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Interview | Conversation

Die Tagung »Interview | Conversation. Formen und Foren des Künstlergesprächs | seit Vasari« fragt nach Geschichte, Funktion und Theorie des Künstlergesprächs, dessen Tradition bis in die Frühe Neuzeit zurückreicht. Entsprechend vielfältig sind die Formen seiner Überlieferung und Bearbeitung. Es kann in der reduzierten Fassung einer Anekdote, aber auch in der elaborierten Gestalt einer Monographie, wie sie Vasari in der Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelt hat, aufgehoben sein. Als Ateliergespräch fundiert es die Kennerschaft und als publizierter Dialog unterrichtet es die Öffentlichkeit und hilft, die Zeitzeugenschaft zu sichern. Seit den 1960er Jahren hat insbesondere das nach journalistischem Vorbild strukturierte Künstlerinterview als neue Gattung und »Seitenform des Gesprächs« (A. Kluge) Einzug in die Kunstliteratur gehalten und zu einer großen Fülle von Selbstaussagen geführt, die der Kunstkritik ebenso wie der Kunstgeschichte als autoritative Quellen zur Verfügung stehen. Heute grassiert das Künstlerinterview geradezu, eine M(eth)ode, die auf ihre Formen, Foren und Formate hin befragt sein will. Zur Sprache kommen sollen neben den wissenschaftlichen, literarischen und journalistischen auch die künstlerischen Strategien, die sich des Interviews als eines universellen Dispositivs bedienen.

Freitag, 25. Juni 2010
9.30 Uhr
Martin Köttering, Präsident der HFBK Hamburg Begrüßung

9.45 Uhr
Michael Diers, Hamburg/Berlin The Point of Interview Zur Einführung

SEKTION I
Moderation: Jürgen Müller, Dresden

10.15 Uhr
Matteo Burioni, München Der Bauchredner Michelangelos. Giorgio Vasari und das Kunstgespräch

11.30 Uhr
Oskar Bätschmann, Bern/Rom Benedetto Varchis »Lezzioni« oder: Der Wettstreit der Künste. Eine Umfrage aus dem Jahr 1547

12.15 Uhr
Statements und Kommentare von Alessandro Nova, Florenz und Jürgen Müller, Dresden sowie Paneldiskussion

SEKTION II
Moderation: Friedrich Meschede, Barcelona/Berlin

14.30 Uhr
Lars Blunck, Berlin »Die Wahrheit ist, dass ich nichts zu sagen habe.« Die Gespräche mit Marcel Duchamp

15.15 Uhr
Peter J. Schneemann, Bern Künstler-Credo und multiple Autorschaft. Die Quellenschriften der amerikanischen Abstraktion

16.30 Uhr
Hubertus Butin, Berlin Andy Warhols Zeitschrift »Interview« oder: Wie werde ich ein erfolgreicher Künstler?

17.15 Uhr
Philip Ursprung, Zürich Hat das Statement die Kritik absorbiert? Warhol und die Folgen für die Kunst

ab 18.00 Uhr
Screening
Filme und Videos von Thomas Demand (»Recorder«, 2002), Jeanne Faust (»Interview«, 2003), Julia Fuchs (»Show. Roberto Ohrt im Gespräch mit Julia Fuchs«, 2009), Anri Sala (»Intervista«, 1998)

19.00 Uhr
Benjamin H.D. Buchloh, Cambridge, Mass. Kommunikative Kompetenzen? Das Interview als Instrument kunsthistorischer Forschung

Samstag, 26. Juni 2010
SEKTION III
Moderation: Lars Blunck, Berlin

10.00 Uhr
Gregor Stemmrich, Berlin When interview becomes attitude

10.45 Uhr
Isabelle Graw, Frankfurt a.M./Berlin Reden bis zum Umfallen. Das Kunstgespräch im Zeichen des Kommunikationsimperativs

12.00 Uhr
Julia Gelshorn, Wien
»Mit-Teilung« - Das Interview als künstlerische Erzählform

14.30 Uhr
Hans Ulrich Obrist, London
Infinite Conversation. Idee und Praxis des Künstlergesprächs heute

15.15 Uhr
Tacita Dean, Berlin, und Hans Ulrich Obrist, London
A Conversation

16.30 Uhr
Artistory - Der Künstler über sich und sein Werk. Chancen und Grenzen des Künstlerinterviews
Podiumsgespräch mit Benjamin H.D. Buchloh, Jeanne Faust, Julia Gelshorn, Isabelle Graw, Friedrich Meschede, Alessandro Nova und Holger Liebs
Moderation: Michael Diers und Lars Blunck

Konzeption
Michael Diers, HFBK Hamburg; Lars Blunck, TU Berlin; Hans Ulrich Obrist, The Serpentine Gallery, London

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?