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stringfigures@rhizome.hfbk.net: Freeze, flight, fight, or fright

Freeze, flight, fight, or fright

Wenn Leute denken, Kunst ist so ein Hobby. Das macht mich fertig.
Das passiert ziemlich oft. Und gleichzeitig frage ich mich, wie sehr ich eigentlich hochstaple, wenn ich der Meinung bin, ich müsse das doch machen, hätte einen Antrieb. Was schiebt mich da eigentlich immer? Ich möchte etwas herausfinden, wahrscheinlich nichts Neues oder Besonderes und dennoch irgendwas ganz Notwendiges. Ich lese und schaue und suche und erstelle Bilder und kombiniere Worte und Objekte und dann sagt jemand: „Dein Hobby ist dir wirklich sehr wichtig.“

Hobbies sind ja was schönes, ja. Leute angeln oder stecken tausende Euro in ihre Eisenbahnanlage. Ich möchte einerseits in Ruhe gelassen werden. Andererseits möchte ich Geld und Relevanz. Aber ich möchte nicht so doll rein ins Verwertungssystem, ich will kluge Kunst machen. Ich halte mich wohl für klug. Oder extrem dumm und naiv. Beides zugleich. Das ist wahrscheinlich die Voraussetzung für dieses Kunst machen in unserer Gegenwart und Lebenswelt, z.B. hier in Hamburg.

Ich gehe arbeiten, manchmal in der Kita. Da werde ich gefragt: „Kannst du nächste Woche aushelfen? Hier brennt die Hütte… oder hast du irgendwelche Projekte?“ - „Uff - ja, nee. Projekt, ja Ausstellung.“ - „Ah, ok. Worüber denn?“ Ich erzähle dann was über Prepper oder die Apokalypse, über Tourismus oder Urlaub. Landschaften. Fragende Blicke. Ich schaue verzweifelt zurück und lache dann oder mache einen Scherz.

Anders: ich bin ständig dabei, mir irgendwie Geld zu beschaffen um meinen Lebensstandard (Kind, Essen, Miete, Kaffee, Kunst, Recherche) zu halten, muss dabei das Selbstbewusstsein haben, meine Kunst zu erklären. Denke, ich muss das doch den Leuten näher bringen. Doch meist wollen sie was von schönen Bilder hören.

Anders: ich komme ins Atelier. Im Aufzug eine Frau, die auch im Gebäude ihr Atelier hat. Ich grüße sie und sage, wir kennen uns doch. Sie: “Ja, aber du bist selten hier.” Ich: “Ah ja, eh … mh, ja, weil ich auch jobben muss und dann das Kind und … , äh ja, ich bin selten hier.” Sie nickt. Ich fühle mich ertappt. Denke, ich muss das doch den Leuten näher bringen. Doch meist wollen sie was von schönen Bildern hören.

Oder Menschen wollen mal Projekte machen. Buch oder Ausstellung. Ich kämpfe dann immer gleich für Struktur. Für Erkenntnis. Gemeinsame Langeweile. Oder so. Auf jeden Fall eine irgendwie geartete Kampf-oder-Flucht-Reaktion - alles für die Idee. Aber nur bis 18 Uhr. Oft merke ich: andere haben anderes zu tun. Kann ich nicht vorwerfen. Ist ok. Ich habe aber nichts anderes zu tun. Ich will nichts anderes zu tun haben. Bin ich manisch? Bin ich depressiv? Mache Kunst? Steigere mich nur rein ins Hobby? Eskapismus? Rolle zu doll angenommen? Wüsste gerne, wie es richtig geht. Weiß es nicht. Lese Biografien. Höre Interviews. Alle irgendwie so: Brotlose Kunst. Normal. Ich eh: bald Weltuntergang.

(M. sagte heute morgen nach dem Aufstehen zu mir: „Leute, die keine depressiven Verstimmungen haben…, mit denen stimmt doch was nicht. Guck dich doch mal um.“)

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Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung fand die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigten ihre künstlerischen Abschlussarbeiten.

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Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

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Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.