücke”, so Haffner. Werkinformationen in der Ausstellung selbst seien optisch so minimal wie möglich gehalten worden, um den ästhetischen Gesamteindruck nicht zu beeinträchtigen. Zu den Arbeiten, welche nicht zu Nolands Oeuvre gehörten, seien keinerlei Informationen verfügbar; die kuratorischen Entscheidungen blieben für den/die Betrachter/in intransparent. Haffner thematisiert nicht nur jene Fragen, welche Pfeffers Ausstellungskonzeption offen lassen, sondern liefert auch eine sorgfältige Analyse von Cady Nolands Werk mit all seinen Stärken und Schwächen – sehr empfehlenswert.

Kunstinstitutionen geraten immer häufiger öffentlich in die Kritik, wenn sich deren Repräsentanten, Akteure oder Unterstützer moralische oder ethische Fehltritte erlauben. Anlässlich der Bekanntgabe der Nominierungen für den diesjährigen Turner-Preis kam es zu Kritik an den ausrichtenden Institutionen – die Muttergesellschaft der Firma Stagecoach South East, welche zum Sponsoren-Pool gehört, werde von Brian Souter geführt, welcher sich in der Vergangenheit für Kampagnen engagiert habe, die gegen die Rechte Homosexueller gerichtet waren. Inzwischen sei die Zusammenarbeit einvernehmlich beendet worden, wie unter anderem Chris Sharratt in seinem Kommentar für Frieze berichtet. Er stellt außerdem kurz die Arbeit der nominierten KünstlerInnen Lawrence Abu Hamdan, Helen Cammock, Oscar Murillo und Tai Shani Nominated vor.

Immer noch ungelöst ist der Konflikt um den Vizepräsidenten des Aufsichtsrats des Whitney Museums in New York, Warren Kanders. Kanders ist Eigentümer einer Firma, welche Kampfmittel herstellt; seit Wochen fordern verschiedene Interessensgruppen seinen Rücktritt. Inzwischen hätten fast 50 der 75 an der kommenden Whitney-Biennale beteiligten Künstlerinnen und Künstler einen offenen Brief unterzeichnet, in welchem die Absetzung Kanders gefordert werde. Das berichtet Jasmine Weber in ihrem Artikel für Hyperallergic.com. Aus dem Brief, den viele weitere prominente Akteure aus dem Kunstbereich unterschrieben hätten, zitiert sie folgende Passagen: “‘Universities and cultural institutions like the Whitney claim to be devoted to ideals of education, creativity, and dissent beyond the dictates of the market,’ the letter states. ‘Yet, these institutions have been historically entwined with the power structures of settler colonialism, white supremacy, heteropatriarchy, and capitalism.’ Those institutions, the letter continues, ‘provide cover for the likes of Kanders as they profit from war, state violence, displacement, land theft, mass incarceration, and climate disaster.’ It explains: ‘Saying ‘no’ to Kanders opens a positive opportunity to begin a deep, and long-overdue conversation about artwashing, the role of private funding in the cultural sphere, and the accountability of institutions to the communities they claim to serve.’”

Das institutionelle und kommerzielle Interesse an schwarzen bzw. nicht-weißen KünstlerInnen hat in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Dass damit ein gehöriger Druck einhergehen könne, welcher für schwarze KünstlerInnen noch vielschichtiger sei als für ihre weißen KollegInnen, beschreibt Melissa Smith in ihrem Artikel für news.artnet.com : “The nearly dozen black artists I spoke to for this article say that while the industry’s gatekeepers are now paying attention to black culture, establishing strong relationships with them is still disproportionately harder for all artists of color than for their white peers. And if black artists have nabbed a spot, they’ve done it by serving as their own advocates, translators, and promoters in a system not designed to fully understand—or accommodate—blackness.”

Das Gallery Weekend in Berlin eröffnete vor knapp zehn Tagen. Eine anonyme Aktivistengruppe kritisierte unter dem Motto “Wie viel Weisswurst geht noch?” die Dominanz weißer männlicher Künstler im Ausstellungsprogramm des Gallery Weekends. “[A]ccording to a group of arts activists, 75% of the artists being platformed at Berlin Gallery Weekend are white and male”, schreibt Dorian Batycka in ihrem Artikel für Hyperallergic.com.

Parallel zum offiziellen Programm fanden zahlreiche weitere Kunstveranstaltungen statt. Eine davon hieß ‘THE show’ – eine selbstorganisierte, dreitägige Gruppenausstellung, welche Kuratorin Helene Bosecker organisierte. Marieke Fischer hat für das i-D Magazine ein Interview mit ihr und zwei Künstlern der Ausstellung geführt. Themen sind die eigene Professionalisierung, Berlin als Kunststadt und Rebellion gegen bestehende Strukturen des Kunstbetriebs. In der Anmoderation heißt es: “Mit der Ausstellung, die parallel zum Gallery Weekend stattfindet, zeigen sie dem etablierten Kunstmarkt elegant den Mittelfinger. Sie suchen nach Lösungsansätzen für einen Wandel in der Szene. ‘Im Rahmen dieses Projekts konnte ich beobachten, dass man den Ellenbogen einfährt und Erarbeitetes teilt’, sagt Helene Bosecker. ‘Damit sind die Künstler*innen erheblich viel weiter in ihrem Denken, als die Galerieszene und autonomisieren sich durch Engagement sowie Enthusiasmus kontinuierlich.’” Insgesamt ein lesenswertes und unterhaltsames Interview, in dem künstlerischer Idealismus in seiner gesamten Bandbreite – von persönlicher Motivation bis hin zur Selbstausbeutung – erfahrbar wird. Hier noch zwei schöne Zitate: “Kennet [Künstler]: Eine gute Arbeitsmoral ist wichtig. Es ist ziemlich ‘millennial’, alles mal auszuprobieren und es beim kleinsten Hindernis wieder wegzuwerfen – nur um dann etwas Neues zu testen. Manche sagen, der ‘Erfolg über Nacht’ kommt nach vielen Jahren harter Arbeit hinter den Kulissen. So abgedroschen das auch klingen mag – ich glaube, dass es wahr ist. Seitdem ich in Berlin bin, bin ich permanent pleite. Aber auf eine Art, die mich dazu motiviert, härter zu arbeiten und kreative Lösungen zu finden, um Kunst zu machen.” […] “Helene [Kuratorin]: […] Die Schnelllebigkeit medialer Eindrücke, das seltsame Gefühl abgelenkt zu sein und am Ende doch unbefriedigt zu bleiben, darauf kann Kunst reagieren. Die Qualität des Austausches ist hier inhaltlich und ästhetisch auf diversen Ebenen angesiedelt. Die Auseinandersetzung mit den eigenen ästhetischen Vorstellungen, eine bewusste Betrachtung von Kunst und das Innehalten zum Denken wird wieder mehr Einzug in den Alltag der Menschen finden. Ich glaube fest daran, dass sich die müden, rechteckigen Augen nach dieser visuellen und inhaltlichen Qualität sehnen. Ich weiß nicht, wie lange der Prozess brauchen wird, doch das Bedürfnis ist generationsübergreifend vorhanden.”

In knapp einer Woche eröffnet die Biennale in Venedig, auf der Natascha Süder Happelmann a.k.a.
Natascha Sadr Haghighian den deutschen Pavillon bespielen wird. Wer einen kompakten Einblick in das künstlerische Vorspiel der Biennale-Präsentation erhalten möchte, welches aus Videoaufnahmen und performativen Auftritten besteht, dem sei Tobias Timms Artikel für Zeit Online ans Herz gelegt.

Ben Mauk gibt in seinem Artikel für Frieze einen Einblick in die von Nationalismen geprägte Geschichte der Biennale von Venedig und sieht dabei in Happelmanns künstlerischem Ansatz ein begrüßenswertes Gegenprogramm.

Schrift begegnet uns permanent im Alltag (und auch sonst ständig), warum sie so aussieht wie sie aussieht dürfte den meisten Menschen allerdings eher unbekannt sein. Eine schöne Einführung in die Typografie bietet ein Interview mit den beiden Gestaltern Hendrik Weber und Alexander Roth, welches Christoph Rauscher und Rabea Weihser für Zeit Online geführt haben. Anlass ist deren Neuinterpretation der Schriftart Helvetica, welche sich weltweit großer Beliebtheit erfreut, welche aber an die Erfordernisse des digitalen Zeitalters angepasst werden musste.

Wolfgang Ullrich kritisiert in seinem Kommentar für die Süddeutsche Zeitung die Fundraising-Strategien von Künstlerinnen und Künstlern, welche sich für den Umweltschutz engagierten. Statt sich Methoden zu bedienen, die strukturell denen großer Konzerne ähneln würden, könnten KünstlerInnen “neue, klügere Formen von Symbolpolitik entwickeln”, so Ullrich. Die Realität sähe allerdings anders aus: “Vielmehr vertrauen Künstler jetzt ganz auf Mechanismen, die auch sonst in der Konsumwelt gut eingespielt sind: Sie produzieren Dinge, um Wirtschaftskreisläufe zu etablieren, mit denen sich eines Tages ökologischer produzieren lässt. Diese Kunst funktioniert also nur innerhalb der etablierten Ökonomie - und geht zumeist bis zur Unkenntlichkeit in ihr auf.”

In fast allen Bereichen der Hochkultur gibt es sie, nur in der Bildenden Kunst ist sei äußerst selten zu finden – die explizit negative Kritik, den Verriss. In der Literatur wird ganz selbstverständlich harsch geurteilt, in der Filmkritik ebenfalls; im Theater sind sogar Buh-Rufe ein etabliertes Instrument, mit dem das Publikum seinen Unmut zum Ausdruck bringen kann. Christian Saehrendt beschreibt in seinem Plädoyer für den Verriss in der Bildenden Kunst, welchen die NZZ veröffentlichte, die Ausgangslage folgendermaßen: “Die Kunstszene erscheint wie eine weitläufige, komplex institutionalisierte Fankultur, wie ein Cluster von kleineren oder grösseren Begeisterungsgemeinschaften für bestimmte Künstler, Kunstrichtungen und kuratorische Konzepte.” Möglicherweise sei das Überangebot an Kunst und die begrenzte Aufnahmefähigkeit des Publikums der Grund – schlechte Kunst würde einfach unter den Tisch fallen, so Saehrendt; eine Auseinandersetzung mit ihr sei schlicht unnötig angesichts der Fülle des aufregenden Angebots. Ein weitere Grund, so vermutet der Autor, könnte in der “grossen Verunsicherung über den wahren Wert der Gegenwartskunst” liegen. Die Bedeutung zeitgenössischer Kunst sei immer fragil. Vielleicht fürchte man sich davor, dass das “Vertrauen in das symbolische Kapital Kunst, in die Währung Kunst insgesamt erschüttert” werden könnte. Außerdem im Verdacht des Autors: “der allgegenwärtige Narzissmus”. Nicht alle Argumente Saehrendts scheinen gleich stichhaltig, als Denkanstoß funktioniert sein Artikel dennoch.

Bob Ross gelangte mit seiner Fernsehsendung „The Joy of Painting“, welche Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre ausgestrahlt wurde, zu einiger Berühmtheit. Darin erklärte er einfache Maltechniken, mit denen jeder zum Landschaftsmaler werden konnte. Eine Ausstellung im DePaul Art Museum in Chicago versucht sich jetzt an einer Neukontextualisierung Ross’. In Jason Foumbergs Artikel für theartnewspaper.com beschreibt Kuratorin Rodrigues Widholm ihren Ansatz. Foumberg selbst sieht in Ross’ Praxis vor allem einen wichtigen Anknüpfungspunkt zur Gegenwartskunst: “As a US Air Force veteran who painted ‘happy little clouds’ and offered inspirational on-air advice while he worked, Ross represents a shift in post-war art away from suffering and trauma, away from irony and academicism, toward optimism, fantasy, community healing and teaching. It turns out Ross is right in line with contemporary art movements.”

  • Johannes Bendzulla
Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Amna Elhassan, Tea Lady, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Kunst und Krieg

„Jeder Künstler ist ein Mensch“. Diese so zutreffende wie existenzialistische Feststellung von Martin Kippenberger (in ironischer Umformulierung des bekannten Beuys Zitats) bringt es in vielerlei Hinsicht auf den Punkt. Zum einen erinnert sie uns daran, nicht wegzusehen, (künstlerisch) aktiv zu handeln und unsere Stimmen zu erheben. Gleichzeitig ist sie eine Ermahnung, denen zu helfen, die in Not sind. Und das sind im Moment sehr viele Menschen, unter ihnen zahlreiche Künstler*innen. Deshalb ist es für Kunstinstitutionen wichtig, nicht nur über Kunst, sondern auch über Politik zu diskutieren.

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Merlin Reichert, Die Alltäglichkeit des Untergangs, Installation in der Galerie der HFBK; Foto: Tim Albrecht

Graduate Show 2022: We’ve Only Just Begun

Vom 8. bis 10. Juli 2022 präsentieren mehr als 160 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2021/22 ihre Abschlussarbeiten aus allen Studienschwerpunkten. Unter dem Titel Final Cut laufen zudem alle Abschlussfilme auf großer Leinwand in der Aula der HFBK Hamburg. Parallel ist in der Galerie der HFBK im Atelierhaus die Ausstellung der sudanesischen Gastlektorin Amna Elhassan zu sehen.

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Grafik: Nele Willert, Dennise Salinas

Der Juni lockt mit Kunst und Theorie

So viel Programm war schon lange nicht mehr: Ein dreitägiger Kongress zur Visualität des Internets bringt internationale Webdesigner*innen zusammen; das Forscher*innenkollektiv freethought diskutiert über die Rolle von Infrastrukturen und das Symposium zum Abschied der Professorin Michaela Ott greift zentrale Fragen ihrer Forschungstätigkeit auf.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Renée Green. ED/HF, 2017. Film still. Courtesy of the artist, Free Agent Media, Bortolami Gallery, New York, and Galerie Nagel Draxler, Berlin/Cologne/Munich.

Finkenwerder Kunstpreis 2022

Der 1999 vom Kulturkreis Finkenwerder e.V. initiierte Finkenwerder Kunstpreis hat eine Neuausrichtung erfahren: Als neuer Partner erweitert die HFBK Hamburg den Preis um den Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung und richtet ab 2022 die Ausstellung der Prämierten in der HFBK Galerie aus. Mit dem diesjährigen Finkenwerder Kunstpreis wird die US-amerikanische Künstlein Renée Green ausgezeichnet. Die HFBK-Absolventin Frieda Toranzo Jaeger erhält den Finkenwerder Förderpreis der HFBK Hamburg.

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Amanda F. Koch-Nielsen, Motherslugger; Foto: Lukas Engelhardt

Nachhaltigkeit im Kontext von Kunst und Kunsthochschule

Im Bewusstsein einer ausstehenden fundamentalen gesellschaftlichen Transformation und der nicht unwesentlichen Schrittmacherfunktion, die einem Ort der künstlerischen Forschung und Produktion hierbei womöglich zukommt, hat sich die HFBK Hamburg auf den Weg gemacht, das Thema strategisch wie konkret pragmatisch für die Hochschule zu entwickeln. Denn wer, wenn nicht die Künstler*innen sind in ihrer täglichen Arbeit damit befasst, das Gegebene zu hinterfragen, genau hinzuschauen, neue Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte, zu erkennen und durchzuspielen, einem anderen Wissen Gestalt zu geben

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld

Atelier-Neubau in der Häuserflucht am Lerchenfeld, im Hintergrund der Bau von Fritz Schumacher; Foto: Tim Albrecht

Raum für die Kunst

Nach mehr als 40 Jahren intensiven Bemühens wird für die HFBK Hamburg ein lang gehegter Traum Wirklichkeit. Mit dem neu eröffneten Ateliergebäude erhalten die Studienschwerpunkte Malerei/Zeichnen, Bildhauerei und Zeitbezogene Medien endlich die dringend benötigten Atelierräume für Master-Studierende. Es braucht einfach Raum für eigene Ideen, zum Denken, für Kunstproduktion, Ausstellungen und als Depot.

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Martha Szymkowiak / Emilia Bongilaj, Installation “Mmh”; Foto: Tim Albrecht

Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg

Nach der digitalen Ausgabe im letzten Jahr, findet die Jahresausstellung 2022 an der HFBK Hamburg wieder mit Publikum statt. Vom 11.-13. Februar präsentieren die Studierenden aus allen Studienschwerpunkten ihre künstlerischen Arbeiten im Gebäude am Lerchenfeld, in der Wartenau 15 und im neu eröffneten Atelierhaus.

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V., VG-Bild Kunst Bonn

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Foto: Klaus Frahm

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?