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Die Tresen-Kolumne: Snake

Das Jahr rinnt mir zwischen den Fingern hindurch und in die Nächte schleicht sich traditionsgemäß wieder eine gewisse Zukunftsangst. Ich habe einen Plan bis Februar, danach weiß ich noch nichts, eine Ausstellung im Mai, ok. Das ist zwar nichts neues, aber manchmal breitet sich so ein hohles Gefühl im Bauch aus, dunkel und süßlich, wie ein zu großer Schluck kalter Jasmintee. Der Vater von E. hatte sich eine Pistole besorgt für den Fall, dass es ihm in seiner Haut irgendwann zu arg wird. Dann wurde er krank und es wurde ihm zu arg aber er konnte nicht mehr auf den Stuhl steigen, um an den hohen Schrank zu kommen, auf dem er sie versteckt hatte. Alles steht auf Anfang, Schwestern, die Familien gründen, Freund_innen in ihren ersten Galerieverträgen, oder zweiten, oder dritten, mein erstes (zweites) Buch erscheint. Wie ein Wettläufer vor dem ersten großen Rennen. Wenn ich das gewinne, dann laufe ich nächste Woche das nächste und dann das nächste und dann das nächste, bis ich irgendwann langsamer werde und dann dritter und dann fünfter und dann letzter werde, dann Karriereende – der Kassenwart spricht zum sportlichen Abschied noch eine Dankesrede, der Verein erhebt sich. „Du, und daran werden wir uns immer erinnern, warst immer erster oder dritter oder fünfter oder letzter und das war gut und nicht so gut und manchmal beides.“ Zukunft ist nicht so mein Thema. Ich bin Snake und ich esse was vor mir liegt: November, Dezember, Januar, Februar - bis ich selbst das Display fülle, bis ich ein langer Schlauch verdauter Zeit bin und mir zwangsläufig über die Füße falle.

https://rhizome.hfbk.net/p/212966


Digitale Lehre an der HFBK

Wie die Hochschule die Besonderheiten der künstlerischen Lehre mit den Möglichkeiten des Digitalen verbindet.

Aktuelle Beiträge auf rhizome.hfbk.net

rhizome.hfbk.net ist das soziale Netzwerk der HFBK. Es eröffnet ein digitales Forum für Austausch und Diskussion, in dem Studierende, Lehrende, Gastautor*innen, Kunstkritiker*innen und die interessierte Öffentlichkeit für ein breites Spektrum an Inhalten und Sichtweisen sorgen. Hier finden sich Ausstellungsbesprechungen, eine regelmäßige Kunstpresseschau, literarische Texte sowie Berichte von Vorträgen und Symposien.

Absolvent*innenstudie der HFBK

Kunst studieren – und was kommt danach? Die Klischeebilder halten sich standhaft: Wer Kunst studiert hat, wird entweder Taxifahrer, arbeitet in einer Bar oder heiratet reich. Aber wirklich von der Kunst leben könnten nur die wenigsten – erst Recht in Zeiten globaler Krisen. Die HFBK Hamburg wollte es genauer wissen und hat bei der Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg eine breit angelegte Befragung ihrer Absolventinnen und Absolventen der letzten 15 Jahre in Auftrag gegeben.

Jahresausstellung 2020 an der HFBK Hamburg

Zur Jahresausstellung der HFBK Hamburg präsentieren rund 800 Studierende drei Tage lang ein breites Spektrum künstlerischer Arbeiten: von Film und Fotografie über Performance, Skulptur und Malerei bis hin zu Raum- und Soundinstallationen sowie Designentwürfen. Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, sich ein Bild von den aktuellen Produktionen der Hochschule.

Wie politisch ist Social Design?

Social Design, so der oft formulierte eigene Anspruch, will gesellschaftliche Missstände thematisieren und im Idealfall verändern. Deshalb versteht es sich als gesellschaftskritisch – und optimiert gleichzeitig das Bestehende. Was also ist die politische Dimension von Social Design – ist es Motor zur Veränderung oder trägt es zur Stabilisierung und Normalisierung bestehender Ungerechtigkeiten bei?