de en

Dr. phil. in art. Jakob Kibala

Wissen und Erschließen. Lesarten bild-textlicher Verweise im Superhelden-Comic

Betreuung: Prof. Dr. Michael Diers, Prof. Matt Mullican,
Disputation am 18. April 2017

Die amerikanischen Superhelden-Comics konstituieren »shared universes«, in denen die Gesamtheit aller publizierten Geschichten sich begeben haben soll. Weil deren ProtagonistInnen dieselbe fiktive Welt bewohnen, können sie miteinander interagieren. Ihre gemeinsamen Erlebnisse bilden eine fiktive Historie, auf die ComicproduzentInnen immer wieder zurückgreifen und so Jahrzehnte lange Erzählbögen spannen. Um die Beziehungen der Figuren zueinander aber nachvollziehen zu können, müssen Leser über Kompetenzen des Erinnerns von fiktiver Geschichte verfügen. Dabei muss es sich um ein Erinnern von (zumindest teilweise) Unbekanntem handeln, weil LeserInnen die mehr als 70 jährige Publikationsgeschichte der besagten Comics allein unmöglich überblicken und erinnern können. Alan Moore & Kevin O'Neills League of Extraordinary Gentlemen spitzt die Lage zu: Ihre ProtagonistInnen sind eine Gruppe von »SuperheldInnen«, die allesamt der Literatur des 19. Jahrhunderts entstammen. Scheinbar ahmt League in der Mobilisierung literarischer Originale die Selbstbezüglichkeit der shared universes nach. Allerdings müssen Moore & O'Neill davon ausgehen, dass ihr Publikum mit dem Figurenkosmos des 19. Jahrhunderts weniger vertraut ist als mit den multimedial präsenten Superhelden. Am Beispiel von Moore & O'Neills League of Extraordinary Gentlemen und Grant Morrisons Batman R.I.P. untersuche ich die Strategien der intertextuellen Bezugnahme in anglo-amerikanischen Comics.

Die Dissertation wird begleitet von einer künstlerischen Arbeit zur materiellen Disposition von Wissen in Comics.

Vita:

Von 2006 bis 2012 Studium der Soziologie, Kunstgeschichte und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Magisterabschluss mit der Arbeit Sozialtheoretische Zugriffe auf Bild und Evidenz in kritischer Perspektive. Lehraufträge am Institut für Soziologie der Johannes Gutenberg-Universität (Wintersemester 2012/13) und an der Leuphana Universität Lüneburg (Wintersemester 2014/15).

Publikationen zum Thema:

Edukative Grenzüberschreitung. Text-Bild-Verweise in The League of Extraordinary Gentlemen, in: Harbeck, Matthias / Linda-Rabea Heyden / Marie Schröer (Hgg.): Comics an der Grenze. Sub/Versionen von Form und Inhalt, Berlin 2017: Bachmann, S. 119-129

Literalismus und Vieldeutigkeit. Mary Wept Over The Feet of Jesus, in: Closure. Kieler e-Journal für Comicforschung 3, 2016, S. 200-202

Gefährdung und Ermächtigung. Weibliche Agency in Kick-Ass, in: Closure. Kieler e-Journal für Comicforschung 2, 2015, S. 49-66

Kontakt: jakob-kibala@outlook.de

Kunst trotz(t) Corona: Graduate Show 2020

Mit einer zweimonatigen Verspätung findet die Graduate Show – ehemals Absolventenausstellung – in diesem Jahr am 19. und 20. September statt. Mehr als 140 Studierende zeigen ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Von 10 - 20 Uhr sind Besucher*innen herzlich eingeladen, sich in der HFBK die zahlreichen Arbeiten anzusehen. Für Ihre Gesundheit an diesem Wochenende sorgt ein extra entwickeltes Corona-Konzept. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.