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2017/06/22: HFBK Hamburg – 250 Jahre Kunstausbildung in Hamburg

Festakt, Symposien, Workshops, Koch/Performances und Absolventenausstellung

Festwoche zum Jubiläum | 11. bis 16. Juli 2017 
Hochschule für bildende Künste Hamburg | Lerchenfeld 2 | 22081 Hamburg

Mit einer Festwoche für nationale wie internationale Gäste feiert die Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) vom 11. bis 16. Juli 2017 ihr 250. Jubiläum. 1767 von der Patriotischen Gesellschaft als erste Gewerbeschule Deutschlands zur Verbesserung der Zeichenkunst gegründet, steht die HFBK heute für eine freigeistige Kunstausbildung, die mit namhaften Absolvent*innen und Lehrenden wie Martin Kippenberger, Sigmar Polke, Hanne Darboven, Daniel Richter, Dieter Rams, Jonathan Meese, Rebecca Horn, Fatih Akin oder auch John Bock und Marina Abramović verknüpft ist. Spätestens seit den 1960er Jahren zählt die HFBK denn auch zu den tonangebenden Kunsthochschulen, und dies nicht nur in Deutschland.

Die Bedeutung des Künstlerinstitution HFBK wird mit einem Senatsempfang am 13. Juli 2017 im Hamburger Rathaus auf Einladung der 2. Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank gewürdigt. Franz Erhard Walther, der über 30 Jahre an der HFBK gelehrt hat, und Jonathan Meese als ehemaliger Student der HFBK halten die Festreden – unterbrochen von einer künstlerischen Intervention der HFBK-Absolventin Annika Kahrs. Zur Eröffnung der Absolventenausstellung am selben Abend um 19 Uhr präsentieren dann rund 130 Nachwuchskünstler*innen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten, deren überzeugendste mit dem Karl H. Ditze-Preis in Höhe von 7.500 Euro ausgezeichnet wird.

Vier hochkarätig besetzte Symposien und das Festival Art School Alliance @ work mit Gästen aus der ganzen Welt markieren die zwei inhaltlichen Schwerpunkte der Festwoche: Kunst an der HFBK bedeutet immer auch künstlerische Forschung, und Kunst an der HFBK wird lokal praktiziert, aber global gedacht. In mehrtägigen Workshops tauschen sich Lehrende und Studierende von der HFBK und von den Partnerhochschulen aus Boston, Buenos Aires Chicago, Hangzhou, Jerusalem, London, Los Angeles, New York, Osaka, Paris, San Francisco, Shanghai und Wien aus. Abschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse im Gebäude Finkenau 42 – begleitet von einer Kochperformance der Kitchen Guerilla | 13. Juli 2017, 19 Uhr.

Den Auftakt bildet das Symposium Individuality/Dividuation. Es geht der Frage nach, ob wir uns als Individuen in der heutigen Welt noch als ungeteilte Entitäten verstehen sollten oder sinnfälliger als Schnittmengen verschiedener Teilhabeformen, die neue Art und Weisen einer Moderation unseres Selbst erforderlich machen. Mit Martin Burckhardt, Rey Chow, Thomas Keenan, Gordon Knox, Michaela Ott | 11. Juli 2017

Unter dem selbstironischen Songtitel-Zitat O Superman von Laurie Anderson folgt eine vielgestaltige Rückschau in Sachen Film, Kunst und Politik zum Abschied der beiden HFBK-Professoren Michael Diers (seit 2004 Professor für Kunstgeschichte) und Wim Wenders (seit 2002 Professor für Narrativen Film). Das Symposium fragt zugleich nach der Aufgabe und Rolle von Kunst sowie der Kunstlehre in der aktuellen politischen Situation. Mit Barbara Albert, Laurie Anderson, Michael Baute, Monica Bonvicini, Adam Broomberg, Thomas Demand, Peter Geimer, Thomas Heise, Hans Ulrich Obrist, Ulrike Pfeiffer, Philipp Ruch, Angela Schanelec, Beat Wyss u.a. | 11.–12. Juli 2017

5.000 Studienanfänger an 24 deutschen Kunsthochschulen jährlich – die Attraktivität eines Kunststudiums hält sich auf hohem Niveau bei gleichbleibend negativen Erfolgsaussichten. Am Freitag nähert sich eine Vortragsreihe unter dem programmatischen Titel Überlebensrate 4% – Aktuelle Frontberichte aus der Kunstakademie diesem schwerlich erschöpfend zu klärenden Phänomen. Mit Werner Büttner, Diedrich Diederichsen, Walter Grasskamp, Annette Tietenberg, Wolfgang Ullrich, Bettina Uppenkamp | 14. Juli 2017

Am Samstag wirft das Symposium |Mit| Pflanzen kartographieren – Mapping |with| plants Fragen nach der Rolle der Botanik und ihrer eurozentristischen Prägung auf. Es geht etwa um die Domestizierung des Wildwuchses, Denkmodelle der Brache und des notwendig Unproduktiven, um Pflanzen, Saatgut und Territorien als Machtkonstellation und um die zunehmende Verschaltung von Mensch und Maschine. Mit Marie-Luise Angerer, Jimmie Durham, Petra Lange-Berndt, Sara Lindeborg, Hanne Loreck, Pia Rønicke u.a. | 15. Juli 2017
 

Freunde wie Neulinge im HFBK-Kosmos sind herzlich eingeladen, mit uns zu schauen und zu denken, sich inspirieren zu lassen und das Jubiläum nach allen Regeln der Kunst zu feiern! Alle Veranstaltungen der Festwoche – mit Ausnahme des Senatsempfangs – können ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt besucht werden. 

Eine detaillierte Programmbeschreibung finden Sie unter
www.hfbk-hamburg.de/250/

Unterstützer

Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg. Dank an: Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Hubertus Wald Stiftung, Karl H. Ditze Stiftung, Leinemann-Stiftung für Bildung und Kunst, Rudolf Augstein Stiftung

Pressekontakt

Download Pressebilder

HFBK Gebäude © Imke Sommer

Annette Wehrmann, photography from the series Blumensprengungen, 1991-95; Foto: Ort des Gegen e.V.

Conference: Counter-Monuments and Para-Monuments

The international conference at HFBK Hamburg on December 2-4, 2021 – jointly conceived by Nora Sternfeld and Michaela Melián –, is dedicated to the history of artistic counter-monuments and forms of protest, discusses aesthetics of memory and historical manifestations in public space, and asks about para-monuments for the present.

23 Fragen des Institutional Questionaire, grafisch umgesetzt von Ran Altamirano auf den Türgläsern der HFBK Hamburg zur Jahresausstellung 2021; Foto: Charlotte Spiegelfeld

Diversity

Wer spricht? Wer malt welches Motiv? Wer wird gezeigt, wer nicht? Identitätspolitische Fragen spielen in der Kunst und damit auch an der HFBK Hamburg eine wichtige Rolle. Das hochschuleigene Lerchenfeld-Magazin beleuchtet in der aktuellen Ausgabe Hochschulstrukturen sowie Studierendeninitiativen, die sich mit Diversität und Identität befassen.

Grafik: Tim Ballaschke

Semesterstart

Nach drei Semestern Hybrid-Lehre unter Pandemiebedingungen steht nun endlich wieder ein Präsenz-Semester bevor. Wir begrüßen alle neuen Studierenden und Lehrenden an der HFBK Hamburg und laden herzlich zur Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 ein, die in diesem Jahr von einem Gastvortrag von ruangrupa begleitet wird.

Grafik: Sam Kim, Bild im Hintergrund: Sofia Mascate, Foto: Marie-Theres Böhmker

Graduate Show 2021: All Good Things Come to an End

Vom 24. bis 26. September präsentierten die mehr als 150 Bachelor- und Master-Absolvent*innen des Jahrgangs 2020/21 ihre Abschlussarbeiten im Rahmen der Graduate Show in der HFBK Hamburg. Wir bedanken uns bei allen Besucher*innen und Beteiligten.

Foto: Klaus Frahm

Summer Break

Die HFBK Hamburg befindet sich in der vorlesungsfreien Zeit, viele Studierende und Lehrende sind im Sommerurlaub, Kunstinstitutionen haben Sommerpause. Eine gute Gelegenheit zum vielfältigen Nach-Lesen und -Sehen:

ASA Open Studio 2019, Karolinenstraße 2a, Haus 5; Foto: Matthew Muir

Live und in Farbe: die ASA Open Studios im Juni 2021

Seit 2010 organisiert die HFBK das internationale Austauschprogramm Art School Alliance. Es ermöglicht HFBK-Studierenden ein Auslandssemester an renommierten Partnerhochschulen und lädt vice versa internationale Kunststudierende an die HFBK ein. Zum Ende ihres Hamburg-Aufenthalts stellen die Studierenden in den Open Studios in der Karolinenstraße aus, die nun auch wieder für das kunstinteressierte Publikum geöffnet sind.

Studiengruppe Prof. Dr. Anja Steidinger, Was animiert uns?, 2021, Mediathek der HFBK Hamburg, Filmstill

Vermitteln und Verlernen: Wartenau Versammlungen

Die Kunstpädagogik Professorinnen Nora Sternfeld und Anja Steidinger haben das Format „Wartenau Versammlungen“ initiiert. Es oszilliert zwischen Kunst, Bildung, Forschung und Aktivismus. Ergänzend zu diesem offenen Handlungsraum gibt es nun auch eine eigene Website, die die Diskurse, Gespräche und Veranstaltungen begleitet.

Ausstellungsansicht "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg; Foto: Maximilian Schwarzmann

Schule der Folgenlosigkeit

Alle reden über Folgen: Die Folgen des Klimawandels, der Corona-Pandemie oder der Digitalisierung. Friedrich von Borries (Professor für Designtheorie) dagegen widmet sich der Folgenlosigkeit. In der "Schule der Folgenlosigkeit. Übungen für ein anderes Leben" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg verknüpft er Sammlungsobjekte mit einem eigens für die Ausstellung eingerichteten „Selbstlernraum“ so, dass eine neue Perspektive auf „Nachhaltigkeit“ entsteht und vermeintlich allgemeingültige Vorstellungen eines „richtigen Lebens“ hinterfragt werden.

Jahresausstellung 2021 der HFBK Hamburg

Jahresausstellung einmal anders: Vom 12.-14. Februar 2021 hatten die Studierenden der Hochschule für bildende Künste Hamburg dafür gemeinsam mit ihren Professor*innen eine Vielzahl von Präsentationsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen erschlossen. Die Formate reichten von gestreamten Live-Performances über Videoprogramme, Radiosendungen, eine Telefonhotline, Online-Konferenzen bis hin zu einem Webshop für Editionen. Darüber hinaus waren vereinzelte Interventionen im Außenraum der HFBK und in der Stadt zu entdecken.

Studieninformationstag 2021

Wie werde ich Kunststudent*in? Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren? Kann ich an der HFBK auch auf Lehramt studieren? Diese und weitere Fragen rund um das Kunststudium beantworteten Professor*innen, Studierende und Mitarbeiter*innen der HFBK im Rahmen des Studieninformationstages am 13. Februar 2021. Zusätzlich findet am 23. Februar um 14 Uhr ein Termin speziell für englischsprachige Studieninteressierte statt.

Katja Pilipenko

Semestereröffnung und Hiscox-Preisverleihung 2020

Am Abend des 4. Novembers feierte die HFBK die Eröffnung des akademischen Jahres 2020/21 sowie die Verleihung des Hiscox-Kunstpreises im Livestream – offline mit genug Abstand und dennoch gemeinsam online.

Ausstellung Transparencies mit Arbeiten von Elena Crijnen, Annika Faescke, Svenja Frank, Francis Kussatz, Anne Meerpohl, Elisa Nessler, Julia Nordholz, Florentine Pahl, Cristina Rüesch, Janka Schubert, Wiebke Schwarzhans, Rosa Thiemer, Lea van Hall. Betreut von Prof. Verena Issel und Fabian Hesse; Foto: Screenshot

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Alltagsrealität oder Klischee?; Foto: Tim Albrecht

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Ausstellung Social Design, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Teilansicht; Foto: MKG Hamburg

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?